Vorstellung einer neuen Lautrer ZEITUNG
DER FLIEGENPILZ

Dies hier ist die zweite Seite des Fliegenpilzes, einer Literaturzeitung, die es kostenlos z.B. bei der Blauen Blume gibt. Vor Weihnacht erscheint die zweite Ausgabe. Bei der ersten Ausgabe mit dabei: Birgit Heid, Christina Bacher, Vera Gniffke, Manfred Dechert, Andreas Fillibeck, Winfried Anslinger, Ekkehard Walter und Uwe Honnef... Birgit Heid ist Vorsitzende des Literarischen Vereins der Pfalz. Christina Bacher schreibt Krimis und Jugendbücher und betreibt in Köln die Obdachlosenzeitung und auch andere Zeitungen. Dechert gewann schon oft Mundartpreise und auch den Toto Lotto Preis des Landes Rheinland-Pfalz. Fillibeck schreibt Satiren, gab unter anderem ein satirisches Kochbuch heraus, auch ist er allseits als Rheinpfalz Reporter bekannt. Anslinger wurde zweimal mit der Jahresgabe des Literarischen Vereins der Pfalz bedacht. Ein kleines Bild von der Kunstpädagogin Vera Gniffke ist auch dabei... Kurze Lyrik von Honnef und Walter zum schmunzeln ist auch drin.

In der Zeitung geht es um Science Fiction, Pink Floyd, ums Kochen, auch über Trauer und es ist auch ein Brief an eine bekannte Dichterin enthalten... Von mir ist unter anderem folgendes abgedruckt. Das Heft gab es bisher 350 Mal. Online gibt es das ganze bei: 
www.uwekraus.de/der-Fliegenpilz/

Hier mein Auszug aus dem Roman "Brainspotting", den es auch für 5 € im Buchhandel gibt:


Ich sah gelb.

Vielleicht wisst ihr, was eine Bong ist oder ein Eimer. Mittlerweile machten wir eine Sportart aus dem Kiffen – wer raucht wen unter den Tisch? Wer baut die härtesten Bongs, die größten Kawumms? Einen Eimer kann man auf mehrere Weisen bauen. Wir bauten immer solche: zwei abgeschnittene Colaflaschen werden ineinander gesteckt, eine 1,5- und eine 1Liter Flasche. In das untere, das größere Stück füllt man Wasser und in das obere, das Mundstück, steckt man ein perforiertes Stück Alufolie, in dem man die Mischung, also den Tabak mit dem kleingebröselten Gras oder Haschisch, entzündet. Dann zieht man langsam die obere Plastikflasche nach oben und durch den Unterdruck, der in der Flasche dann entsteht, kommt eine Menge Qualm in die Flasche. Je gelber und kräftiger, desto besser. Dann vorsichtig das kleine Stück Alufolie vom Mundstück der Flasche abgenommen und den Rauch tief eingesogen bis die Flasche leer ist.
Uns kam es nicht auf den Wochentag an, wir kifften immer. Auch vor Klausuren, die wir mit unseren vereiterten Hirnschalen dann in den Sand setzten. Es ging irgendwann nichts mehr rein. Doch vergaß ich mich umzubringen, Da ich am Schluss dachte: Dann werd ich Müllmann.
Aber an diesem einen Abend war es anders, zu viel. Ich zerbrach, mein erster Schock. Wir saßen im Bauwagen bei Schlafi, einem Freund. Ich hatte ihn mit zehn bei den Pfadfindern kennen gelernt. Sein Vater fuhr uns immer zur Schule. Er war ein Jahr älter als ich und hatte eine Schwester in meinem Alter. Wir feierten Europameisterschaften und Weltmeisterschaften bei ihm und seinen Eltern im Wohnzimmer und jetzt, jetzt musste ich in seinem Bauwagen kotzen, weil ich ihm beweisen wollte, mehr rauchen zu können als er.
Ich musste die Augen schließen, doch alles in dem Bauwagen war nun in meinem Kopf. Ich war taub und konnte nicht mehr gehen, ich hatte das ganze Gefüge des Raumes in mir. Gelb, ich war gelb wie die Simpsons. Der Bewusstlosigkeit nah, sah ich die Poster und die Schallplattenspieler, die Bongs und den ganzen Bauwagen vor mir als hätte ich die Augen offen. Ich wollte aufstehen und sackte zusammen.
Schlafi sagte, ich solle den Kotzeimer endlich raustragen. Doch ich konnte nicht mal stehen, meine Beine versagten. Kälte überfiel mich, dann wurde die Tür geöffnet und die frische Luft tat gut. Nervenzusammenbruch. Zu viel gekifft. Eimer. Dosen. Bongs.
Over and out
Ich war nicht mehr ich selbst und als ich die Augen öffnete, war alles gelb. Schlafi, der Züchter dieser halluzinogenen Pflanzen, spielte ausgerechnet The Unknown Soldier von den Doors.
Dann kam mein Vater.
Das war ich. Ich fühlte mich wie Jesus, verkündete drei Tage später die Apokalypse in der Innenstadt und sang von der Sonne, die von ewigen Höllenqualen Blut tropfend auf uns niederbrenne.
Ich kam mir vor wie der Rattenfänger von Hameln. Ich lief durch die Stadt, ein Schüler mit telepathischen Fähigkeiten. Sophokles, Antigone, Lysergsäure, meine paranoideste Phase. Im KarstadtCafé glaubte ich, Theaterschauspieler zu sein und wollte für eine Vorstellung üben. Überhaupt schlüpfte ich immer in andere Personen, mal war ich Nietzsche, mal Karl der Große, diesmal Theaterschauspieler. Ich saß da, vor mir eine Tasse Tee – ich trank damals nur Tee – und sprach in klar formuliertem Hochdeutsch vom griechischen Altertum. Aber nicht nur einen Akt, ich las das ganze Buch vor. Die Leute schien das gar nicht zu stören, jedenfalls kam niemand, um mich rauszuschmeißen.
© Uwe Kraus 2010
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Autor:

Uwe Kraus aus Kaiserslautern

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