Intensive Gespräche am Welthospiztag in Mannheim
Was kommt nach dem Tod?

Am Stand der Ökumenischen Hospizhilfe auf dem Paradeplatz.
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  • Am Stand der Ökumenischen Hospizhilfe auf dem Paradeplatz.
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Mannheim.  „Solidarität bis zuletzt“, unter diesem Motto fand am 10. Oktober der Welthospiztag statt. Die Ökumenische Hospizhilfe in Mannheim präsentierte sich an diesem Tag mit einem Stand auf dem Mannheimer Paradeplatz. „Wir haben viele sehr intensive und berührende Gespräche geführt“, berichtet Josefine Lammer, Leiterin der Ökumenischen Hospizhilfe in Mannheim. Zudem hatten interessierte Besucher*innen die Möglichkeit, ihre Ängste und Wünsche auch anonym zu formulieren. Dafür hatte die Ökumenische Hospizhilfe Steine mit Öffnungen vorbereitet, in die bunte Zettel gesteckt wer-den konnten.

Was wäre mein letzter Wunsch? Wie möchte ich sterben?

Viele Menschen auf dem Paradeplatz beantworteten diese Fragen mit dem Wunsch, im Kreis der Familie und guten Freunden zu gehen. Am liebsten zuhause oder an einem geschützten Ort. Oft wurde in diesem Zusammenhang aber auch ein Hospiz genannt sowie der Wunsch nach einer Begleitung durch eine Hospizhilfe. „Das zeigt deutlich, wie sehr sich Menschen eine professionelle Begleitung auf ihrem letzten Weg wünschen“, sagt Josefine Lammer. Viele gingen mittlerweile viel offener mit den Themen Tod, Sterben und Hospiz um. Die Begleitung durch eine Hospizhilfe gewinne immer mehr an Bedeutung und werde auch immer mehr von Menschen gewünscht und nachgefragt. „Wir waren überrascht, wie viele junge Menschen sich an uns gewandt haben“, ergänzt Josefine Lammer. Längst sei das Thema Tod in der Bevölkerung angekommen, nicht nur bei älteren und schwer kranken Menschen.
Was möchte ich machen, wenn ich noch vier Wochen zu leben hätte?

Noch einmal auf Weltreise gehen, große Feste feiern. Auch diese Wünsche wurden genannt. Im Mittelpunkt aber stand bei vielen das Bedürfnis, Versäumtes nachzuholen, „Dinge“ zu bereinigen und zu regeln, Konflikte zu lösen und Gespräche mit der Familie und lieben Freunden zu führen. Oder auch der Wunsch, Blumen und Bäume zu pflanzen, etwas zu schaffen, was bleibt. Immer wieder aber wurde auch das Thema Angst angesprochen. Angst, in den letzten Stunden einsam und allein zu sein, Angst vor dem Sterben, Angst vor Schmerzen und einem langen Leidensweg. Angst auch vor dem, was dann kommt. Was können wir glauben? Was können wir hoffen? Fragen, auf die auch die Ökumenische Hospizhilfe am Paradeplatz keine Antworten hatte. Denn, so formuliert es Jose-fine Lammer, „Wir können nicht verhindern, dass wir uns im Leben von geliebten Menschen verabschieden müssen und unser Leben selbst einmal zu Ende geht. Als Hospizdienst aber können wir zur Seite stehen, mit aushalten und Trost spenden in Zeiten von Krankheit, Sterben und Trauer.“

Leben bis zuletzt und den Tod als Teil des Lebens akzeptieren – darum geht es in der Hospizbewegung. Die Ökumenische Hospizhilfe und der Ökumenische Kinder- und Ju-gendhospizdienst CLARA in Trägerschaft der Diakonie Mannheim und der Caritas Mann-heim gibt es seit 25 Jahren. fek

Am Stand der Ökumenischen Hospizhilfe auf dem Paradeplatz.
Am Stand der Ökumenischen Hospizhilfe auf dem Paradeplatz.
Autor:

Christian Gaier aus Mannheim

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