Umweltverträgliche Landwirtschaft auf dem Klingelberg - Keine intensive Fischzucht mehr in Eußerthal
Annweiler ändert Flächennutzungsplan

Das Gebiet auf dem Klingelberg mit einer Fläche von 48 ha ist durch Bodenerosion stark gefährdet, wie die Starkregenereignisse im Juni 2016 und auch dieses Jahr wieder gezeigt haben. Inzwischen ist ein Bündel an Maßnahmen durch die Stadt und Verbandsgemeinde geplant und teilweise auch schon umgesetzt worden (der Trifels Kurier berichtete). Dazu gehört auch eine Änderung des Flächennutzungsplans, die auf der Sitzung des Verbandsgemeinderats am vergangenen Donnerstag mehrheitlich bei vier Neinstimmen beschlossen worden ist. Nunmehr wird eine „Schutzfläche Bodenerosion“ auf dem Klingelberg ausgewiesen, auf der nur noch „umweltverträgliche Landbewirtschaftung“ zugelassen ist. Innerhalb dieser „Bodenerosionsfläche“ befinden sich ca. 20 ha ackerbauliche Nutzfläche im Eigentum der Familie Schönung (Gut Rothenhof), die Qualitätsrindfleisch produziert.
Die ackerbauliche Nutzfläche in der Region ist sehr begrenzt. Daher sind diese Flächen für den viehhaltenden Betrieb von existenzieller Bedeutung. Für die Fütterung der Milchkühe werden vorwiegend Mais (Silage) als Hauptenergielieferant, daneben Kleegras und Hafer (Getreideschrot) angebaut, wobei der Getreideanbau in unserer Gegend wegen des Baumbestands und der Feuchtigkeit (Pilzdruck) für den Landwirt problematisch ist. „Aus Einsicht, und weil wir alle an der Bewältigung der naturgegebenen Problematik mitwirken müssen“, wie Tobias Schönung betonte, habe er über das Vereinbarte mit den landwirtschaftlichen Fachbehörden hinaus, auf freiwilliger Basis dieses Jahr weitgehend von Mais auf Hafer umgestellt, obgleich dies für ihn finanzielle Nachteile mit sich bringe. Darüberhinaus habe er „die Saatfurchen, soweit es die topografischen Gegebenheiten zulassen, parallel zu den Höhenlinien ausgerichtet, um zu einer Minimierung des Oberflächenabflusses beizutragen“, so Schönung auf Nachfrage des Trifels Kurier.
Die Änderung des Flächennutzungsplans sei grundsätzlich nicht notwendig, argumentierte Dieter Schwarzmann (LFW). Denn die vom Landwirt bereits einvernehmlich umgesetzten Maßnahmen hätten sich schon positiv ausgewirkt: „Wir sind auf einem guten Weg“, zumal Bürgermeister Burkhart einleitend berichtet habe, dass beim letzten Starkregen Anfang Juni dieses Jahres von diesen Ackerflächen zwar Wasser den Hang heruntergekommen sei, aber kein Schlamm mehr. Und im übrigen seien weitere Maßnahmen oberhalb des Steimertaler Weges vordringlich, insbesondere verbesserte Einleitung in die vorhandenen Rückhaltebecken.
Auch Elisabeth Freudenmacher (Grüne) kommentierte im Nachgang: „Ohne Verständnis für die legitimen Interessen des jeweils anderen, das nur im persönlichen Gespräch entwickelt werden kann, geht es nicht. Ich setze auf einvernehmliche Massnahmen. Daher habe ich gegen die Änderung des Flächennutzungsplans gestimmt“.
Fürf Eußerthal wurde eine weitere Änderung des Flächennutzungsplans einstimmig beschlossen.
Auf dem Gelände des Landesfischereiverbandes RLP soll keine intensive Fischzucht mehr betrieben werden. In Zusammenarbeit mit der Uni Koblenz-Landau entsteht dort eine Umweltforschungsstation. Aus diesem Grund wurde jetzt das Gelände als Sondergebiet für die Wissenschaft ausgewiesen. Ausserdem wurde in Eußerthal eine Teilfläche des Wochendgebietes „Im alten Kloster“ in eine Wohnbaufläche umgewandelt, sodass hier ein kleines Wohngebiet entstehen kann. |hi

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