Seit 10 Jahren leitet Gaby Hoffmann die Kindergruppe der Fachstelle Sucht Neustadt
Wichtiger Rückhalt für Kinder von suchtkranken Eltern

Neustadt/ Weinstraße. Kindern aus Familien mit suchtkranken Eltern eine Anlaufstelle bieten, wo sie sie offen über ihre Situation sprechen können, Kontinuität und Struktur erfahren, aber auch einfach Kind sein können, das ist das Ziel einer Kindergruppe, die sich jeden Mittwoch von 16.00 bis 17.30 Uhr im Neustadter Haus der Diakonie in der Schütt 9 trifft. Für deren Leiterin Gaby Hoffmann steht in diesem Jahr ein kleines Jubiläum an: seit 10 Jahren betreut die Diplom-Sozialpädagogin die Gruppe, die von der Fachstelle Sucht in Neustadt angeboten wird.

Als Gaby Hoffmann 2009 die Gruppe übernahm, gab es bereits seit einigen Jahren ein Angebot für Kinder mit suchtkranken Eltern in der Neustadter Fachstelle Sucht. Hoffmanns Kollege Matthias Möndel. hatte 1998 die Arbeit begonnen, zunächst in Form von Freizeiten in Kooperation mit dem Blauen Kreuz, bevor er später dann die Kindergruppe startete. Über die Gruppe ein kontinuierliches Beziehungsangebot für die Kinder zu schaffen, das ist für Gaby Hoffmann eines der zentralen Ziele: „Kinder aus suchtbelasteten Familien, haben häufig Bindungsstörungen und sind sehr misstrauisch, ob sie sich jemanden anvertrauen können,“ berichtet sie. Die Gruppe biete ihnen eine Anlaufstelle, wo sie offen über ihre Situation sprechen und erleben könnten, dass andere Kinder dieselben Erfahrungen mit ihren Eltern machen.

Verhaltensauffälligkeiten, Essstörungen oder Depressionen seien häufig Spuren, welche die Suchterkrankung der Eltern bei den Kindern hinterlässt. In letzter Zeit beobachtet Hoffmann verstärkt auch eine problematische Nutzung von Handy und Computer. Untersuchungen hätten ergeben, dass bei Kindern aus suchtbelasteten Familien das Risiko für eine Suchterkrankung im Erwachsenenalter besonders hoch sei, erklärt sie „Wenn Kinder frühzeitig Unterstützung erhalten, haben sie aber durchaus Chancen auf eine gesunde Entwicklung.“

Nicht zuletzt sei die Gruppe ein Ort, wo die Kinder spielen, Spaß haben und einfach einmal nur Kind sein können, betont Hoffmann. Denn das komme bei Kindern mit suchtkranken Eltern oft zu kurz: „Durch die Erkrankung der Eltern müssen die Kinder in ihrer Familie häufig Rollen übernehmen, die nicht kindgerecht sind. Oft können sie auch keine Freunde mit nach Hause nehmen.“ Besondere Angebote wie Ausflüge oder einen Besuch im Kino baut Hoffmann immer wieder in das Programm der Gruppe ein. Ein Höhepunkt für sie war dabei der Hip-Hop-Tanzworkshop vor einigen Jahren mit dem aus der Fernsehsendung „Let`s dance“ bekannten Profitänzer Massimo Sinato.

„Wenn ein Kind neu in die Gruppe kommt, läuft die Kontaktaufnahme meist über die Fachstelle Sucht. Manche Kinder werden auch über die Beratungsstellen im Haus der Diakonie vermittelt“, berichtet Gaby Hoffmann. Zunächst finde dann ein Elterngespräch statt, danach könnten die Kinder die Gruppe besuchen und entscheiden, ob sie kommen wollen. Aufgenommen werden Kinder im Alter zwischen 7 und 13 Jahren. Derzeit besuchen sieben Kinder die Gruppe. Unterstützt wird Gaby Hoffmann bei den Treffen der Gruppe von zwei zusätzlichen Kräften, die abwechselnd bei den Treffen dabei sind.

Gefördert wird die Arbeit des Fachdienstes Prävention von der Stadt Neustadt an der Weinstraße, dem Ministerium für Soziales ,Arbeit, Gesundheit und Demografie sowie mit Mitteln der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.. „Darüber hinaus sind wir aber immer auch auf Spenden angewiesen, vor allem, um die zusätzlichen Kräfte zu finanzieren, ohne die das Angebot nicht durchgeführt werden kann“, berichtet Hoffmann. Sie freut sich deshalb, dass der Träger der Fachstelle Sucht Neustadt, die Evangelische Heimstiftung Pfalz, die Kollekte aus dem Jubiläumsgottesdienst und weitere anlässlich des 50-jährigen Bestehens im vergangenen Jahr eingegangene Spendengelder, insgesamt rund 2200 Euro, für die Arbeit der Kindergruppe bestimmt hat. Insgesamt seien über die Jahre bisher rund 10.000 Euro an Spendengeldern eingegangen.

„Rund 60 Kinder habe ich während der letzten zehn Jahre betreut“, blickt Gaby Hoffmann zurück. Zu manchen von ihnen hat sie nach wie vor Kontakt. Immer wieder, erzählt sie, kämen Ehemalige zum Besuch in der Gruppe vorbei oder holten sich bei ihr Rat und Unterstützung. Für Gaby Hoffmann ist dies ein Beleg dafür, dass es über die Kindergruppe oft gelingt, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen: „Viele der betreuten Kinder finden dort einen Anker, der ihnen auch über die Zeit in der Gruppe hinaus in schwierigen Phasen Halt gibt.“

Kontakt:
Fachstelle Sucht Neustadt an der Weinstraße
Fachdienst Prävention
Frau Gaby Hoffmann
Telefon: 06321/ 9274980
E-Mail: g.hoffmann(at)evh-pfalz.de

Autor:

Martin Müller aus Speyer

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