Erinnerung
Text über meinen Vater Willi Kraus zum Zweiten aktualisiert

Die Untat

Mein Vater war ein starker, kleiner, aber hoher Herr. Er war Lackierer und Fahrzeugbeschichter.

1939, erblickte er im Jahr des Krieges sein Leben. Geboren in Frankfurt am Main am 20.11. als eines von drei Kindern unserer Familie, die später ein Teil meines Lebens, unseres Lebens, der Krausheit sein sollte. Sein Vater war Wäschermeister und Färber von Beruf und stammte ursprünglich aus dem deutschstämmigen Teil Rumäniens in Siebenbürgen. Lore Luise; seine Frau war Ungarin.

Ich verstehe nicht, warum mein Großvater damals, als er wegging von seinem Vater ausgerechnet nach Deutschland, in dieses gottverfluchte 1000 jährige Reich auswanderte. Andererseits ist es löblich, dass er es überhaupt gewagt hatte, seine Kindheit und die Fabrik seines Vaters hinter sich zu lassen, da ja der Kommunismus nach dem Krieg auch viel Schlimmes mit der Bevölkerung brachte.

Auch wenn er, so wie er wollte, nach Amerika gegangen wäre, wäre dies vielleicht nicht die endgültige Erfüllung für uns alle geworden.

Ich bin aber stolz im Land der Dichter und Denker leben zu dürfen, auch wenn es damals ein Richten und Henken war, was von Deutschland und seinem Wahn übrigblieb.

Jedenfalls gilt es, die Geschichte geradezurücken, ohne Zweifel.

Ich fange an aus meinem bescheidenen Leben zu plaudern, denn das ist das, was ich zu meinem Vater seiner Geschichte beisteuern kann.

Alles andere wäre verlogen und würde wahrscheinlich eine Fiktion und meiner eigenen Phantasie entspringen.

Es muss immer etwas passieren, so meine Geburt.

Es war 1979. Ein Jahr der numerischen Zahlenfolgen, ein Jahr der vielen Vorzeichen, kein Jahr der Wunder: ich wurde geboren, die Mauer von Pink Floyd wurde gebaut und das Motto: am Leben bleiben. Das Jahr der Disco und Tanzfilme, ein unnötiges Ereignis: meine Geburt.

Ich werde keinen Hehl daraus machen, ich war und bin ein Taugenichts, ein stilles Wasser, eine Blume, auch ein Dichter und Poet wurde aus mir, aber kein liebender Geist, den ich mir zu sehnlichst sehnte.

Ich schrieb über Vervollkommnung und meine Vielfalt brachte mich, wie wenn ich ein Göttliches Yop durch die Felsen schreien wollt, an den Rande der Vernunft:

Ich wurde krank…

1.

In der Kindheit schien alles unendlich und unheimlich, auch mystisch und magisch, aber kindlich blieb ich nie..

Ich erinnere mich an das Bild aus dem Krankenhaus.

Meine strahlende Mutter, mein Vater, mein Bruder auf dem Polaroid, und in den Armen geborgen, ich, wie eine Befreiung aller Last. Meiner Mutter glänzten die Augen vor Glück, doch ich kreischte wohl vor mich, leise und lästig, vielleicht, das weiß ich nimmer..

Autor:

Uwe Kraus aus Kaiserslautern

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