Ärztl. Vorsorge für >35jährige von 2 auf 3 Jahre gestreckt
Pferdekuß oder Vorschlaghammer

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Maxdorf. In der vergangenen Woche hat mir ein stattlicher Ackergaul einen ordentlichen Pferdekuß verpaßt. Es kann auch ein deftiger Hieb mit dem Vorschlaghammer gewesen sein. Ich nehme an, daß noch viele weitere derartig malträtierte Mitbürger in unseren Reihen sind - und es neue Opfer geben wird. Was ist da los? Dagegen muß was getan werden!

Seit ich rund 50 Jahre alt wurde, nehme ich (jetzt bin ich 67 Jahre) das Angebot der Krankenkassen wahr, alle 2 Jahre eine Vorsorgeuntersuchung durchführen zu lassen, die die Kassen tragen. Bisher hat sich das auch ausgezahlt, denn ich bin (noch) kerngesund und ohne nennenswerte Bedenklichkeiten - vielleicht auch eben wegen dieser regelmäßigen Vorsorge. Die Kassen selbst, die Ärzte, das Gesundheitsministerium, meine Familie und Freunde - alle werden ja auch nicht müde hierfür zu werben, denn Vorsorge ist "betriebswirt-
schaftlich" auch günstiger als (zu) späte und (zu) viele Behandlungen. Das leuchtet ein, und im Alltag ist es ja auch so: TÜV und Autowartung sind günstiger als spätere Ausfälle und aufwendige Reparaturen, rechtzeitige Haussanierung besser als Verfall ...
Also habe ich wie bisher turnusgemäß letzte Woche bei meinem Hausarzt einen Termin angefragt zur erneuten Vorsorge. 

Und dann kam das Pferd, der Hammer: Nein, kein Termin jetzt, erst wieder in 1 Jahr - denn seit April 2019 gibt es eine neue Verordnung - die Vorsorge gibt es nun erst alle 3 Jahre. Dafür wurde gleichzeitig neu eingeführt, allen 18-35jährigen in dieser Zeit 1x eine Vorsorge zu ermöglichen auf Kosten der Kassen (war vorher nicht). Von dieser "Zeitabgabe an die Jugend" hat aber niemand etwas! Und: es werden dadurch rund 40 Mio betroffene Ältere "verschoben", um rund 20 Mio Junge zu pempern (siehe Zahlen unten)!
Diese Verlängerung der Wartezeit hat man auch den Viel-über-50-Jährigen verordnet, ohne Übergang, ohne Bestandsschutz. Dabei wird man doch im Alter ü50/60 eher anfällig, da ist die Vorsorge doch erst recht notwendig! Zwangsläufig werden nun durch den vergrößerten zeitlichen Intervall viele Diagnosen zu spät gestellt werden.

Es ist ein Hammer - nein: eine Dreistigkeit -, daß die Regierung und nachrangigen Gesundheitsbehörden diese Verschlechterung für "uns Alte" einfach so beschließen und umsetzen, still und heimlich und ohne die Öffentlichkeit im Vorfeld zu informieren und aufzuklären, weder in der Presse noch durch Anschreiben an die Patienten. Wobei: während der Vorsorge sind wir ja noch Kunde, wir werden doch erst bei erforderlichen Maßnahmen zu Patienten, nicht wahr? Man erfährt von dieser Aufschiebung aber erst, wenn man gutgläubig einen Termin beim Arzt einholen will: geht man so mit Kunden um?
Ja, man kann das jetzt alles nachlesen im Internet ... Aber: wer schaut denn wissenslos und ohne Argwohn da hinein? Erst wenn man davon beim Arzt erfährt, schaut man nach und bleibt fassungslos zurück. Selbst viele Mediziner sind über diesen Beschluss und das Vorgehen empört.

Defakto also hat man mir (uns!) im Vorbeigehen ein bisheriges Recht beschnitten und ein neues gesundheitliches Risiko aufgebürdet - das ist unanständig, das Alter verachtend und wohl kaum "betriebswirtschaftlich" geboten (s.o.).
Das Bundesgesundheitsministerium wäscht dabei noch seine Hände in Unschuld: der neue Check-up sei vom federführenden G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss = höchstes Gremium der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen)  wissenschaftlich begründet worden, er sei medizinisch sinnvoll. Das Ministerium habe den Entwurf daraufhin gebilligt.

Ich sehe das ganz anders: Das ist allein ein Anbiedern der Herrschenden an die junge Generation (gegen die ich ja gar nichts habe) - denn die soll ja noch viele Jahre lang am Wahltermin "richtig" wählen, während die Alten nur noch ein "paarmal" den Urnengang schaffen werden. Daß dies nicht bürgernah kommuniziert wurde liegt auf der Hand: die Verantwortlichen wollten so eine entspr. negative Presse und einen "Aufstand" der Alten vermeiden. Wenn die Kunden (?) jeder für sich kleckerweise dahinter kommen, wird schon niemand aufmucken ... dann ist das halt so und jeder ist für sich allein.
Es ist erschütternd und niederträchtig, wie hier mit unserer Generation ü50 umgegangen wird. Das muß einfach mal ganz laut gesagt (beschrieben) werden. Es ist müßig, das mit einem anderen Kreuz am nächsten Wahltag beantworten zu wollen. Hier muß anders deutlich gemacht werden: so lassen wir nicht mit uns umspringen!

Aber ich habe da selbst Zweifel: denn wir Deutsche haben immer und vor allem Schiß, sind langsam und langweilig-behäbig, obrigkeitshörig, streitunlustig, inkonsequent und was-weiß-ich-noch-alles. Wir Deutsche sind nur bereit uns zu wehren, wenn gewerkschaftliche Schreihälse vorangehen und es Streikgeld gibt. Wir sind aber nicht mehr fähig und willens, aus politischen oder gesellschaftspolitischen Gründen "aufzustehen" - leider. Das war letztmals in der DDR vor der Wende (ist 30 Jahre her) , und jetzt machen es unsere Jugendlichen vor (FFF), die ihre Zukunft gefährdet sehen (Thema Klima).

Dabei sind wir Oldies doch auch mächtig - und wie: wir sind die zahlenmäßig größte Wählergruppe! Bei der BT-Wahl 2017 lag der Wähleranteil der 40-59jhr bei 35,7%, der >60jhr bei 38,3%, das sind insgesamt rund
44 Mio betroffene Wahlberechtigte (von 62 Mio)! Warum also sollen wir uns diesen o.g. Pferdekuß gefallen lassen? 

Wir haben als Arbeitende Kassenbeiträge bezahlt, von unseren jetzigen Renten werden weitere Beiträge einbehalten, von ausgezahlten Rentenversicherungen (die haben wir vorher angespart) sind 10 Jahre lang Beiträge zu entrichten - und die Kassenleistungen werden für uns Ältere (die wohl insgesamt am meisten bezahlt haben) gekürzt bzw. gestreckt! Das ist verdeckte Enteignung und Alters-Diskriminierung, vorsätzlich und mit Kalkül der Regierenden.
Was alles kann sich diese Regierung denn noch leisten, bis es endlich mal richtig kracht?

Ich werde mich zunächst "um mich selbst" kümmern: Ich werde der Regierung und der Kassenärztl. Vereinigung einen Beschwerdebrief schreiben und darin ankündigen (mir vorbehalten), Schadensersatz und Schmerzensgeld einzufordern für den Fall, daß ich bei zunehmendem Alter irgendwann erfahren muß, ich hätte da eine gesundheitl. Bedenklichkeit oder gar ein Problem, das man hätte früher erkennen können/müssen wenn ich "früher" gekommen wäre (innerhalb von 2 Jahren wie bisher).
Ich glaube nicht, daß ich damit was bewirke, ich werde auch keine Antwort bekommen, und justiziabel ist das bestimmt auch nicht - aber ich mache das!
Ich werbe hiermit übrigens ausdrücklich nicht um Mitmacher - obwohl: das kostet nur 1 std Arbeit (mein Artikel hat länger gebraucht) und 80ct Porto, bestimmt nicht zuviel für unsere Rechte und Gesundheit im Alter. Aber ich will mir ja auch keine Geldstrafe einhandeln oder gar im Gefängnis landen wegen Aufhetzung der Mitbürger und Verunglimpfung unserer Volksvertreter ... bzw. Volks-Treter. Ich setze auf die bei uns (noch) garantierte Meinungsfreiheit!

Ich würde mich freuen, zu diesem Thema von meinen Mitbürgern zu "hören" resp. zu lesen, wie Sie hierzu stehen. Sie können mich gerne anmailen oder per Kommentar hier antworten, danke.

In Anlehnung an ein altes Trappattoni-Zitat kann ich nur sagen: "Was erlaube' Merkel & Co.?"

Autor:

Wolfgang Pieper aus Maxdorf

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