Führungswechsel im Nachwuchsleistungszentrum des FCK
Auf der Suche nach Kapital

von Jens Vollmer

FCK. Der FCK braucht Kapital, am allerliebsten eigenes, doch in der derzeitigen sportlichen Situation ist das Einsammeln von Geldern mühselig.
Im Raum steht eine Finanzierungslücke von knapp 12 Millionen Euro, fünf zur Finanzierung einer weiteren Drittligasaison und 6,7 Millionen zur Rückzahlung der ersten Betze-Anleihe aus der Kuntz-Grünewalt-Ära, fällig im August 2019.
Das bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung vorgestellte Vier-Säulen-Modell der neuen Kapitalgesellschaft soll zwar mit insgesamt 50 Millionen Euro frischem Geld gefüllt werden, doch weder ist ein Großinvestor gefunden, noch kann der Fan seinen kleinen Teil am FCK erstehen, diese Möglichkeit fehlt nach wie vor.
Stattdessen kann nun eine neue, die „Betze Anleihe II“,  gezeichnet werden. Fünf Prozent Zins pro Jahr werden geboten, zu zeichnen über ein Wertpapierdepot. Alternativ kann die Geldanlage auch über die Crowdlending-Plattform www.Kapilendo.de erfolgen. Bei Redaktionsschluss, nach sechs von 30 Tagen, stehen dort 292.400 Euro zu Buche, 500.000 müssen es als unteres Limit mindestens werden.
Außerdem hat Finanzvorstand Klatt weiter an Stellschrauben gedreht und circa zwei Millionen Euro an Gehältern sparen können.
Schon länger ist bekannt, dass mehrere Regionalinvestoren bereit sind, in den FCK zu investieren, aber abwarten, wie sich die Gesamtsituation entwickelt. Da mittlerweile die Zeit drängt und der FCK seine Lizenz sichern muss, haben nun als Signal für weitere Regionalinvestoren bfd (Buchholz), Kemmler Kopier Systeme und Dr. Theiss Naturwaren als erste Anteile am FCK erworben, insgesamt 500.000 Euro, also ein Prozent der insgesamt zum Verkauf stehenden Anteile.
Das alles sind keine den Verein rettenden Beträge, doch zusammenaddiert wird das Finanzproblem zumindest ein Stück weit kleiner.
Plan der Verantwortlichen ist es, die bis zum Stichtag verbleibende Finanzierungslücke über fremde Kreditgeber zu besorgen, die Zusagen hierfür sollen vorliegen. Das ist aber die teuerste Variante, den FCK am Leben zu halten und aus diesem Grund längst nicht von allen die bevorzugte Lösung.
Nach wie vor schwelt deshalb der Streit im Aufsichtsrat. Der vereinbarte Burgfrieden hielt nur kurz, eine Diskussionsrunde des SWR offenbarte die Gräben erneut. Während Patrick Banf einen allzu mächtigen Investor und das Aufweichen des 4-Säulen-Modells verhindern möchte, drängen Aufsichtsratsmitglied Michael Littig sowie Hauptsponsor Harald Layenberger auf die Intensivierung der Gespräche mit Großsponsor Mikhail Ponomarev, der in bisherigen Vereinen zwar das Ruder fest in der Hand haben wollte, aber - glaubt man den Medienberichten - dafür angeblich bis zu 30 Millionen auf den Tisch legen würde.
Da im Januar nach einem ersten Eklat eine mögliche Rotation an der Spitze des Aufsichtsrates angedacht wurde, erwarten Insider für die am Donnerstag anstehende Aufsichtsratssitzung mögliche Änderungen, die auch neue Bewegung in die Investorensuche bringen könnte.

Mit dem investierten Geld verfolge der 1. FC Kaiserslautern - so die Pressemeldung zur Betze-Anleihe - einen klaren Plan: „In den kommenden Jahren soll der eingeschlagene sportliche Weg, nachhaltig eine junge Mannschaft mit vielen Eigengewächsen aufzubauen und Leistungsträger langfristig am Betzenberg zu binden, fortgesetzt und somit nicht nur sportliche, sondern auch wirtschaftliche Substanz geschaffen werden.“
Umso verwunderlicher war die zweite Pressemeldung letzter Woche, denn dort wurde die vorzeitige Vertragsauflösung mit Manfred Paula, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, verkündet. Im vergangenen Jahr hatte man eben diesen Vertrag noch vorzeitig verlängert. „Wir haben uns nach Gesprächen mit Manfred Paula darauf verständigt, dass wir den noch bis 2021 laufenden Vertrag im beiderseitigen Einvernehmen zum 30. Juli 2019 auflösen. Wir möchten uns an dieser Stelle bei Manfred Paula für die gute Arbeit am Nachwuchsleistungszentrum und die herausragenden Ergebnisse bei der Ausbildung unserer jungen Talente bedanken. Zur künftigen strategischen und personellen Ausrichtung des Nachwuchsleistungszentrums werden wir in den kommenden Wochen informieren“, heißt es nun in der Pressemeldung. Trotz der üblichen Floskeln ist die Unzufriedenheit herauszulesen.
Per Facebook hat FCK-Ikone Hans-Peter Briegel den Nachwuchstrainer und Ex-FCK-Spieler Axel Roos als Nachfolger vorgeschlagen, welcher seit Jahren erfolgreich Nachwuchsarbeit in Eigenregie betreibt. Diese Personalie hätte sicherlich positive Signalwirkung.

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