Aufruf an Schulen und Gruppen zur Teilnahme am diesjährigen Tag der Artenvielfalt
„Natur verbinden – Vielfalt erhalten“

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Speyer. Es ist wieder soweit: Von April bis Juni diesen Jahres können sich Kinder und Jugendliche mit fachkundiger Unterstützung auf die Suche nach den Pflanzen und Tieren machen, die in und um Speyer leben. Daneben gibt es verschiedene Angebote, die allen Interessierten offen stehen.

„Wir setzen uns in Speyer engagiert für den Erhalt biologischer Vielfalt ein. Daher ist es uns ein besonderes Anliegen bei Kindern schon von klein auf die Begeisterung für die Natur zu wecken“, sagt Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler und freut sich darüber, dass das beliebte Exkursionsprogramm bereits zum achten Mal angeboten werden kann. In diesem Jahr stehen erneut Exkursionen zu Wald, Weiher, Bach, Sanddüne und Wiese zur Auswahl. Auch das Spezialangebot „Von wegen prima Klima – Wald und Klimawandel“ für Schüler der 7. bis 13. Klasse kann wieder gebucht werden, ebenso wie die Exkursionen der Stadtimker zum Thema „Rund um die Honigbiene“. Begleitend zu den Exkursionsangeboten bietet die Stadtbibliothek Speyer von April bis Juli in der Villa Ecarius zu den üblichen Öffnungszeiten eine Ausstellung mit Büchern zu den Lebensräumen Wasser, Wald und Wiese, Bestimmungsliteratur für Tiere und Pflanzen und vieles mehr an.
Am Sonntag, 26. Mai, von 14 bis 16.30 Uhr führt die Radtour „Unterwegs mit den Augen der (Wild)bienen“ zusammen mit den Stadtimkern, der Biologin Susanne Mayrhofer und dem Seniortrainer Hans Wels zum Lehrbienenstand nach Dudenhofen. In Zusammenarbeit mit dem Seniorenbüro Speyer findet am Mittwoch, 12. Juni, von 10 bis 11.30 Uhr eine Exkursion für Rollatorfahrer zum Mittellacheweiher bei Schifferstadt statt. Thema sind Weiher, Wald und Wegesrand als Standort von Pflanzen, die in Küche, Volksmedizin, Hausbau und Zauberei vielfach Verwendung fanden und auch heute noch genutzt werden.
Organisiert wird der Speyerer Tag der Artenvielfalt durch ein Team aus Mitarbeiter der Stadt Speyer der Stadtbibliothek und der Abteilung Umwelt & Forsten sowie Mitgliedern der Rucksackschule des Forstamtes Pfälzer Rheinauen, der Forschungswerkstatt Natur-Kunst-Technik e.V. und den Stadtimkern Speyer.
Das diesjährige Thema „Natur verbinden – Vielfalt erhalten“ soll auf die zunehmende Verinselung von Lebensräumen hinweisen. Dieses Problem zeigt sich sowohl in den Städten als auch in ihrem Umland. Innerstädtisch führt der Rückgang von Grün- und Gartenflächen nicht nur zu einer Verschlechterung des Stadtklimas, sondern erschwert auch der heimischen Tierwelt das Überleben. Je größer das innerstädtische Netz aus Bäumen, Hecken, Gärten, Parks, kleinen Gewässern, ungenutzten Randflächen usw. ist, desto besser können sich Vögel, Insekten und andere tierische Stadtbewohner mit Nahrung und Lebensraum versorgen. Ist die Wegstrecke über Beton und Asphalt zu groß, werden isolierte Grüninseln nicht mehr aufgesucht. Stadtgrün geht nicht nur in der Gesamtfläche zurück sondern verliert auch an Qualität, insbesondere an Artenvielfalt.
Auch im Umland führt die Umnutzung von Flächen zur Verinselung von Lebensräumen. Feldgärten und Streuobstwiesen werden aufgegeben. Es entstehen neue Wohn- und Gewerbegebiete am Stadtrand. Straßen, Wege und Freizeitstätten werden neu gebaut. Durch Intensivierung der Landwirtschaft, zum Beispiel beim Folienanbau, kann auch die Ackerlandschaft von der heimischen Tierwelt immer weniger genutzt werden. Ähnliche Effekte können Störungen durch intensive Freizeitnutzung haben. Auch hier ist es wichtig, ein Netz aus Lebensraumbiotopen und dazwischenliegenden Verbindungsstrukturen zu erhalten oder wiederherzustellen. Verinselung bewirkt auch hier einen Rückgang der Artenvielfalt. Die Exkursionen im Rahmen des Speyerer Tags der Artenvielfalt führen zu Lebensraumbiotopen in und um Speyer, die Teil einer innerstädtischen oder sogar überregionalen Biotopvernetzung sind.
Herzlich eingeladen sind wieder Speyerer Schulklassen aller Schularten von der 1. bis zur 13. Klasse, Schüler-AGs sowie alle Speyerer Kinder- und Jugendgruppen (ab sechs Jahre). Die teilnehmenden Klassen und Gruppen können im Zeitraum von April bis Juni, an einem frei wählbaren Termin, einen der verschiedenen Lebensräume unter die Lupe nehmen. Bei ihrer Artensuche draußen werden sie kostenlos von naturkundigen Fachleuten begleitet, die die Organisatoren auf Anfrage vermitteln. Alle Angebote sind für die Teilnehmer kostenfrei, was durch die Unterstützung der Stadt Speyer, der Stadtwerkestiftung für erneuerbare Energie & Umwelt sowie des Fördervereins Rucksackschule möglich ist. Info-Faltblätter mit Anmeldeformularen zum Speyerer Tag der Artenvielfalt liegen bei der Stadtbibliothek Speyer sowie der Stadtverwaltung Speyer Abteilung Umwelt und Forsten aus. Sie können bei netzwerkumweltbildung.speyer@t-online.de angefordert oder auf der Homepage der Stadt Speyer heruntergeladen werden.
Der Speyerer Tag der Artenvielfalt geht zurück auf eine Initiative des GEO-Verlages in Hamburg und fand erstmalig 2003 statt. 2005 erhielt das Speyerer Konzept den rheinland-pfälzischen Umweltpreis. Der Speyerer Tag der Artenvielfalt findet kontinuierlich alle 2 Jahre statt und erreicht eine große Teilnehmerzahl. 2017 waren auf 71 Exkursionen knapp 1400 Teilnehmer in der Speyerer Natur unterwegs. ps

Das diesjährige Thema „Natur verbinden – Vielfalt erhalten“ soll auf die zunehmende Verinselung von Lebensräumen hinweisen. Dieses Problem zeigt sich sowohl in den Städten als auch in ihrem Umland.  Fotos: Stadt Speyer

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