Mit viel Freude bei der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii am Start.
Im Gespräch mit...Susanne Harz, Triathletin.

Susanne Harz beim Gespräch in Speyer
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Speyer. Waldsee. Susanne Harz ist eine sportliche Frohnatur. Immer fröhlich und mit einem Lachen unterwegs. Die 46 jährige gebürtige Speyerin, wohnhaft in Waldsee, startet in den nächsten Tagen zu einer Reise nach Hawaii.

Im Jahr 2018 hat Susanne Harz bisher zehn Wettkämpfe auf den unterschiedlichen Triathlondistanzen absolviert. Dabei erreichte Sie neunmal das Podest ihrer Altersklasse Damen 45, sechsmal den ersten Platz. In Zürich gelang ihr mit dem Sieg die direkte Qualifikation für Hawaii.

Auf Big Island wird sie zum zweiten Mal nach 2017 bei den Ironman Weltmeisterschaften als Altersklassenathletin an die Startlinie schwimmen. Die Aufgabe: 3,9 Kilometer Schwimmen im offenen Meer, 180 Kilometer auf dem Rad durch die Lavalandschaft und ein Marathon über 42,195 Kilometer. Ständige Begleitung: Starke Winde, heiße Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit.

1978 wurde der erste Ironman mit 15 Teilnehmern ins Leben gerufen, 1979 war die erste Frau am Start. 2017 waren 2373 Teilnehmer dabei.

Susanne, erklär kurz was Du machst?

Ich bin eine Frau, die neben einem Job im IT-Bereich gern und viel Sport macht. Der besondere Reiz am Triathlon ist die Kombination Schwimmen, Rad und Laufen. Der Wechsel der Disziplinen. Das Adrenalin beim Umziehen. Das ist beim Training eher selten. Die ganze Wettkampfatmosphäre. Mein großes Hobby. Meine Leidenschaft. Und jetzt starte ich wieder bei den Weltmeisterschaften auf Hawaii. Unglaublich.

Was ist dein Ziel am 13. Oktober auf Big Island?

Das Rennen mit meinen realistischen Zielen und meinen persönlichen Anforderungen beenden. Dazu viel Spaß haben, das Rennen genießen und Gesund bleiben. Der Weg ist das Ziel, das ich mit meiner direkten Qualifikation für Hawaii erreicht habe.

Auf was freust Du dich am meisten?

Im Wasser endlich die Schildkröten zu sehen.

Bei Schwimmtraining im offenem Wasser gibt es eine schwimmende Kaffeebar. Dort wird im Wasser ein kurzer Pausen-Espresso gereicht. Danach wird weiter geschwommen. Es wird einfach soviel für uns Sportler gemacht.

Den Spirit des Ironman auf Hawaii zu erleben. Begeisterung. Herzblut. Die positive Anspannung der Sportler aus der ganzen Welt zu spüren. Jeder der hier ist, hat viele Opfer gebracht. Jeder seine Reise hinter sich. Lauter sportliche Menschen, die genau so verrückt sind wie ich. Die Helfer, die das Rennen unvergesslich für mich machen. Die haben die Arbeit, ich den Spaß. Wahnsinn. Wildfremde Menschen, die mir zujubeln. Stundenlang. Einfach unvergesslich. Einmal dort gewesen will man immer wieder hin. Ich bekomme gerade wieder Gänsehaut.

Wirst Du bei dem Rennen 2018 etwas anders machen als beim letzten Mal?

Da jedes Rennen am gleichen Ort sich komplett anders gestaltet, mache ich mir da keine große Gedanken. Das ist nicht vergleichbar. Andere Wasserströmungen, Fahrtwinde. Lauftemperaturen oder Athleten. Das Rennen entscheidet unterschiedliche Faktoren und vor allem auch die Tagesform.

Vielleicht ziehe ich trockene Laufsocken nach dem Radfahren an. Ich hatte ganz heftige Blasen. Und vielleicht stecke ich ein schönes Stück Brot in meine Verpflegungstasche. Was Herzhaftes im Gegensatz zu den ganzen süßen Riegel und Gels. Letztes Jahr hatte ich Gelüste nach Leberwurst.

Wie waren die Bedingungen für die Vorbereitung in diesem Sommer für Dich hier in unserer Region?

Mein Lauftraining ist immer in den Nachmittagsstunden, da war die größte Hitze. Morgens früh mache ich gerne Einheiten nur für mich. Da muß ich einfach raus. Der Zeitungsausträger von Waldsee und ich. Die Morgenstimmung gibt mir sehr viel. Die Ruhe. Die sehr gute Luft. Mein Ausgleich, meine Tiefenentspannung.


Wie hoch sind deine Trainingskilometer pro Jahr?

Da habe ich erstmal meinen Computer auswerten müssen. Ich schwimme pro Jahr ca. 260 Kilometer, sitze 10000 Kilometer auf dem Rad und laufe ca. 2500 Kilometer. Im Schnitt ist es eine Trainingseinheit pro Tag. Dazu kommen die Wettkämpfe während der Saison. Auch beeindruckend für mich, wenn ich mir die Statistik selbst anschaue.

Ich habe einen Trainingsplan mit jeweils drei Belastungs- und einer Entlastungswoche. Dieser Plan zeigt meine Einheit an. Allerdings steht an erster Stelle, was mir mein Körper signalisiert. Manchmal mehr, manchmal weniger. Da kriegt der Plan eine gewisse Individualität. Der Fokus lag klar auf Zürich, danach auf Hawaii. Mein Formerhalt steht jetzt im Vordergrund. Über all die Jahre hat sich bei mir auch ein Trainingserfahrung entwickelt. Wichtig ist, dass der innere Schweinehund leise bellt und ich immer die Kurve zum Training kriege.

Wie war dein sportlicher Weg zum Ironman?

Das ging alles vor rund 30 Jahren mit dem Kurzstreckenlauf los. Dort habe ich mich dann auf längere Strecken bis zu den Ultraläufen entwickelt. Dann kam Schwimmen und Radfahren als Ausgleichstraining dazu. Und im Triathlon habe ich mich von der Sprintdistanz über die Jahre zur Langstrecke entwickelt. Sport und Bewegung gehören schon immer zu meinem Alltag. 2016 reifte das erste Mal der Hawaii Gedanke in mir.

Für dieses Jahr habe ich mir Zürich für die Qualifikation rausgesucht. Ist ein schönes Rennen in der Nähe. Dort kann mein Freund und ich auch einiges anschauen.

Wie lange bis Du beim Ironman unterwegs?

Ich bin ein verlässlicher ausdauernder Diesel. Kein Rennpferd, dafür konstante und verlässliche Renngeschwindigkeit. Es macht mich ein bisschen stolz, dass ich alle meine Rennen beendet habe. Ich möchte nicht überziehen. Ich schwimme 1:22h, sitze knapp 6h auf dem Rad und laufe den Marathon in so 4 Stunden. Auf der Renndistanz sind dieses Jahr genau 7 Frauen aus Deutschland in meiner Altersklasse unter 2373 Startern gemeldet. Das freut mich sehr. Auch das der Schlusswagen genug Abstand hat.

Kriegst Du von den Profis beim Rennen etwas mit?

Ja, einmal saust der Sebastian Kienle beim Laufen oder ein anderer Profi auf der Strecke an mir vorbei, da muss ich aber schon ganz genau schauen, wer das ist. Bin dann doch eher auf mich konzentriert.

Was denkst Du, wer gewinnt dieses Jahr?

Bei den Frauen wird es bestimmt wieder Daniela Ryf sein. Bei den Herren wünsche ich den Sieg Sebastian Kienle. Patrick Lange und Lionel Sanders haben auch große Chancen. Auch wenn er dieses Jahr fehlt - Andreas Raelert würde ich einen Sieg auf Hawaii wünschen und gönnen.

Schaust Du Dir auf Hawaii noch etwas an?

Letztes Jahr haben wir noch eine große Inseltour gemacht, waren bei den Trainings schon viel unterwegs. Vielleicht gönnen wir uns einen Helikopterflug über Big Island. Mal sehen.

Susanne, ich wünsche Dir für dein Rennen viel Glück und ganz viel Spaß. Komme gesund wieder zurück. Danke für das Gespräch.

Vielen Dank, ich werde berichten wie es war.

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