Zweiter Klimaschutztag in Speyer
Speyrer Nachhaltigkeit zum Anfassen

Elena Gänßler (rechts), Projektmanagerin bei der Stadt Speyer, erklärt einer Bürgerin das neue Pfandsystem.
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Speyer. Klimafreundliche Ernährung, Nachhaltigkeit und Müllvermeidung spielten am Samstag beim zweiten Klimaschutztag in Speyer eine große Rolle.  Das breitgefächerte Angebot von rund 30 Vereinen, Einrichtungen und Institutionen auf dem Berliner Platz zeigte,  wie Nachhaltigkeit in der Domstadt aktiv gelebt werden kann oder bereits gelebt wird. Der Klimaschutztag ist eine Veranstaltung des Stadtteilvereins Speyer-West. 

5000 Einwegbecher am Tag

5000 Einwegbecher werden laut Stadtverwaltung in Speyer Tag für Tag ausgegeben. Die Stadt Speyer will mit ihrer neuen Aktion „Bleib deinem Becher treu“ den Müll in der Domstadt bekämpfen. Elena Gänßler, Projektmanagerin bei der Stadtverwaltung, hat selbst die Erfahrung gemacht,  dass die Domstadt ein Problem mit Einwegbechern hat. Englang des Woogbachs, auf Park- and Ride-Parkplätzen, in den Grünanlagen der Stadt, auf der Maximiliansstraße und vor dem Dom - überall findet man die Becher aus Pappe.  "Viele Pappbecher sind mit Kunststoff beschichtet", erzählt Gänßler einer Bürgerin. Diese Pappbecher vergammeln also nicht einfach, sondern bleiben viele Jahre liegen, wenn sie niemand aufhebt und entsorgt. Das neue Pfandsystem in Speyer soll Menschen dazu bewegen, ihren eigenen Kaffeebecher mitzubringen. Bürger können die Becher ab sofort in vielen Geschäften erwerben und befüllen lassen. Ein entsprechendes Logo ist an den Schaufenstern zu finden.

Regional, saisonal und klimafreundlich

Ein Kernangebote des Klimaschutztages war die Unterstützung bei kleineren Reparaturen und Wartungsarbeiten am eigenen Fahrrad. Das Repair-Café war vor Ort. Die Wanderausstellung "Klimagourment" vom Energiereferat Frankfurt widmet sich der Ernährung und ihrer Auswirkung aufs Klima. Anhand von Schautafeln, Rätseln und Schätzfragen konnten die Besucher in Speyer  die CO2-Auswirkungen von Lebensmittel ermitteln und visuell erfahren. 
Wer zwei Mal in der Woche vegetarisch, regional, biologisch und saisonal kocht, kann im Jahr 299 Kilogramm CO2 einsparen. Wenn man bedenkt, dass ein deutscher Bürger durch seine Ernährung eine durchschnittliche CO2-Emission von 1350 Kilogramm verursacht, kann der Einzelne viel zum Klimawandel beitragen. Beispielsweise indem er heimischen Honig kauft. Der Imkerverein Speyer bot Versucherle seines Honigs an und informierte über das Bienensterben. 

Die Bürger konnten ihre Plastiktüten gegen wiederverwendbare Tragetaschen eintauschen oder sich bei den Stadtwerken über das Thema Energie sparen informieren. "Ich war schon bei der Premiere im letzten Jahr. Ich finde es klasse, was hier auf die Beine gestellt wurde", sagt Hilde Weber. Sie ist mit ihrem Mann gekommen, um sich zu informieren. "Mich treibt vor allem der Müll auf den Grünflächen in der Stadt um", erzählt sie. "Das Essen ist aber auch sehr gut", schwärmt sie. 
Für 50 Cent konnten die Besucher unter dem Motto "Aufgetischt" sich durch ein klimafreundliches Essensangebot probieren.  Gegessen wurde mit eigenem mitgebrachtem Geschirr. Wer keins dabei hatte, konnte Geschirr leihen.   Ganz ohne Plastik kam aber auch der Klimaschutztag nicht aus. Aber darum ging es gar nicht. Vielmehr wollten die Vereine und Einrichtungen ohne moralischen Finger zeigen, dass Klimaschutz mit Kleinigkeiten beginnt. Das ist ihnen gelungen, war die einhellige Meinung der Besucher. jlz

Autor:

Julia Lutz aus Germersheim

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