Text der Zeit
Brainspotting 2 - Ein Romananfang

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1.

Es geht immer nur um mich. Die vergangenheit reut mich in ihrer kraft. Ich kann ganz viel dazu. Ich hab die scheiße doch erlebt.
Ich hab den wortbruch meinen eltern gegenüber – nie bin ich bestraft worden deswegen. Nie. Weder geschlagen noch geköpft.

Ich hab einfach ein großes suchtpotential.

So ist das mit allem. Mit den downers wie mit den drogen.

Versteht das denn keiner? Wenn man mit dem kopf raucht und alles überfrachtet wird. Die idiotie. Einerselbst. Meinerselbst. Einbegriffen.

Schizophrenie ist doch kein kopfweh!

Das ist nervosität sagten die ärzte. Ich meinte immer. Zu dumm. Diese halluz machen dass man nicht schlafen kann. Dann kommt die paranoia – f 20.0.
Blubber dich satt oder rauch die dreißig bongs auf einmal.
Immer wieder.

Da kam also gott an mein grab vor dem ich stand. Dann fand ich mich wider und wider.

2.

Also wenn man das ordnet in jahren:

Ich kam 1979 in diese welt und ging in die schule. Jahrelang. Zeitweise sinnlos das zu erzählen. Es waren glaube ich 18 jahre in denen mich der schulalltag einholte.

Am anfang die kindergeschichten. Die grundrechenkenntnisse. Das erste mal mama. Das zweite mal mutter.

Ich war klein. Traute mich aber nicht vor den anderen kindern mama zu sagen. Wenn ich von meiner mutter sprach, sagte ich meine mutter. Und das schon seit der ersten klasse!
Das war mir zuwider die kindheit breitzutreten. Ich sage heute oder schon seit dieser zeit anita und willi zu meinen eltern. Das zeugt aber nicht von schlechter erziehung.

Ich hatte ein lebendiges leben in diesem ersten tonfall.

Warum trifft es mich?

Das lag doch nicht in den genen, das war auch nicht vorher da.
Das kam mit der schule. Mit dem sechzehnten lebensjahr?
Ich weiß es nimmer.

Der stress, der mich manchmal in trauer und not versetzte, aber auch in diese hochstimmung.

Ich hab das öfters ausgedrückt, beim schreiben.
Direkt auf das papier. Erst mit dem stift, dann mit der maschine und dann mit dem computer.

Leise ist dieses lied.

Wenn man beginnt sich zu erinnern, bleiben viele denkfetzen und viel widerhall auf dem weg durch den seelentunnel.

Wer hat mich jemals klagen gehört – das gehört doch zum leben.
Keine wirre sekunde, die man bereuen muss, und keine halluzination, die nicht einen teil, oder kern voll wahrheit trägt.

Wer hat mich jemals klagen gehört.
Das gehört zum leben. Oder.

Erinnerung kann auch etwas gutes sein. Schlüsse aus dem erlebten ziehen, sie niederdrücken.
Sie ausdrücken kann schon ein wenig halt und heilung bringen.

Leicht zerfällt die erinnerung.

Wie eine feder aus der assoziationskraft. Hier erzählten sie über mich. Hier malte ich bilder und gab mich diesem potential hin. Dort werde ich aber auch gebraucht und zeitweise ist das leben sinnvoll.
Die medikamente zeugen von reiner brutalität.

Wenn ich nichts falsch gemacht hätte, hätte ich keine solche erinnerung. Und kein solches gewissen, das mich zwingt zu anworten und zu arbeiten im gleichnis.

Gerne erinnere ich mich an die kindheit. An die bremer stadtmusikanten, oder die burg, von der ich weiß, ich wollte immer fair und ehrlich sein und nie etwas unrechtes tun. Weder lügen noch trinken. Schon gar nicht rauchen.

Es ist keine erinnerung zu fade, um sie nicht aufzuschreiben. Wie vater in die stube kam und diese geschichten vorlas. Und ich wie gebannt im kinderbett.
Ich weiß diese erinnerung zu schätzen. Die carrera-bahn. Die märklinplatte zu weihnachten.
Im herzen ein goldklumpen so schwer wie die weisheit meiner erfahrungen.

Es ist bestimmt nie schlecht den horizont zu verbreitern. Ihn zu lesen.
Denkt an die benjamin-blümchen-kassette. Die krankenhausfolge.
Hinter dem horizont liegt das gold des regenbogens. Im unterfangen der schleier der berührung, durch den man gehen muss, wenn man immer krank sein will.

Ich brauch hustensaft.

Sagte ich. Und vater nahm den kochlöffel. Aber nur zum spaß. Einmal und nie mehr versuche ich das kinderzimmer im traum einzufangen.

Jetzt ist es leergeräumt und die enten aus entenhausen verlieren ihre bestimmung.
Ich betete mit meinem kindergebetsbuch um die gesundung und freiheit.

Die makabre freiheit.

ICH KOMM HIER NICHT WEG!

Das ist schwer. Ich bin gefangen in erinnerungen. Und die schönsten spielen im nächsten leben.

Ein leben wie ein wetterelefant. Ein leben wie eine tkkg oder drei fragezeichen-spürnase, das wünsch ich euch allen!

Ich sagte: die erinnerung ist gold. TONNENSCHWER!

© Uwe Kraus

Autor:

Uwe Kraus aus Kaiserslautern

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