CDU/FW-Wettersbach fordert neue Verkehrskonzepte
ÖPNV-Seilbahn in die Karlsruher Bergdörfer?

„Hoch hinaus in Baden-Württemberg: Machbarkeit, Chancen und Hemmnisse urbaner Luftseilbahnen“ von KIT - Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) [Puhe, Maike (Projektleitung); Max Reichenbach]
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  • „Hoch hinaus in Baden-Württemberg: Machbarkeit, Chancen und Hemmnisse urbaner Luftseilbahnen“ von KIT - Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) [Puhe, Maike (Projektleitung); Max Reichenbach]
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Wir leben in bewegten Zeiten. Mobilität als allgemeines Bedürfnis stellt die Bürger der Karlsruher Bergdörfer aktuell vor erhebliche Herausforderungen, insbesondere durch die geografische Lage der Stadtteile am Karlsruher Dreieck. Die Verkehrsbelastung spielt in beiden Ortschaften ein zentrales Thema, für welche die Ortschaftsratsfraktion Wettersbach Lösungen suchen. Palmbach und Grünwettersbach werden maßgeblich durch die L623 geprägt, die durch Wettersbach führt. Neben dem reinen Anliegerverkehr besteht die Herausforderung, bestmögliche Lösungen für den Durchgangsverkehr sowie den Autobahnumgehungsverkehr zu finden.

Die CDU/FW-Ortschaftsratsfraktion sowie die Kandidatinnen und Kandidaten der CDU Wettersbach und der Freien Wähler haben sich intensiv mit der Zukunft unserer Stadtteile Palmbach und Grünwettersbach beschäftigt und ein Zukunftspapier „Wettersbach 2030“ erstellt. In diesem Papier ist das Thema „Verkehrsentlastung“ eines der Hauptthemen, über welches hier ausführlich berichtet wird.

Reduzierung der Verkehrsbelastung

Eine Hauptaufgabe sieht die CDU/FW-Ortschaftsratsfraktion in der Erarbeitung von Lösungen zur Reduzierung der Verkehrsbelastung in den Ortsdurchfahrten. Hierzu wurden in den letzten Jahren zahlreiche Anträge im Ortschaftsrat gestellt, die vom Rat auch beschlossen wurden. Bei einem Fahrzeugbestand von über 7.000 Fahrzeugen in Wettersbach und insgesamt rund 11.500 Fahrzeugen in den Karlsruher Bergdörfern werden täglich 40.000 bis 60.000 eigene Fahrzeugbewegungen im Bereich unserer Höhenstadtteile verursacht. Diese Anzahl an Fahrten sollen durch zukünftige neue Verkehrskonzepte reduziert werden.

Mit der Umsetzung der Anträge soll ein Beitrag zur Mobilitätswende geleistet werden. Die CDU/FW-Fraktion strebt zur Verkehrsminderung neue Verkehrskonzepte für die Karlsruher Höhenstadtteile an, hierzu ist bspw. ein neues Verkehrsentwicklungskonzept zu erstellen.
Mit der Erarbeitung eines Mobilitätsknotens, also der Vernetzung aller Verkehrsmittel, soll das Ziel einer Verkehrsminderung des ortseigenen PKW-Verkehrs, erreicht werden. So soll zukünftig nicht jeder auf sein eigenes Fahrzeug angewiesen sein. Es soll den örtlichen Einwohnern leichter gemacht werden, auf ihr eigenes Auto zu verzichten.

„Vorbei am Stau“ - neue ÖPNV-Konzepte gefordert

Als Mittelpunkt dieses Mobilitätsknotens seht die Entwicklung eines effektiveren öffentlichen Personennahverkehrs. Nach dem Motto „vorbei am Stau“ setzt sich die Fraktion für einen gut ausgebauten, zuverlässigeren und pünktlicheren Personennahverkehr mit Zukunftsvisionen, insbesondere für die Verbindungen in die Innenstadt, ein.
Im Ortschaftsrat Wettersbach wurde vor wenigen Wochen die Erarbeitung von Konzepten beantragt, um eine zuverlässige und pünktliche ÖPNV-Verbindung zwischen Wettersbach bzw. den Höhenstadtteilen und der Innenstadt zu erreichen. Heute wird für Wettersbach in der Hauptverkehrszeit ein 10-Minuten-Takt zur Haltestelle „Zündhütle“ und ein 20-Minuten-Takt zum Hauptbahnhof angeboten. Auf der Südtangente kommt es jedoch während den Hauptverkehrszeiten fast täglich zu Stauungen, was zu Verspätungen im Linienverkehr der Buslinien 44 und 47 führt. Dies hat zur Folge, dass Fahrgäste Anschlüsse am Hauptbahnhof und im städtischen Nahverkehrsnetz verpassen und dadurch verspätet zum Arbeitsplatz oder zur Schule kommen. Auch die Anschlüsse am Umsteigeknoten Zündhütle funktionieren dann nicht.
Abgesehen von den aktuellen Baustellen, wird für die nächsten Jahre eine Zunahme des LKW- und PKW-Verkehrs von circa 30% prognostiziert, was dauerhafte Verkehrsbehinderungen auch auf der Südtangente zur Folge haben wird. Gleichzeitig wachsen durch neue Wohnbaugebiete die Einwohnerzahlen in allen östlichen Stadtteilen. Dann wird der heutige ÖPNV in der Hauptverkehrszeit nicht mehr funktionieren.
Die Wettersbacher Ortschaftsratsfraktion hat verschiedene Punkte zusammengetragen, die in den neuen Konzepten auf ihre Machbarkeit geprüft werden sollen.

Schnelle Busverbindung in die Innenstadt

Zur kurzfristigen Umsetzung werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen:
Einrichtung einer Busspur auf der Südtangente in Fahrtrichtung Pfalz, zwischen der Ausfahrt Nr. 1 Wolfartsweierer Straße und Ausfahrt Nr. 2 Hauptbahnhof, auf dem bestehenden Standstreifen. Diese dann circa ein Kilometer lange Busspur sollte bei Stau für den ÖPNV freigegeben werden. Der am stärksten betroffene Streckenabschnitt könnte so kurzfristig entlastet werden. Trotz der schmalen Standspur wird bei Stau eine Busspur mit einer Freigabe bis 40 km/h für sinnvoll erachtet. Dies wird bereits in anderen Städten umgesetzt.
Eine weitere Möglichkeit ist die Schaffung einer zweiten Buslinie in die Innenstadt.
Diese wäre durch eine Verlängerung der Buslinie 47A vom Zündhütle bis Gottesauer Platz relativ einfach zu realisieren. Die Linie 47A verkehrt als Verdichtungstakt zur Hauptverkehrszeit zwischen Palmbach und der Haltestelle „Zündhütle“. Hier werden zwei Varianten zur Prüfung vorgeschlagen:
Variante 1 als Schnellbus über die Südtangente und Wolfartsweier Brücke, dann der Linienführung der Buslinie 42 folgend, mit Anschluss an die Stadtbahnhaltestellen Wolfartsweier Straße und Gottesauer Platz.
Variante 2: Verlängerung Buslinie 47A vom Zündhütle durch das Industriegebietes Killisfeld und weiter über die Wolfartsweier Brücke bis Gottesauer Platz. Dieser Vorschlag hat den Vorteil, dass das Industriegebiet Killisfeld an die Bergdörfer und das Zündhütle angeschlossen ist. Jedoch gibt es dann keinen Zeitvorteil mehr bei der Fahrt in die Innenstadt, im Vergleich zur Straßenbahnlinie 2.

Außerdem werden folgende Verbesserungen im Busliniennetz angeregt:
a) Durchgehender 20-Minutentakt der Linie 47 in den Abendstunden sowie am Wochenende ganztags.
b) Zusätzliche Schnellbusfahrten über die Ortsumgehung Wolfartsweier (Linie 47X), auch auf den Heimfahrten.
c) Verknüpfung der Wettersbacher Buslinien mit der Linie 115 in Waldbronn
d) Erhalt und Ausbau der Buslinie 118 nach Langensteinbach

Busspuren – Straßenbahn - Seilbahn

Mittelfristig sollte für die Karlsruher Bergdörfer ein neues ÖPNV-Konzept entwickelt werden, um alle östlichen Stadtteile schneller und zuverlässiger an die Innenstadt anzuschließen.
Hierbei sollen folgende Maßnahmen auf ihre Machbarkeit geprüft werden:

a) Verwirklichung von Busspuren oder Busstraßen vom Zündhütle in die Innenstadt

b) Neue Stadtbahnlinie vom Zündhütle durch das Killisfeld und über die Wolfartsweierer Brücke mit Anschluss an die Südostbahn beim Kreisel. Diese Maßnahme ist besonders beim geplanten Ausbau der Wolfartsweierer Brücke zu prüfen. Dieser Streckenabschnitt könnte mit der angedachten Stadtbahnlinie von Wolfartsweier nach Ettlingen verknüpft werden.

c) Straßenbahnlinie in die Höhenstadtteile. Diese ist bereits im Nahverkehrsplan 2014 enthalten. Nach Einschätzung der CDU/FW-Ortschaftsratsfraktion wird diese schwer zu verwirklichen sein, was sich aktuell auch bei der Radwegeplanung nach Grünwettersbach zeigt.

d) ÖPNV-Seilbahn in die Höhenstadtteile. Diese Maßnahme ist in der KVV-Netzkonzeption 2020/2030 als alternative ÖPNV-Verbindungen bis nach Palmbach angedacht.
Im Verkehrsministerium Baden-Württemberg wurde 2018 eine ÖPNV-Seilbahn-Studie für Baden-Württemberg erarbeitet und vorgestellt. Für die Stadt Stuttgart sollen in einem Pilotprojekt die Möglichkeiten für eine Seilbahn untersucht werden.
Link: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/seilbahn-studie-fuer-baden-wuerttemberg-vorgestellt-1/
Außerdem wurden am KIT - Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) [Puhe, Maike (Projektleitung); Max Reichenbach] die Studie „Hoch hinaus in Baden-Württemberg: Machbarkeit, Chancen und Hemmnisse urbaner Luftseilbahnen“ erarbeitet.
Link: https://www.deutschernahverkehrstag.de/fileadmin/documents/praesentationen/2018/DNT2018_Praesentation_Reichenbach.pdf

Nach Meinung der Fraktion, sollen alle Zukunftsvisionen geprüft werden. Das Ziel der Stadt Karlsruhe soll es sein, den ÖPNV so zu gestalten, dass er für PKW-Fahrer aus den Umlandgemeinden, die ansonsten täglich im Stau stehen, zu einer realistischen Alternative wird, um schneller und pünktlicher in die Innenstadt zu gelangen. Nur ein gut ausgebauter, schneller und attraktiver Personennahverkehr kann Autofahrer überzeugen, auf Bus und Bahn umzusteigen.
Im Ortschaftsrat Wettersbach wurde daher angeregt, einen „Runden Tisch“ mit Vertretern von ÖPNV-Verkehrsplanern und Vertretern des Ortschaftsrates zu diesem Themenkomplex einzurichten. In diesen Planungsprozess sind die Ortschaftsräte in Stupferich, Hohenwettersbach, Wolfartsweier und Durlach (Bergwald) mit einzubinden. Außerdem sollte der Bedarf in den Nachbarorten Karlsbad und Waldbronn ermittelt werden.

Mobilitätsknoten

Mit einem weiteren Antrag, in der Mai-Sitzung des Wettersbacher Ortschaftsrates, wurde beantragt einen Mobilitätsknoten in den Höhenstadtteilen zu entwickeln und zahlreiche Punkte für ein neues Verkehrskonzept zu prüfen und zu beurteilen.

Bei der Erstellung eines Entwicklungskonzeptes für einen Mobilitätskonten in den Höhenstadtteilen sollen, ergänzend zu einem ausgebauten ÖPNV, folgende Punkte berücksichtigt werden:
• Anschluss des P+M-Autobahnparkplatzes zwischen Stupferich und Palmbach an das Busliniennetz
• Neue P+R Parkplätze, um Pendlern aus dem Landkreis den Umstieg in den ÖPNV zu erleichtern
Kurzstreckentarife innerhalb der Karlsruher Höhenstadtteile
Car-Sharing-Stationen in jedem Höhenstadtteil  (bspw. Stadtmobil)
„On-Demand-Verkehre“, mit einer App bestellbare fünfsitzige Kleinbusse
• Anschlüsse der außenliegenden Wohngebiete an das Hauptbusnetz
• Konzepte für bessere Seniorenmobilität
Ladestationen für E-Mobile in allen Stadtteilen und Umsteigeparkplätzen
Radwegeausbau, hier ist im Besonderen der Radweg nach Wolfartsweier wichtig. Der Radverkehr wird mit der weiteren Verbreitung von E-Bikes zunehmen
Leihfahrrad-Stationen (auch mit E-Bike) in allen Bergdörfern
• Ladestationen für E-Bikes
• Auch die für Karlsruhe für das „Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg“ bestellten elektrisch-betriebenen Minibusse könnten in unserer Region getestet werden.
Zum Kernthema Mobilität gehört ganz besonders der Bau des Radweges zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier, der für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer wichtig ist. Bei der Ortschaftsratssitzung am 02.04.2019 wurde das Thema aufgrund des CDU/FW-Antrages wieder behandelt. Das Planfeststellungsverfahren läuft und muss nun schnell abgeschlossen werden, damit der Radweg endlich realisiert wird. Der gesamte Ortschaftsrat hatte die Forderung, dass das komplizierte Bauverfahren "Bewehrte Erde" zügig vorangebracht und nicht weiter verzögert wird. Für die Sicherheit des weiter zunehmenden Radverkehrs zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier sieht der Ortschaftsrat Wettersbach den Radweg, auch in dieser aufwendigen Variante, als unverzichtbar an.

Die CDU/FW-Ortschaftsratsfraktion ist sich bewusst, dass sämtliche Maßnahmen im ÖPNV auch mit der Aufwendung finanzieller Mittel verbunden sind. Wenn jedoch bestehende Strukturen optimiert werden, führt dies gleichermaßen zu einem effektiveren Einsatz aufgewendeter Mittel und zur besseren Erreichung der Klimaschutzziele.

Weitere Informationen bei www.cdu-fw-wettersbach.de

(Roland Jourdan)

Weitere Links:
KVV-Netzkonzeption 2020/2030:https://www.kvv.de/fileadmin/user_upload/kvv/Dateien/Broschueren/Abschlussbericht_Netzkonzeption_2020-2030_der_VBK__AVG_und_KVV.pdf

Nahverkehrsplan Karlsruhe 2014: https://www.kvv.de/fileadmin/user.../KVV_Nahverkehrsplan_2014_Endversion.pdf

Zur Webseite des KVV: www.kvv.de

Autor:

Roland Jourdan aus Karlsruhe

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