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Redaktionsserie im Jubiläumsjahr Teil 1 bis 3
200 Jahre Sparkasse Rhein Neckar Nord

Einstmals führte die berühmte Kettenbrücke über den Neckar.
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Sparkasse Rhein Neckar Nord - So hat alles angefangen (I)

Gründungsgeschichte. Am 18. Juli 2022 feiert die Sparkasse Rhein Neckar Nord ihr 200-jähriges Jubiläum. Bis zum genauen Datum sind es noch ein paar Wochen, aber der 200ste Geburtstag wird schon ein wenig vorgefeiert. Mit einer gemeinsamen Serie wollen das Wochenblatt Mannheim und die Sparkasse Rhein Neckar Nord in den folgenden Monaten den Werdegang dieser Institution noch einmal Revue passieren lassen.

Mannheim um 1840, das Rathaus am Markt: In einem Nebenzimmer des Rathauses entstand die Keimzelle der heutigen Sparkasse Rhein Neckar Nord.
  • Mannheim um 1840, das Rathaus am Markt: In einem Nebenzimmer des Rathauses entstand die Keimzelle der heutigen Sparkasse Rhein Neckar Nord.
  • Foto: Maximilian Kolb
  • hochgeladen von Sparkasse Rhein Neckar Nord Mannheim

Angefangen hat alles am 18. Juli 1822. An diesem erinnerungswürdigen Datum wird die „Sparkasse zu Mannheim“ eröffnet. Zur Gründungszeit hat die Stadt turbulente Jahrzehnte hinter sich: 1778 verliert die Stadt ihren Status als Residenzstadt und wird 1803 badisch. Die Bevölkerungszahl sinkt zwischen 1778 und 1818 von ca. 25.000 auf ca. 17.300. Mitten in dieser Phase kommt 1814 Philipp Anton von Jagemann als Stadtdirektor nach Mannheim. Er gilt als besonders streng: Im aufsehenerregenden Prozess um den Mord an dem Schriftsteller und russischen Diplomaten August von Kotzebue verurteilt von Jagemann den Angeklagten Burschenschaftler Karl Ludwig Sand zum Tode. Auch im Kleinen greift er durch: 1822 erlässt von Jagemann eine Verordnung, die die Sauberkeit in der Stadt verbessern voll – wer Dreck auf den Straßen hinterlässt, muss empfindliche Geldstrafen zahlen. Ein Mannheimer Bäcker nimmt die Verordnung auf die Schippe und backt daraufhin kleine, runde Lebkuchen, die wie Dreckhäufchen aussehen – der „Mannemer Dreck“ ist geboren.

Von Jagemann gilt aber vor allem als absoluter Verwaltungsfachmann. Um die städtische Armenanstalt zu entlasten, initiiert er 1822 die Gründung einer Sparkasse. Die Sparkassenidee stammt aus Norddeutschland, wo in Hamburg 1778 die erste Sparkasse der Welt gegründet wird. Die Sparkasse gibt erstmals ärmeren Bürgern die Möglichkeit, ihr Geld zinsbar und sicher anzulegen – die Stadt bürgt für die Einlagen der Sparer beim städtischen Institut. Bereits am ersten Geschäftstag der Sparkasse, die zunächst in einem kleinen Nebenzimmer des Rathauses untergebracht ist, zahlen 18 Sparer 638 Gulden und 33 Kreuzer ein.

Philipp Anton von Jagemann.

Mit ihrem Angebot dient die Sparkasse nicht nur den Sparern aus allen Schichten, sie kommt auch ihren in der Satzung vorgeschriebenen gemeinnützigen Aufgaben nach. So gewährt sie 1833 der Armenanstalt 3.400 Gulden zur Deckung ihres Defizits. Auch sonst wird sie schnell zum wichtigen Partner der Stadt. Für den Bau einer Kettenbrücke am Ort der heutigen Kurpfalzbrücke stellt sie zwischen 1841 und 1845 über 180.000 Gulden zur Verfügung. Das Modell der Mannheimer Sparkasse macht Schule. 1831 folgt ein Erlass der badischen Regierung zur Errichtung von Sparkassen, der den Gemeinden empfiehlt, die Statuten der Mannheimer Sparkasse zugrunde zu legen. Sie wird so zum Vorbild für eine Entwicklung im gesamten Großherzogtum. So gründet 1866 der Gerichtsnotar Ludwig Grether auch in Weinheim eine Sparkasse und gibt den Bürgern so die Möglichkeit, ihr Erspartes sicher anzulegen. (Peter Engelhardt)

Gebäude im Wandel der Zeit (II)

Historie. Die Sparkasse Rhein Neckar Nord ist seit 200 Jahren in der Region präsent, die Hauptstelle in Mannheim ist seit 1954 am Paradeplatz. Das Filialnetz erstreckt sich von Sandhofen bis nach Edingen-Neckarhausen und von Weinheim bis nach Schriesheim.

Dabei startete die Sparkasse klein und bescheiden: in einem Nebenzimmer des Alten Rathauses am Markt öffnete die Sparkasse am 18. Juli 1822 ihre Pforten. Als öffentlich-rechtliches Institut war und ist sie eng mit der Stadt verknüpft – eben auch räumlich.
Die Stadt Mannheim und so auch die Zahl der Sparer wuchsen stark im Laufe des 19. Jahrhunderts, sodass größere Räumlichkeiten bezogen werden mussten. 1888 zog die Sparkasse in Räume der Lemle-Moses-Klaus F1, 11. Die „Klaus“ – eine jüdische Talmudschule mit Synagoge und weiteren Räumen – gab es bereits seit 1708. Sie ist benannt nach ihrem Stifter. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Klaussynagoge geschändet und teilweise beschädigt; im Zweiten Weltkrieg dann vollkommen zerstört. Nach Kriegsende wurde das Grundstück von der Jewish Restitution Successor Organization gekauft, 1953 wurden die Ruinen abgerissen.

Das Engelhorn’sche Palais: Das erste eigene Gebäude der Sparkasse. (von 1913 bis 1954).  fotos (2): Archiv Sparkasse
  • Das Engelhorn’sche Palais: Das erste eigene Gebäude der Sparkasse. (von 1913 bis 1954). fotos (2): Archiv Sparkasse
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Die Sparkasse selbst zog 1906 in das Erdgeschoss des Kaufhauses in N1; das Gebäude gehörte der Stadt. Doch auch hier wurden die Räumlichkeiten schnell zu klein, sodass man sich dazu entschloss, das ’Engelhorn’sche Palais in A1 als erstes eigenes Gebäude zu erwerben. Dort zog die Sparkasse 1913 ein und blieb bis 1954. Das Engelhorn’sche Palais wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und notdürftig wieder aufgebaut. 1961 lässt die Stadt das Gebäude schließlich abreißen.

Seit 1954 ist das Quadrat D1 das Zuhause der Sparkasse.

Die Sparkasse ist derweil und bis heute seit 1954 in ihrer neu gebauten Hauptstelle in D1 untergebracht – endlich reicht der Platz und die Räumlichkeiten sind auf das Bankgeschäft und den Kundenservice angepasst. Renovierungen in den 1970er, 1980er und 1990er Jahren (genau wie der Bau des angegliederten Gebäudes in D2) geben der Hauptstelle ihr heutiges Gesicht.
Auch in Weinheim zieht die Sparkasse nach ihrer Gründung 1866 zunächst von Amtsstube zu Amtsstube, bis sie 1893 ihr erstes eigenes Gebäude in der Bahnhofstraße 15 bezieht. Zuvor war sie jeweils in den Stuben der sogenannten Rechner, also der Geschäftsleiter, untergebracht. Zwischen 1872 und 1892 war sie sogar im „Gasthaus zum Löwen“, denn der Sparkassenrechner war auch der Inhaber des Gasthauses. Dies kam bei der Bevölkerung nicht immer gut an. So beschwerte sich ein Einwohner über die Geschäftsräume der Sparkasse öffentlich im „Weinheimer Anzeiger“:
„Ein Missstand bestehe darin, dass die Sparkasse gegenwärtig ihren Sitz in einem Wirthshaus habe, die Spareinleger oder sonstige Leute, welche auf der Sparkasse zu thun hätten, seien deshalb genöthigt, jeweils einen Schoppen zu trinken, so oft sie auf die Sparkasse gehen.“
In Weinheim zieht die Sparkasse 1957, ähnlich wie in Mannheim, in einen modernen, funktionalen Neubau in der Bahnhofstraße. Dort gibt es auch heute noch eine Filiale, zusätzlich zum Dienstleistungszentrum am Multring und seit 1998 dem Atrium (ebenfalls in der Bahnhofstraße).
Mit der Fusion zur Sparkasse Rhein Neckar Nord 2001 wurde die Hauptstelle in D1 zur gemeinsamen Hauptstelle der Region. An gleicher Stelle wird bald ein moderner, nachhaltiger Neubau entstehen. Die Bauarbeiten sollten Anfang 2023 beginnen. (ps)

Blütezeit im 19. Jahrhundert (III)

Als die Sparkasse vor 200 Jahren gegründet wird, hat Mannheim zwar ein großes Schloss, aber die goldenen Zeiten als Residenzstadt gehörten bereits der Vergangenheit an. Die Stadt befindet sich in einem wahren Dornröschenschlaf: „Das Gras und Unkraut war symbolisch, das in den Straßen der Stadt wuchs“, beschreibt die Stadtchronik von 1907 die Situation Mannheims zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

Der Verlust als Residenzstadt 1778 sowie die Napoleonischen Kriege zogen eine spürbare Abnahme der Bevölkerungsanzahl nach sich. Doch die exponierte Lage an Rhein und Neckar sowie der Ausbau der Infrastruktur verhelfen Mannheim im 19. Jahrhundert bald zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit. Die Stadt wird zu einem Kultur- und Industriezentrum. Große Unternehmen wie die BASF, MWM und die Heinrich Lanz AG werden gegründet und prägen die industrielle Entwicklung der Stadt in den kommenden Jahrzehnten.
Die Bahnstrecke nach Heidelberg wird ausgebaut und führt schließlich bis nach Basel. Bei der Finanzierung wichtiger Infrastrukturprojekt greift die Stadt häufig auf Darlehen ihrer Sparkasse zurück: So etwa beim Bau einer Kettenbrücke über den Neckar. Für den Bau stellt die Sparkasse der Stadt zwischen 1841 und 1845 über 180.000 Gulden zur Verfügung. An gleicher Stelle steht heute die Kurpfalzbrücke.

Einstmals führte die berühmte Kettenbrücke über den Neckar.

Neben der Infrastruktur finanziert die Sparkasse auch den sozialen Wohnungsbau der Stadt, besonders nach dem Zweiten Weltkrieg. Mannheim ist stark zerstört und Wohnraum entsprechend knapp.
Im Zuge des Wiederaufbaus vergibt die Sparkasse zunehmend Kredite an Handwerker und mittelständische Unternehmen, um ihnen Investitionen in Personal, Maschinen und Anlagen zu ermöglichen. Die Sparkassen – sowohl in Weinheim wie auch in Mannheim – entwickeln sich somit von einer Privatkundenbank so auch zur Bank für Gewerbekunden. Um auf die Anforderungen der neuen Kunden reagieren zu können, führt die Sparkasse Mannheim Ende der 1950er Tag- und Nachttresore ein, in die Geschäftsleute ihre „Geldbomben“ einwerfen können und somit nicht mehr an die Öffnungs- und Kassenzeiten gebunden sind.
Heute zählt die Sparkasse zahlreiche kleine Unternehmen wie Bäckereien und Friseure, mittelständische Firmen und Start-Ups zu ihren Firmenkunden. So gilt sie als finanzielles Rückgrat der Wirtschaftsregion Rhein Neckar.

Seit jeher ein Aushängeschild und Anziehungspunkt der Stadt: Das imposante Mannheimer Barockschloss.  fotos (2): spkrnn
  • Seit jeher ein Aushängeschild und Anziehungspunkt der Stadt: Das imposante Mannheimer Barockschloss. fotos (2): spkrnn
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Damals wie heute ist die Sparkasse dabei dem sogenannten Regionalprinzip verpflichtet: Geschäfte und Finanzierungen dürfen vorwiegend nur im eigenen Geschäftsgebiet abwickelt werden.
Gewinne sind nicht der Hauptzweck des Geschäftsbetriebes. Sie dienen als Rücklagen oder werden in gemeinnützige Zwecke investiert. (spkrnn/pete)

Autor:

Sparkasse Rhein Neckar Nord Mannheim aus Wochenblatt Mannheim

D1 1-3, 68159 Mannheim
+49 621 2980
box@spkrnn.de
Webseite von Sparkasse Rhein Neckar Nord Mannheim
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