Überflutung in Rheinregion
Hochwasserschutz für die Rheinregion wird immer wichtiger

Der Rhein ist nicht nur der wasserreichste Nordseezufluss, sondern ebenfalls eine der am meisten befahrenen Wasserstraßen der Welt. Die Wassermassen fließen über eine Strecke von 1.233 km von den Alpen bis an die Küste der Nordsee und passieren dabei zahlreiche Siedlungsgebiete wie beispielsweise Basel, Mannheim, Mainz, Düsseldorf und Ludwigshafen. Die große Nähe zu urbanen Bereichen ist vor allem im Hinblick auf Überschwemmung eine große Herausforderung.

Inwiefern beeinflusst der Klimawandel Überschwemmungen am Rhein?

Im Januar 2018 zeigte das Sturmtief Burglind sehr deutlich, wie stark sich Klimaeinflüsse auf Naturkatastrophen wie Hochwasser auswirken können. So wurde die durch die Schneeschmelze bereits bestehende Hochwasserlage durch den zusätzlichen Regen deutlich verschärft. In Maxau kletterte der Pegel des Rheins in der Folge auf 845 cm, während er in Köln sogar 878 cm erreichte. Zwar verlief das Hochwasser-Situation im Vergleich zu anderen Überschwemmungen relativ glimpflich, allerdings bereitet die Häufigkeit von Hochwasserereignissen Forschern zunehmend Sorgen. Vor allem die Veränderungen der Regenfälle werden hier von vielen Experten mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. Laut Wissenschaftlern des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung dürfte sich die Zahl der von Schäden betroffenen Menschen ohne zusätzlichen Hochwasserschutz am Rhein in Zukunft vervielfachen.

Welche Risiken entstehen durch den Klimawandel für die Bevölkerung in Ludwigshafen?

Durch die Lage am linken Rheinufer im Oberrheingraben resultiert für die Stadt Ludwigshafen und Umgebung aus den Veränderungen im Niederschlagsverhalten eine erhöhte Gefahr im Hinblick auf Hochwasserschäden. Wie das Hochwasser im Jahr 2013 zeigte, gibt es auch in hochentwickelten Ländern wie Deutschland großen Nachholbedarf in Bezug auf den Hochwasserschutz. Vor allem der Bau von Flutpoldern sowie die Renaturierung von Auen sind in diesem Zusammenhang wichtige Projekte. Weiterhin ist ebenfalls die Rückverlegung von Deichen eine vielversprechende Maßnahme. Neben staatlichen Großprojekten lässt sich das Schadenspotenzial und Kosten ebenfalls durch privaten Hochwasserschutz eindämmen.

Was für sonstige Schutzmaßnahmen gibt es und welche Schritte sind bei akutem Hochwasser zu unternehmen?

Drohen Fließgewässer über die Ufer zu treten, so können Hausbesitzer ihr Hab und Gut mit speziellen Maßnahmen vor der Gefahr schützen. So gibt es zum Beispiel Dämmbalken, die vor Türen, Fenster und andere Öffnungen installiert werden können. Auch Schutzkissen eignen sich sehr gut zum Stabilisieren und Abdichten. Konnten die Wassermassen trotz Gegenmaßnahmen nicht vom eigenen Gebäude abgewendet werden, spielt vor allem die Schadensminimierung eine fundamentale Rolle. Insbesondere das schnelle Trockenlegen gefluteter Gebäude durch den Einsatz von speziellen Propellerpumpen ist in diesem Zusammenhang von großer Bedeutung. Wichtig ist weiterhin, dass alle Folgen des Hochwassers für den Versicherer dokumentiert werden.

Warum ist die Vorwarnzeit so bedeutsam bei Hochwasser?

Da ein Hochwasser sich mit einer bestimmten Geschwindigkeit fortbewegt, benötigt es eine gewisse Zeit, bis es bestimmte Ortschaften flussabwärts erreicht. Dank dieser Zeitdifferenz sind in gefährdeten Gebieten Vorwarnungen möglich. Umso früher betroffene Menschen von einem kommenden Hochwasser erfahren, desto mehr Zeit bleibt ihnen für entsprechende Vorbereitungsmaßnahmen. So können zum Beispiel Barrieren aufgebaut und empfindliche Objekte in höhere Stockwerke gebracht werden. Auf diese Weise lässt sich der hochwasserinduzierte Schaden im Vorfeld deutlich minimieren. Meldungen zu Überschwemmungen werden von Hochwassermeldezentren bzw. Landesamt für Umwelt in Mainz herausgegeben und sind online verfügbar.

Was gibt es abschließend zum Thema zu sagen?

Überschwemmungen durch Hochwasser gehören in Deutschland zu den folgenschwersten Naturkatastrophen. Aufgrund des Klimawandels dürften die Frequenz und der Umfang von Überflutungen in den kommenden Jahren zunehmen, sodass entsprechende Schutzmaßnahmen immer wichtiger werden. Da die Zeit hier drängt, sollten Betroffene schnellstmöglich in Gegenmaßnahmen investieren.

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