Platz 40 in der Altersklasse Damen 45 in 11:28:19h erreicht.
Susanne Harz erfolgreich bei den 40. Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii

Susanne Harz mit der Finishermedallie
  • Susanne Harz mit der Finishermedallie
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Speyer.Waldsee.Kona. Die Triathletin Susanne Harz berichtet über Ihr Rennen bei den Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii. Für 3,9 Kilometer schwimmen, 180 Radkilometer und einen Marathon über 42,195 Kilometer benötige Susanne Hart 11:28:19h. Sie belegte damit Platz 40 in Ihrer Altersklasse Damen 45.

You start in this race and you can’t come back as the same person you was before.

Nach meinem langzeitbewährten, traditionellen Pre-Race-Frühstück (Toast/Brot + Schokoriegel + Banane + Kaffee), die obligatorischen Vorbereitungen (Kleidung anlegen, eincremen, Sack packen) und unzähligen Toilettengänge ging es um 4:30 Uhr mit dem Shuttle Shuttle Richtung Kona. In der Area um das King Kamehameha Hotel wird in gewohntem, supergut organisiertem Ironman-Ablauf an diversen aufeinanderfolgenden Stationen alles durchlaufen. An jeder Station sind immer eine gewisse Anzahl von Helfern, die speziell für die Aufgaben an der Station zuständig sind.

Zugang nur für Athleten!

Alles läuft sehr ruhig, koordiniert ab. Ggfs. sind die Athleten schon in schweigsamer, etwas angespannter Pre-Race-Stimmung oder, ob der frühen Uhrzeit, einfach nur müde.

Erste Station:
Der Special-Needs-Bag BIKE (erhältlich bei Bedarf auf der Radstrecke in HAWI) und Special-Needs-Bag RUN (erhältlich bei Bedarf auf der Laufstrecke im Energy Lab) wird durch Volunteers (=freiwillige Helfer) abgenommen. Die nächsten Helferreihe hat die Aufgabe, zu prüfen, ob man den Chip anhat.
An der nächsten Station erhält man ein Klebetattoo mit seiner Startnummer fürs BodyMarking.

Next station:
Arm wird mit feuchten Tuch/Waschlappen gereinigt. Darf bis dahin NICHT eingecremt sein.

Next station:
Das Tattoo wird auf den linken und rechten Oberarm (oder wahlweise Unterarm) angebracht. Muss beim Schwimmen ersichtlich sein. An dieser Station gibt es parallele Tische, sodass die große Anzahl der Athleten zügig bedient werden können. Eine freie Helferin/Helfer hebt dann immer den Arm und bekommt den nächsten Athleten zugewiesen. Nehmen sich sehr viel Zeit, um es schön und ordentlich zu machen.

Next station:
Frau wird gewogen (aus datenschutzrechtlichen Gründen kann ich hier eigentlich nicht weiter ins Detail gehen – es war 3-stellig vor dem Komma, da es in lbs angegeben ist).

Next station:
Man wird eingecremt, was das Zeug hält: Sonnencreme wird durch behandschuhte Helferinnen wunschgemäß aufgetragen. Ich lasse diese Station zunächst aus, da ich noch in trockenem Zustand erst mein Rad checken will, sonst flutsche ich da rum wie ein Aal.

Next station:
Bevor man in die Wechselzone / Transitionzone kommt, gibt es eine Reihe von Helfern, die nur zur Begrüßung und zum Klatschen da ist.

Next station:
Entgegen meines gestrigen Kenntnisstandes, kann man die Wechselzone nun doch nochmal nach Belieben ablaufen. Sobald man allerdings zu den Wechsel-Beutel möchte, geht es restriktiv zu und es wird jeweils ein individueller Helfer zugewiesen. Du kannst also nur unter Beobachtung an Deinen Beutel und daran noch etwas verändern. Find ich ok. Meine Beutel hängen noch und warten ungeduldig auf ihren Einsatz.

Next station:
Nun kann man sein Rad checken. Das darf man alleine machen. Meines steht in einer großen Wasserpfütze, weil es gestern Abend auch noch in Kona kräftig regnete. (In Hawi und auf dem Highway davor, gab es übrigens massive Straßenüberflutungen!) Ich bin zittrig und weinerlich und habe somit genau die richtige Fassung, um Mitleid zu erregen und bekomme dadurch bereitwillig von einem Athleten beim Aufpumpen meiner Reifen geholfen. Typisch hilflose Frau halt und Danke, Mister Unbekannt. Gefüllte Flaschen, portionierte Riegel, Salztabletten und Gels werden in die Oberrohrtasche (=alias Kühlschrank) verstaut, bzw. direkt an den Rahmen mit Tesafilm geklebt. Hab da meine altbewährte Methode. Tacho-Check, Brems- und Gangschaltungscheck. Dann presse ich mich in meinen Swimskin und gehe nochmals zur Creme Station zurück: Dort gehen die dafür zuständigen Mädels NICHT sparsam mit der für das Meerwasser geeigneten um! Und wenn ich sage ÜPPIG, dann meine ich very very ÜPPIG! Die mir verabreichte Menge trage ich normalerweise in der gesamten Sommersaison auf! Aber: man braucht es unbedingt, schließlich ist man heute den ganzen Tag on the road !
Vaseline mehrfach ins Genick und unter die Arme. Man will möglichst keine Hautabschürfungen und Verbrennungen, durch Reibestellen mit Stoff oder Salzwasser in Hautfalten bekommen. Mittlerweile ist die Sonne aufgegangen, es ist lauter geworden, Hubschrauber fliegen. Countdown für die Profimänner, die ich während meinem Ablauf gar nicht gesehen habe. Nur mal Daniela Ryf, als sie SELBST Ihr Rad aufgepumpt hat. Kanonenschuss und los geht’s. 5 Minuten später die Profifrauen. Die endlos vielen Agegroupmänner dürfen ins Wasser. Leute, das wird zeitlich eng! Die ersten sind schon an die Startlinie vorgeschwommen. Viele sind noch an Land. Stau! Wenn die sich nicht tummeln, dann gibt es für einige einen Landstart!
Ich positioniere mich press vorne bei den Frauen.
7:00 Uhr Erneuter Kanonenschlag und weg sind die Männer
7:20 Uhr sind wir Frauen dran.
Ich bin die Ruhe selbst. Meine Nervosität ist komplett weg. Ich will das hier! Schwimme an die Startlinie und halte mich eher links auf. Ein Aloha-Schrei von mir und kurz darauf unser Kanonenschlag. Ich versuche die ganze Zeit sauber und gleichmäßig meinen Bleientenschwimmstil durchzuziehen und halte mich erfolgreich aus jeder Karambolage und Schlägerei raus. Wenn es eng wird, gehe ich kurz in Brustarmzüge über und checke die Lage ab.Manchmal muss ich weiter nach links einen Bogen schwimmen. Der Wellengang ist unterschiedlich stark, aber durchaus machbar. Das Salzwasser ist ok, musste nur zwei Mal versehentlich einen vollen Mund nehmen. Ums Body Glove Boat rum und zurück zum Pier. Immer wenn es hektischer wird oder sich ein Pulk bildet, merkt man, dass wir grade paar Männer ein- und überholen. Hier möchte ich anmerken, dass die Agegroupmänner 20 Minuten vor uns gestartet sind. Also insofern, für mich sehr motivierend. Ich werde voraussichtlich NICHT „Last person out of water“ (=letzte Person, die aus dem Wasser kommt) sein! Die Brille bleibt dicht, ich kriege keinen Schlag ab, die Krämpfe bleiben aus. Alles PERFEKT soweit! Und dann das unvermeidliche: der Wasserausstieg. 1.Disziplin ist geschafft. Ich freue mich lautstark. Dusche, Beutel, ab ins Zelt. Dort wird man von zahlreichen Helferinnen freundlich und geduldig unterstützt und auf Wunsch nochmals eingecremt.

Danke, Danke, Danke, MALOHA !

Mit den Schuhen in der Hand, renne ich die nicht enden wollende Strecke bis zum Rad. Ich finde es auf Anhieb und los geht’s. Bis zur mountline (=Aufstiegslinie) wird es noch geschoben, aufgesattelt und los geht’s. In der Stadt selbst ist viel Publikum und Stimmung. Die Steigung der Palani Road kriegt man nur nebenbei mit, bzw. ist durchaus machbar. Man muss halt aufpassen, dass man nicht überzieht. Später auf dem Highway Richtung Hawi wird es sehr einsam und relativ still, aber leider NICHT windstill! Die Strecke ist weitestgehend für den Verkehr gesperrt bzw. nur einspurig befahrbar. An Kreuzungen stehen vereinzelt Menschengruppen und feuern uns an. Vereinzelte Stimmungsnester von diversen Sportartikel-Hersteller bringen Abwechslung und Ansporn ins Geschehen. Ca. alle 11 Meilen gibt es Verpflegungsstände mit einer großen Anzahl an Helfern. Bei fast jedem Stand nehme ich eine Wasserflasche auf, um meinen Kopf und Rücken zu kühlen. Ich bedanke mich lautstark und mehrfach mit MAHALO an jedem Stand. Die Helfer freuen sich abartig darüber und schreien ihrerseits motivierend zurück. Mein Tacho zeigt 58 Kilometer. Sebastian Kienle, als zu diesem Zeitpunkt führender Mann, kommt mir schon von HAWI entgegen gebrettert. Nee, das hat keinen Einfluß auf meinen Gemütszustand. Vom Winde verweht (kommt leider Großteils und nicht unerheblich von vorne), kämpfe ich mich weiter. Spendiere hier und da einen Blick in die wunderschöne Lava-Landschaft und bin trotzdem achtsam auf den Fahrbahnbelag, auf Windböen und versuche, Gedanklich nicht weg zu driften. Nicht dass ich aus Unaufmerksamkeit Windschatten fahre!
Mein Tacho zeigt 67 Kilometer. Daniela Ryf, unangefochtene Leaderin kommt mir entgegen. Die anderen Profis folgen jeweils in kurzen Abständen. Haben allerdings einen solchen Karacho drauf, dass ich leider keine Autogrammanfrage äußern kann.
Ich sehe es mit gemischten Gefühlen: Endlich habe ich mich nach HAWI hochgestrampelt und schade eigentlich, die Hälfte der Strecke ist schon rum. So jetzt sollte eigentlich schöner Rückenwind angesagt sein. Doch das hält nicht lange an. Böige Seitenwinde kommen mitunter auf. Der Wind hat gedreht. Der nun eigentlich vorgesehene Rückenwind kommt mir voll entgegen. Die Pace ist untergalaktisch. Aber so bleibt mehr Zeit zum Freuen, hier zu sein! Ich bin auf HAWAII !!!!!!!!
Ich lasse keine Verpflegungsstand aus: immer die leere Wasserflasche abwerfen, evtl. leere Gelpackung abwerfen und neue Wasserflasche aufgreifen. Immer mehrmaliges und lautes MAHALO (=danke). Was allerdings zwischenzeitlich durch Blackouts meinerseits auch zum MALAHO und MAHOLA wird. Egal, die wissen was ich meine. Die freuen sich alle – zum Teil sogar bedenklich wahnsinnig, um nicht zu sagen, die sind am Ausflippen! Vielerorts wird gerufen „good / great job“ und „go on – you move it“. Immer wieder Wasser übern Helm. Regelmäßige zeitorientierte (alle 30 Minuten) Getränke- und Nahrungsaufnahme. Alle 1,5 bis 2 Stunden nehme ich eine Salztablette. Allerdings kann ich ziemlich bald keine Riegel mehr aufnehmen und muss auf Gel und Cola umsteigen. Und selbst das will geschmacklich nicht mehr an mich ran! Mich gelüstet nach anderem. Bei Kilometer 128 denke ich zum ersten Mal an ein schönes fettes, Pfälzer Leberwurstbrötchen. Doch ich ermahne mich: das ist jetzt nicht zielführend und schon gar nicht realistisch und auf HAWAII schon drei Mal gar nicht. Man kann sich die Cola auch „schön“ trinken. Alles läuft glatt. Selbst die teils heftigen Seitenböen zwingen mich nur temporär zur Schräglage und ich konnte lange Strecken keine Aeroposition fahren. Aber Unfälle, gefährliche Manöver und Pannen bleiben zum Glück komplett aus für mich.
Zu Beginn der Radstrecke konnte ich noch viele Athleten überholen (auch Männer) nach Hawi, ging außer Positionsverwaltung nichts mehr, bzw. wurde ich auch wieder mehrfach überholt. Egal. Ich bin ja schließlich hier auf Hawaii! Nicht auf einem wirklichen Wettkampf, wo man bis aufs Blut alles geben muss – jedenfalls hab ich hier diese Einstellung! Die letzten Kilometer führen wieder durch die Stimmungsvolle Stadt mit häufigen „good job“ und „you do it“ – Zurufen! Wahnsinn! Letztendlich im Ziel angekommen, steige ich vom Rad und tätschle selbiges nochmals (good job, my lovely friend! = gute Arbeit, lieber Kamerad). Bin den Tränen mehr als nahe. Das Rad wird mir abgenommen, ich bedanke mich und ziehe meine Schuhe. Mit letzteren in den Händen renne ich durch die schier nicht enden wollende Wechselzone. Ist eigentlich ganz gut, da werden die Stamperle gleich mal durchgeschüttelt.
Wie sollte es anderes sein: der Wechselbeutel wird mir von einer eigens dafür zuständigen Helferin gereicht. Ich: ab ins Zelt. Rushhour! Zig Helferinnen wuseln mehr als hilfsbereit und freundlich herum und das in einer klimatisch und geruchsbelasteten Atmosphäre, die ich als solche im Trubel nicht wahrnehme, die aber aufgrund der hohen Frequention von halb-verbrauchten Athletinnen wohl vorherrschen muss! Nachträglich nochmals Chapeau, was diese Helferinnen auf sich nehmen.
Laufschuhe an, mit neuen Salttabs und Gels bestückt mit Trinkwasser versorgt wird mir der Beutel abgenommen. Das werte ich als ehr gutes Zeichen: bin also trotz der Hitze gut hydriert! Am Zeltausgang lass ich mich nochmals eincremen. Ratet mal:ja, genau von einer eigens dafür vorgesehenen, hyperfreundlichen Helferin. Es ist unglaublich! Ich werde mit dem Bedanken und Grinsen gar nicht mehr fertig! Meine Wechselzeit ist untergalaktisch. Aber:Ich bin schließlich auf HAWAII! Es geht auf die Laufstrecke. Auch hier lasse ich KEINE Verpflegungsstelle aus und nehme wir, was ich kriegen kann. Batschnasse, kühle Schämme in die Hand und ins Genick. Wasser in und auf den Kopf, Eis unters Shirt. Nochmals Schluck Cola und Schluck Wasser. Nochmals Wasser übern Kopf.

Und zwischendurch MAHALO-Rufe meinerseits.

Danach wieder in Trabschritt mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, je nach Steigung.
Anfeuerung am Straßenrand durch die Anwohner, die sich zum Teil mit Gartenschäuchen bewaffnet haben. UND – Tipp vom alten und erfahrenen Wüstenlaufhasen (Betonung liegt eher auf alt) jeweils einen Schwamm links und rechts in die Hand nehmen und in den Schwamm jeweils einen Eiswürfel. Ich weiß nicht mehr, wo ich das gelesen habe, oder wer mir das gesagt hat. Aber dadurch wird der Blutkreislauf runtergekühlt und das ist unheimlich wichtig, um die Körperkerntemperatur im Lot zu halten. Ich bin so dankbar, dass mir dieser Einfall / dieses Wissen nochmals zur rechten Zeit gekommen ist. Halleluja! Das hat die Laufstrecke echt machbar und sogar durchaus erquicklich gestaltet!
Mein bei jedem Verpflegungsstand gerufene MALAHO wird restlos ersetzt durch ein jedem Helfer gewidmten innbrünstiges „I love you“-Rufen. Und das ist zum Teil herzlichst und aufrichtig so gemeint und schalt mir freudig auch wieder entgegen. Sie alle retten mich durch den Tag. Sie alle ermöglichen mir das hier. Dadurch, dass die Verpflegungsstellen ca. 1,6 Kilometer kommen gestaltet ich der Marathon als sehr kurzweilig. Jedoch ziehen sich die Kilometer schon ab und an. Entgegen aller Vorhersagen und Befürchtungen erweist sich das berühmte Energy Lab für mich aber als gar nicht kritisch, ja sogar eher harmlos und kurzweilig. Zumindest nicht um diese fortgeschrittene Uhrzeit. Es war schon nach 17 Uhr. Die Temperaturen waren schon moderater. Beim Einbiegen ins Energy lab Stimmungsmache und Musik ohne Ende. Man wird voll gepusht. Unter anderem werden uns bei Cliff überdimensionale Sponges (=Schwämme) gereicht! Da braucht man wirklich zwei Hände um die tragen zu können. Es ist der Wahnsinn. Voll mit eiskaltem Wasser, hebt man sich fast den Bruch. Die Dinger wiegen leider 2 Kilo und sind in leer-ausgedrücktem Zustand. Leider auch so groß, dass ich sie schwerlich in den Koffer kriegen würde J Darum entsorge ich sie nach Gebrauch in einen Mülleimer im Energy lab. Es geht erst mal direkt runter mit Blick aufs Meer und die untergehende Sonne. SUPER! Wo gibt es sowas derart schönes sonst noch auf der Welt ?!?!? Ich kriege Gänseaut. Dann macht die Strasse einen 90-Grad-Rechtsknick und man läuft nochmals ca. einen Kilometer bis zum Wendepunkt.

Oha und plötzlich: der Wind bläst einem voll ins Gesicht.

Jetzt leuchtet mir ein, warum die Profis und die früheren Starter so einen Horror vor dem Energy lab haben. Ich gehe davon aus, bei sengender Sonne und eben solcher Hitze werden einem regelrecht die gesamte Gesichts- oder Körperbehaarung abgefackelt. Zum jetzigen Zeitpunkt für uns Läufer allerdings kein Thema. Allerdings nimmt das Tageslicht ab und uns wird ein Neon-Leucht-Reif gereicht. Ich trage meinen um den Hals. Die Kilometer werden runtergezählt, die Dunkelheit nimmt zu. Mir kommen immer noch vereinzelte Läufer entgegen. Ich hingegen habe noch eine zweite Luft und laufe streckenweise mit einer anderen Athletin das gleiche Tempo. Immer mal wieder ist sie vorne oder ich. Wir unterhalten uns kurz. Es ist ihr erster Start hier. Wir motivieren uns schweigend gegenseitig.Wir holen einen um den anderen Athleten/Athletin ein. Die verbleibenden Kilometer zeihen sich nun doch noch. Am letzten Verpflegungsstand muss sie dann doch drosseln. Ich kann jetzt nicht mehr stehenbleiben, sonst machen die Beine zu. Später im Athletsgarden treffen wir uns dann übrigens wieder. Es wird immer dunkler. Ich versuche mich darauf zu konzentrieren jetzt ja nicht zu stolpern. Es läuft flüssig. Kilometer 38 Stimmungsnest Hannes-Gruppe. WAHNSINN. Die pushen bis spät in den Abend. Unglaubliche Stimmung. Laufe rein in die Stadt. Ein steiles Stück 500 Meter Stück die Palani Road runter: Time to fly.

Dann nochmals links und nach einem endlosen Stück rechts und wieder rechts auf den Alli Drive.

Etwas entfernt sieht man das erleuchtete, überdimensionale Ironman-I.

Allerorts„good job“ / „great job“ –Rufe. Zuschauer und Fußgänger ohne Ende. Anerkennende Blicke, freudiges Zunicken, Lächeln.

Der Zielkanal: unbeschreiblich. Ich drossle bewusst das Tempo. Ich klatsche unzählige Hände (zu dem Zeitpunkt habe ich keine Gedanken an Hygiene, etc.) rechts und links ab. Die Zuschauer trommeln an die Seitenwände. Ein Lärm und eine Stimmung. Beleuchtung, Musik. Das sind meine LETZTEN Schritte!

Ich geniesse diesen Moment ganz bewußt. Ich bin so dankbar für alles. Ich bin so dankbar gefinisht haben zu dürfen. DAS war mein größter Traum hier.

Nicht nur Ironman Hawaii, sondern FINISH beim Ironman Hawaii. Dieser Traum wurde mir erfüllt / habe ich mir erfüllt!

MAHALO NUIfor all and to all!

Sofort nach dem Zieleinlauf führen mich 2 mir zugewiesen / parat stehende Helfer weg in Richtung Erstverpflegung (Wasser, Cola, Schwamm) und schliesslich Richtung Athletsgarden.

Die Helfer verabschieden sich am Eingang zum Afterrace-Bereich. Ich bin selbständig gehfähig und fühle mich gut.

Ein Helfer nimm mir den Chip ab.

An einer Station bekomme ich meine überdimensionale Medaille und das Finishershirt. Herzliches „Congratulations“ und „Good job“ vielerorts.

Ich hole mir läufergerechte Zielverpflegung (?! ): frischgebackene Berliner. Auf die Pommes, die dazu gereicht werden, habe ich keinen Appetit.

Derart gestärkt, gehe ich im Zickzack durch die am Boden auf Strohmatten liegenden Athletenpulks. Es ist eine glückliche, erschöpfte Stimmung, unter Palmen auf Rasenflächen. Paradiesgarten hinter dem King Kamehameha Hotel halt.

Ich lasse mich fotografieren und treffe auf meine temporäre Laufpartnerin.

Ich entschuldige mich bei ihr, aber sie meint, dass es absolut richtig und okay für sie war. Ich solle mir bloß keine Gedanken machen. Im Gegenteil: Sie bedankt sich für das streckenweise zusammen / nebeneinander her laufen. Wir liegen uns grinsend in den Armen.

Trotzdem bekomme ich kurzerhand einen Priority-Checkout und darf an der Schlange vorbeigehen. Ist eine gute Nummer, muss ich mir merken!

Im Hotel – wie sollte es anders sein- wird erst mal schnell geduscht und der Kühlschrank geplündert.

Leider muss ich anmerken, dass ich auf meiner persönlichen rückseitigen Ansicht ein massiver Sonnenbrand – trotz mehrfachen, üppigem Eincremen –verewigt hat.

Meine Füße sind so aufgequollen und schrunzelig wie ein frisch geborenes Baby. Ich laufe wie auf Eiern, aber ansonsten geht mir mehr als TOP !!!!

Nun folgt bei einer leckeren deftigen Brotzeit ein ausführlicher gegenseitiger Austausch über das Erlebte und auch über den spektakulären Ausgang des Profirennens.

Aloha,

Susi

Mit diesem Rennbericht ist die Serie abgeschlossen. Vielen Dank fürs Lesen :-)

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