Der letzte Tag vor den großen 40. Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii
Teil 6 der Rennwoche bei den Ironman Weltmeisterschaften mit Susanne Harz

Susanne Harz beim Bike Check In bei den 40. Ironman World Championships auf Hawaii
  • Susanne Harz beim Bike Check In bei den 40. Ironman World Championships auf Hawaii
  • Foto: Susanne Harz
  • hochgeladen von Alexander Walch

Speyer.Waldsee.Kona. Die Triathletin Susanne Harz berichtet über Ihre Rennwoche auf Hawaii. Morgen startet sie bei den Ironman World Championships und wird 3,9 Kilometer schwimmen, mit dem Rad 180 Kilometer fahren und im Anschluss noch einen Marathon laufen. Hier lesen Sie den sechsten und letzten Teil der Rennwoche:

Freudig gestimmt startete ich in den Tag und checkte die Wetterprognose für den morgigen Renntag:
Die Vorhersage: Sturzflut, Starkregen, plötzliches Hochwasser
Das hörte sich meines Erachtens nicht ganz so gut an….

Wenn es auf Hawaii regnet, dann mitunter sehr stark und ausdauernd. Dies kann dann ganz kurzfristig zu Hochwasser und Überschwemmungen führen.

Ich persönlich wünsche mir – wie Ihr wisst - gesund und senkrecht ins Ziel zu kommen. Ich will nicht gepampert werden, sondern – wenn es nach mir geht – darf es gerne sehr sonnig, sehr heiß und auch wolkenlos sein, aber bitte keinen REGEN!!! 

Heute kein schwimmen gehen, sondern lediglich bei einem kurzen Lauf, die Beine ausschütteln. Es war nicht verwunderlich, dass ich um 6:00 Uhr morgens auf dem Alii Drive NICHT alleine war. Die Autos waren ABSOLUT in der Unterzahl. Athleten in allen Geschwindigkeitsstufen, durchtrainierte, gestylte, ambitionierte Sportler. Zum Teil flitzten die dahin, als gäbe es die morgige Veranstaltung nicht. Ich cruiste in meinem gewohnten und diesmal extremen Susi-Sause-Schneckentempo dahin.

Danach prüfte ich kurz mein Bike, ein bisschen geputzt, die Mäntel auf Cuts (=Schnitte) überprüft. Soweit alles ok.

Um 10 Uhr fuhren wir Richtung Pier. Der Zielkanal befand sich schon im Aufbau, Teppiche wurden im Checkin-Bereich ausgerollt, Fotografen wuselten umher.

Das Ganze zunächst aus der schattigen Perspektive beobachtend, wechselte ich schließlich in den Platz an der Sonne, um nicht zu sagen IN die pralle Sonne, zum Anstehen.

Schnell bildete sich eine Schlange vor dem Bike Check In-Bereich. Profis wurden natürlich rechts an uns beim Priority Check bevorzugt behandelt / vor gelassen, während wir breites Fußvolk weiter in der Sonne gegrillt wurden.

Mindestens zwei Konfektionsgrößen kleiner geschwitzt – der Schweiß rann mir von der Kopfhaarwurzel über die gesamte Rück- und wahlweise Vorderseite runter bis in die Schuhe!!! Und wer mich kennt, der weiß, dass ich eigentlich NICHT so schnell schwitze. Aber unter diesen Gegebenheiten musste auch ich Flagge, sprich die trendigen Schweißflecken, zeigen!

Überhaupt ist es hier auf Hawaii irgendwann auch nicht mehr peinlich: es schwitzen einfach alle und das nicht nur während der Ausübung sportlicher Aktivitäten, sondern mitten im Gespräch. Man steht sich gegenüber und hat mit der Zeit einfach nasse T-Shirts und SEHR klamme Hosen an…

Das Prozedere des Bike Check Ins war sehr unkompliziert. Ich alter Hase, weiß ja wie reibungslos und professionell das hier abläuft! Ein Ironman-Aufkleberchen vorne auf den Rahmen, als Zeichen, dass ich gecheckt wurde, ein Foto meines Rades, eine Reihe klatschender (da muss man einfach flennen!!!) Volunteers (=freiwillige Helferin) und davon wiederum eine speziell mich begleitende Helferin. Wir gingen den Parcours in umgekehrter Reihenfolge flott ab. Das Rad wurde an meinem Platz abgestellt (Luft hatte ich schon vorher etwas abgelassen), ich legte meinen Helm auf den Lenker und befestigte noch eine Tüte ums Cockpit aufgrund der Regenprognose.

Kurzer GuteNacht-Wunsch meinerseits an mein Pferdli und flugs zu den Beutelständern, wo ich mich meiner Bags entledigte, an die ich morgen NICHT mehr darf!

Insgesamt wurde das alles flott und nüchtern absolviert, da ich ja weiß, dass ich mir das morgen alles
noch mehrfach und ausgiebig anschauen kann. Dann hieß es endlich raus aus der Sonne und rein ins Burger King. Sportler gerecht wurden wieder KingChicken mit Ranchersauce vertilgt und dann ging es heimwärts ins Appartement und nochmals die Beinchen hochgelegt.

Irgendwie hatte ich etwas Nackenschmerzen bekommen, aber noch harmlos im Vergleich zu einem Reisegruppemitglied, der gestern eine Bronchitis diagnostiziert bekommen hat und nun kurzfristig nicht starten wird!!! So schnell kann es gehen: all die Vorbereitungs-Trainingsstunden, die Zeit, die Opfer, das Geld, die Belastung der Familie/Mitmenschen… alles dahin…. Tut mir sehr leid für ihn. 

Und wieder wird mir bewusst, welches Glück ich habe so weit gekommen zu sein und hier starten zu dürfen.

Während ich diese Zeilen schreibe, regnet es draußen…

Heute war dann noch die Hannes-Hawaii PastaParty. Traditionell im Royal Kona Hotel in großer Runde mit sehr vielen Hannes-Gästen und Triathleten.

Es gab Pasta-Buffet mit Salat und KNOBI-BROT, all you can / want eat. 

Zeitnahe Rückfahrt ins Hotel und ab in die Horizontale. Nun gilt es, noch ein bisschen zu entspannen, sich vom trommelnden Regen nicht beunruhigen zu lassen und ggfs. letzte Handgriffe vorzubereiten.

Meine GPS-Uhr aufladen, damit ich morgen Abend unter anderem sehen kann, welchen Zick-Zack-Kurs ich geschwommen bin.

Ich bedanke mich hiermit nochmals bei Euch allen für die Unterstützung.
Ich passe meinen Speed und meine Kraft den Wetterbedingungen und den Gegebenheiten an.
Ich möchte vernünftig an mein Limit gehen und mit Freude im Ziel ankommen!

My body is rested and ready to go! 

ALOHA,

Susi

Liebe Susi, wir wünschen Dir und allen Teilnehmern ein tolles Rennen. Take care. :-)

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