Ein Leben für Tiere
Susanne Bischoff aus Rockenhausen gibt „unrentablen“ Tieren ein neues Zuhause

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Liebe Leser und Leserinnen, haben Sie sich auch schon einmal gefragt, was Bauern in der Massentierhaltung mit Tieren machen, die zu schwach oder zu krank sind für die Produktion?

Wahrscheinlich nicht. Sie sehen wohl nur die Produkte, wie Schnitzel, Milch und Käse im Supermarktregal und machen sich keine besonderen Gedanken, was eigentlich dahintersteht.

Man hört und liest zwar viel im Internet oder im Fernsehen, von Tierschützern und von schlimmen Verhältnissen in der sogenannten Massentierhaltung, aber man hört und liest auch von gesetzlichen Regelungen und Organisationen, die sich darum kümmern, das alles schon seinen rechten Weg geht. Denn Massentierhaltung ist in der tierischen Nahrungsproduktion ein scheinbar alternativloses Produktionsinstrument, mit all seinen Vor- und Nachteilen, aus Sicht der Produzenten wohl eher Vorteile und ebenso für den Konsumenten, denn es garantiert scheinbar unbegrenzte Quantität und Qualität zu niedrigen Preisen.

Ich kann Ihnen, liebe Leserinnen und Leser nur empfehlen, sich selbst ein Bild zu machen und im Internet zu schauen, was es zu diesem Thema alles zu berichten gibt.
Google-Suche "Massentierhaltung in Deutschland"

Ich möchte hier insbesondere auf die Nachteile, im konkreten Fall auf die kranken oder schwachen Tiere eingehen. Denn diese werden rigoros aussortiert, geschlachtet oder gleich der Tierverwertung zugeführt. Denn ein schwaches oder krankes Tier ist nicht geeignet für die gewinnorientierte Produktion. Denn es braucht besondere Aufmerksamkeit, Zeit und überdurchschnittlich viel Investitionen in Gesundheitsprävention und ärztliche Behandlung. Und das drückt den Ertrag. Das kann man den Produzenten und Bauern auch nicht Übel nehmen, denn diese stehen unter dem besonderen Druck des scheinbar freien Marktes und kalkulieren immer scharf auf Kante. Da bleibt kein oder kaum Spielraum für Gefühle oder Moral. Obwohl einige Bauern diese Problematik erkennen und dennoch versuchen, hier einen Kompromiss zwischen Tierwohl und Rentabilität zu finden, bleibt im Grunde das Tier meistens auf der Strecke.

Das hat Susanne Bischoff auf den Plan gerufen. Seit einigen Jahren kümmert sie sich um genau diese Tiere. Ich habe Susanne Bischoff vor einigen Jahren flüchtig kennengelernt und bin durch mein Fotografieprojekt „Donnersbergkreis“ bei Facebook wieder auf sie aufmerksam geworden. Wir haben uns natürlich gleich „befreundet“ und sie hat mich dann auch gleich eingeladen, sie in Rockenhausen auf ihrer Tierweide zu besuchen um ihre Tiere als Models zur Verfügung zu stellen. Ich also gleich am nächsten Tag nach Rockenhausen gefahren. Susanne hat dort ein 10.000qm großes Gelände und noch ein weiteres etwa gleichgrosses, auf denen sie zur Zeit an die 60 Tiere hält. Ursprünglich wollte ich eine kleine Fotostory produzieren, „Susanne und ihre Tiere“, aber nach einigen Gesprächen ist da viel mehr draus geworden.

Denn das Thema, das ich eingangs angesprochen habe, zieht sich durch all ihr Handeln und ihre Motivation. Sie verwendet fast ihre gesamte Zeit für die Tiere, hat sich tiermedizinisches Wissen angeeignet um Krankheiten schon im Vorfeld zu erkennen und behandeln zu können und den Tieren annähernd optimale Bedingungen zu schaffen. Sie kennt alle Namen ihrer Tiere und kann zu jedem Tier eine Geschichte erzählen, erkennt liebevoll Charakterzüge und scheinbar menschliche Züge und Regungen. Und die Tiere reagieren darauf, wenn man ihnen freundlich und hilfsbereit entgegentritt. 

Als junge Balletttänzerin und Werbemodel in Düsseldorf nach einigen Irrungen und Wirrungen des menschlichen Zusammenlebens hat es sie nach Rockenhausen verschlagen und als Frührentnerin auf Sinnsuche in Ökologie und Tierwohl, hat sie sich bei vielen Menschen in Deutschland und insbesondere im Donnersbergkreis mit ihrem Tierwohlprojekt einen Namen gemacht. „Das ist meine Lebenseinstellung. Sie (die Tiere) brauchen genauso viel Liebe und Wärme wie ein Mensch und ich freue mich über jedes Tier, dass man mir anvertraut“ sagt Susanne. Zusätzlich nimmt sie auch Tiere auf, die bei ihren Haltern auf Grund von Änderungen in persönlichen Verhältnissen zur Abgabe von Haus- und Hoftieren wie Schafen und Ziegen kommt.

Neben diesem Projekt bin ich dann auch noch auf ein anderes Thema aufmerksam geworden, das erstaunlicherweise genauso mit der eingangs erwähnten Massentierhaltung zusammenhängt. Denn Susanne muss die Tiere natürlich auch mit Nahrungsmitteln versorgen und ist hierbei auf Spenden angewiesen. Denn um 60 Tiere täglich mit Futter zu versorgen, da wäre man ziemlich schnell arm, wenn man diese kaufen würde. Und ich traute meinen Ohren nicht, aber Susanne erhält von Bäckereien und Lebensmitteldiscountern aus der Umgebung Lebensmittelspenden in einer Größenordung, da verschlägt es einem schon die Sprache. Die Überproduktion in der Lebensmittelbranche und das damit verbundene Entsorgen eben dieser Lebensmittel am Ende des Tages in Container ist so enorm, das man sich natürlich fragt, wieso es überhaupt Massentierhaltung gibt? Die Überproduktion nimmt Werte von 10% und mehr an. Das muss man sich mal vorstellen, welche Mengen an Lebensmitteln da in Containern und letztendlich auf dem Müll landen. Ich weiss nicht wie es Ihnen geht, liebe Leserinnen und Leser, aber ich war ziemlich geschockt über diesen unnötigen Überfluss. Ich kann Ihnen auch hier nur empfehlen, sich im Internet schlau zu machen.
Google-Suche: Lebensmittelüberproduktion in Deutschland

Ich für meinen Teil kann vor Susanne Bischoff nur den Hut ziehen für soviel Einsatz für diese Tiere und ihre unermüdliche Aufklärungsarbeit in Ökologie und Massentierhaltung als auch Massenlebensmittelproduktion. Susanne ist eine überaus herzliche Person die jeden sofort in ihr Herz schliesst für Aufmerksamkeit ihrer Arbeit und Hilfe bei der Versorgung ihrer geliebten Tiere.

Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, das auch tun möchten, können Sie Susanne Bischoff auf Facebook kontaktieren und vielleicht auch einmal persönlich in Rockenhausen vorbeikommen und einen schönen Tag mit „Susanne und ihren Tieren“ verbringen. Ich versichere Ihnen, Sie werden diesen Tag so schnell nicht vergessen.

Danke Susanne!

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