Dramatische Rettungsaktion beim Tierschutzverein Donnersbergkreis e.V.
Kompletter Vorstand nach anhaltenden Vorwürfen neu gewählt

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Auf der gestrigen Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Donnersberg e.V. - Tierheim Kirchheimbolanden - in den Jahnstuben in Kirchheimbolanden wurde die bisherige langjährige Vorsitzende Silvia Enders nicht entlastet und der komplette Vorstand neu gewählt.

Nach Vorwürfen aus einem an die zweite Vorsitzende gerichteten anonymen Brandbrief, in dem der bisherigen Vorsitzenden und ihrem Team massive Verfehlungen im Umgang mit Tieren und deren Vermittlungen sowie rechtliche Versäumnisse vorgeworfen werden, formierte sich nicht nur unter langjährigen Vereinsmitgliedern sondern auch unter den im Donnersbergkreis sehr gut organisierten Tierschützern Widerstand. Besondere Hilfe wurde aktiv von Mitgliedern eines befreundeten Tierheims geleistet, um insbesondere sicherzustellen, daß die wie von mehreren Mitgliedern vorgetragenen Erlebnisse mit dem bisherigen Vorstand sich nicht wiederholen und die Mitgliederversammlung ordentlich und die anschliessende Wahl des Vorstandes auch durchgeführt werden konnte.

Beginn der Versammlung sollte 19 Uhr sein, man hat dann aber schnell festgestellt, daß der vom Vorstand angemietete Raum für die immer zahlreicher erscheinenden Mitglieder bei weitem nicht ausreicht. Schnell hat sich ergeben, die Versammlung in den angrenzenden Tanzsaal zu verlegen, nachdem die Leiterin eines für diesen Abend angekündigten Tanzkurses freundlicherweise mit ihren Kunden in einen anderen Raum umgezogen war.

Von Anfang an gab es bei der Versammlung regelrechte Tumulte und heftige Diskussionen zwischen Teilen des Vorstandes und Mitarbeitern sowie den Mitgliedern, nachdem der anonyme Brief vorgetragen und um Erklärung gebeten wurde. Teile des Vorstandes reagierten mit Häme und Verhöhnung der anwesenden Mitgliederinnen und Mitglieder und versuchten, die Vorstandssitzung durchzuziehen ohne auf die Anschuldigungen und Nachfragen von Mitgliederinnen und Mitgliedern einzugehen. Selbst vom ein von der ersten Vorsitzenden engagierten Rechtsanwalt gab es unerhörte Erklärungsversuche. Zwischenzeitlich hatte man den Eindruck, dass die sich selbst als Alleinberechtigt ermächtigte Vorsitzende wolle  die Mitgliederversammlung platzen lassen um eine Neuwahl des Vorstands zu verhindern.

Auch beim anschliessenden Punkt des Kassenberichts gab es massive Vorwürfe, weil sich die Schatzmeisterin erst weigerte, ihren Rechenschaftsbericht korrekt vorzutragen, weil es ihr wohl zu lang dauern würde. Sie hatte es wohl sehr eilig, nach Hause zu kommen. Im Rahmen dieses Vortrags wurden unerklärliche Immobilien- und Grundstückskäufe des Tierheims bekannt. Der bisherige Vorstand gab sich zugeknöpft und erklärte, daß eine Stiftung gegründet werden sollte, dies aber so nie umgesetzt wurde, dennoch aber Investitionen getätigt wurden, die angeblich dem Tierschutzverein dauerhafte Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung zukommen lassen sollten und dass dies auf vollkommen legalen Wege geschehen sei. Detailierte Nachfragen zu den Verhältnissen wurden jedoch abgeblockt. Die Meinung der Versammlung verdichtete sich indes in Richtung der aus dem anonymen Brief stammenden Vorwürfe. Dies und andere Vorwürfe werden sicherlich noch zivil-, steuer- und strafrechtlich geprüft und bewertet. Da darf man gespannt sein, was die Ermittlungsbehörden für Fakten auf den Tisch legen.

Desweiteren gab es wirklich ans Herz gehende Berichte persönlicher Erlebnisse langjähriger wie auch neu hinzugekommener Mitglieder mit Teilen des Vorstandes, bestimmten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Tierheims beim Umgang mit den ihnen anvertrauten Tieren. Von unprofessionellen und teilweise vereinsschädigenden Massnahmen bis hin zu üblen Bestrafungsaktionen von anvertrauten, verhaltensgestörten Tieren sowie sogar absolut unnötigen Einschläferungen wurde berichtet (Hündin Lou).

Man musste nicht lange warten, bis ein Nichtmitglied eine flammende Rede über die erste Vorsitzende hielt, evtl. in Einzelfällen, wie sie ja immer mal wieder vorkommen würden Verfehlungen oder nicht korrektes Verhalten immer mal wieder vorkomme und man ja über alles reden könne. Man solle doch bitte nur den vielen positiven Momenten mehr Beachtung schenken als immer nur alles Negativ sehen.

Nunja.

Ein in meinen Augen als Mitglied ein absolut unwürdiges und unverzeihliches Verhalten der ersten Vorsitzenden und Teilen des Vorstands sowie anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Umgang mit den Mitgliedern. Man bedenke, daß Frau Enders 2017 eine Würdigung in Form des Tierschutzpreises der Landesregierung für ihren seit 2001 anhaltenden unermüdlichen Einsatz für den Tierschutz im Donnersbergkreis erhielt und jetzt vor einem Scherbenhaufen steht.

Insgesamt wurde in dem anonymen Brief festgestellt, daß es wohl massive Verstösse gegen das Vereinsrecht gab und daß Teile des Vorstandes und Satzungsänderungen nicht ordnungsgemäß angezeigt wurden (Stand 1997), was auch von der zweiten Vorsitzenden bestätigt wurde und damit die Rechtmässigkeit der Satzung und des Vorstandes und  Vorstandsbeschlüssen seitdem angezweifelt werden können. Zudem war die Mitgliederversammlung einhellig der Meinung, daß das Vertrauen in die bisherige Vorsitzende Silvia Enders endgültig verloren gegangen ist. Bei der Abstimmung zur Entlastung des Vorstandes wurde diese Entlastung mit Mehrheit nicht gewährt. Bei der anschliessenden Wahl des Vorstandes zeichnete sich dann auch schnell ab, wohin die Reise geht.

Gewählt wurden die erste Vorsitzende Andrea Broschk und die zweite Vorsitzende Melanie Rottmann.

Von meiner Seite herzlichen Glückwunsch für die Wahl und viel Erfolg bei der Wiederherstellung der Reputation des Vereins.

Besonderen Dank galt dem Wahlleiter Ralf Heieck, der für eine reibungslose und korrekte Wahl sorgte und all den Mitgliederinnen und Mitgliedern, die durch ihren Einsatz und ihr Aufstehen gegen Ungerechtigkeiten eingetreten und eine Verbesserung herbeigeführt haben.

Hierbei besonders hervorzuheben ist der anonyme Verfasser des Brandbriefes, der die ganze Sache erst ins Rollen gebracht hat. Anders als vom anwesenden Rechtsanwalt des bisherigen Vorstands (oder des Vereins, das wurde ja nicht genau definiert) mit äußerst unflätigen Bezeichnungen belegten, können wir froh sein, daß sich sogenannte Whistleblower ermutigen, Missstände und
Ungerechtigkeiten in Unternehmen und Institutionen anzuprangern und Öffentlich zu machen.

Insgesamt hat sich gezeigt, daß es immer noch Solidarität und Demokratie gibt, daß man sich aber dazu aufraffen muss und den Hintern in der Hose hat, für seine und andere Überzeugungen einzutreten. Und dass man Entscheidungen zur Depublikation derselben revidiert, selbst dann, wenn man juristisch und anderweitig bedroht wird, von einer detailierten und wahrheitsgemäßen Publikation Abstand zu nehmen.

Für mich persönlich ein Lehrstück von Courage und Engagement für den langjährigen Tierschutz im Donnersbergkreis, den man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt.

Ich bin jetzt ordentliches Mitglied im Tierschutzverein Donnersbergkreis e.V. um mich für die gute Sache zu engagieren. Denn im Tierschutz liegt vieles im Argen und es gibt noch viel zu tun.

Liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie sich auch engagieren wollen, ob Aktiv oder Fördernd, werden Sie Mitglied und stärken Sie den Tierschutz im Donnersbergkreis. Informieren Sie sich auf der Webseite oder kontaktieren Sie den Verein auf Facebook.

Vielen Dank für Ihr/Euer Interesse, ihr/euer Wochenblatt-Reporter Stephen Wüstenberg aus Wartenberg-Rohrbach.

Link: Tierschutzverein Donnersbergkreis e.V.

Mein persönlicher Dank gilt Moe Wasem und Susanne Bischoff, die mich erst auf diese Aktion aufmerksam gemacht haben.

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