Handball
TSG Ladies stolpern erneut und schlittern in eine veritable Krise

Lena Motz , die von rechts außen  in die zentrale Position gewechselt ist, wird von 2 Verteidigerinnen der HSG Landau Land geblockt und in die Zange genommen, links (Spielperspektive) erwartet Svenja Ziegler ein Zuspiel-vergeblich
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  • Lena Motz , die von rechts außen in die zentrale Position gewechselt ist, wird von 2 Verteidigerinnen der HSG Landau Land geblockt und in die Zange genommen, links (Spielperspektive) erwartet Svenja Ziegler ein Zuspiel-vergeblich
  • hochgeladen von Wolfgang Merkel

Nachdem schon das Pokalspiel gegen die Eulen von der TSG Friesenheim eklatante Defizite der TSG Ladies aus Haßloch und auch ihres Trainerteams offenbarten, setzte sich diese zu analysierende defizitäre Entwicklung - nach einem Zwischenhoch im Heimspiel gegen die HSG Landau (respektables 28:19 nach fulminanter zweiter Halbzeit) - in den Spielen in Annweiler gegen die HSG Trifels (27:28) und zu Hause gegen TuS Heiligenstein in manifester Weise fort.

Immer klarer wird, dass die personale Kaderplanung von Anfang an nicht ausreichend gewesen war und ist.
Nachdem nun auch die Stammtorhüterin Selina Henrich schwer verletzt - ohne Verschulden einer Gegnerin - vom Platz getragen werden musste, es sah nach einer veritablen Kniegeschichte (Kreuzband?) aus - wird offenbar, dass die TSG Haßloch über keinen annähernd gleichwertigen Ersatz im Tor verfügt.

Auf der Hasalaha-Seite verhinderte der erneute Gala-Auftritt von Leonie Schneider, dass die TSG nicht ganz unterging. 8 Treffer erzielte die Shooterin, die vor eineinhalb Jahren von der Spielgemeinschaft Dudenhofen-Schifferstadt nach Haßloch geflüchtet war (Originalton Peter Motz). Da auch Julia Spieß (Teamcaptain) sich während des Spiels am Kreis stetig steigerte - 7 Goals (1x7m) - hielt sich die Niederlage am Schluss mit 23:28 noch in Grenzen, wiewohl der Sieg der gehandicapten Heiligsteinerinnen (es fehlten die unverzichtbaren Stammkräfte Lena Knauff + Michelle Wilde) mehr als verdient war, waren sie doch während des ganzen Spiels in Vorlage und griffiger als die Hasalaha Mädels.

Das Gerüst bilden "Rina" Schmitt auf Linksaußen, Leonie Schneider auf halblinks, Jessica Glaser auf halbrechts, Lena Motz auf Rechtsaußen, Lea Gärtner und Jana Laubender rotierend in der Schaltzentrale und Julia Spieß am Kreis entlastet durch eine fitte Lisa Motz und naturalmente Selina Henrich im Kasten.
Fällt eine dieser Stammkräfte aus, verletzt oder urlaubend, wird es eng und enger und gegen Heiligenstein allzu eng, denn der Ausfall Selina Henrichs war nicht zu kompensieren, was sofort klar wurde, und in der Zentrale wird weiterhin die verletzte Jana Laubender sehnlichst zurückerwartet, die sich in der Regel in der Vorrunde mit Lea Gärtner abwechselte.

Die stark gehandicapten TuS Spielerinnen feierten naturalmente den nicht erwarteten Sieg euphorisch und auch Trainer Michael Erbrecht war happy und freute sich, dass sein Plan aufgangen war, nämlich Leonie Schneider früh durch Mara Theilmann in Empfang zu nehmen, was in der zweiten Halbzeit immer mehr gelang, zumal Leonie Schneider dann auch Verschnaufpausen brauchte. Mara Theilmann, die diesen Job dann in der zweiten Halbzeit konzentriert erledigte, warf auch noch 5 Treffer und gehörte mit Annika Brecht, der Seele und dem Motor des TuS-Spiels sowie der fulminanten Tina Geier zu den absoluten Stützen des Teams, das bei entsprechender Verstärkung nächste Saison durchaus ganz weit oben mitmischen könnte. Falls die Kandeler Damen aufsteigen, was eine Relegationsrunde mit dem Saarland- und dem Rheinland-Vertreter erst noch erweisen muss.

Aber noch einmal back to Leonie Schneider, die wohl von der TSG nicht zu halten sein dürfte:
In der ersten Hälfte war sie die überragende Spielerin auf der Platte und kaum zu bremsen. 7 Goals in der ersten Hälfte. Trainer Erbrecht gab in der Pause zu, dass das in dieser Dimension so nicht zu erwarten war, zumal sie schon Leonie Schneider ganz oben auf der Liste der tragenden TSG Spielerinnen hatten.
Das Pressing in ihre Richtung wurde dann in der zweiten Hälfte durch Mara Theilmann noch energischer und zusehends erfolgreich praktiziert.

Bei Heiligenstein überragte als Shooterin, trotz einiger Konzentrationsschwächen, Tina Geier, die mit 10 (3x Siebenmeter) Treffern wieder einmal voranging, aber in Zukunft immer mal wieder eine Regenerationspause bekommen sollte, um Unkonzentriertheiten aufgrund von Dauereinsatz vorzubeugen.

Sehr bestimmend und strukturierend war Annika Brecht, von den Brecht-Sisters ( ihre beiden Schwestern spielen bei der TSV Kandel ), die am optimalsten in der Schaltzentrale aufgehoben wäre. Trotz überragenden Spiels, ganz im Sinne der Mannschaft, auch bei ihr ist noch Luft nach oben. Sie kann noch mehr. So z.B. was die Abschlüsse angeht (lediglich 2 Treffer), wiewohl sie der TSG Abwehr arge Probleme bereitete, wenn sie in die Schnittstellen einzudringen versuchte und 2 bis 3 gegnerische Spielerinnen band.

In summa:
Es scheint offensichtlich, dass die Damen der TSG Haßloch nun der intensiven Vorrunde Tribut zollen müssen, viele Spielerinnen wirken ausgebrannt, was nicht für die Trainingsplanung spricht, und bräuchten eigentlich eine Pause. Manche sind bei weitem nicht auf dem Level der Vorrunde. Lisa Motz ist noch meilenweit von der Form entfernt, die sie vor ihrer schweren Bänderverletzung auszeichnete, scheint ihren Bändern, dick getapt, noch nicht ganz zu trauen.

Gegen den TSV Kandel am nächsten Samstag, gegen die das Team in der Vorrunde zu Hause eine deutliche Schlappe hinnehmen musste (23:32) wäre eine konzentrierte und positiv aggressive Defensive gefragt, weil das Spiel sonst gewaltig in die Hose gehen könnte, denn der TSV Kandel ist noch einmal eine andere Hausnummer. Mona Kuczaty, die Brecht-Schwestern und der Trainer saßen bzw. standen im Heiligsteiner Block und beobachten entspannt die Darbietungen der beiden Mannschaften, der Verfolgermannschaften.

Und besonders bedeutsam: Selina Henrich, die für 10-12 Paraden immer zu haben ist, wird definitiv nicht zwischen den Pfosten stehen.

Trainer Erdem von der TSV Kandel ging wie seine Mädels also sehr entspannt aus der Halle.
Leonie Schneider dürfte von den Kappes-Sisters deutlich vor dem Kreis gestellt werden und dann darf man gespannt sein, was sich in der Offensive so tut. Lena Motz wird es alleine, auf Rechtsaußen gar, nicht richten können und dass Julia Spieß am Kreis starke Auftritte haben kann, hat der Kandeler Trainer auch gesehen.

Schauen wir mal wie das "Entscheidungsspiel" zwischen der Nummer eins und der Nummer zwei in der Pfalzliga von statten geht, das nach der Niederlage der TSG Mädels eigentlich keines mehr ist. Im Gegenteil - Heiligenstein schnuppert an Platz 2 und falls die Mädels um Tina Geier und Annika Brecht zu Hause gegen die TV Wörth obsiegen, sind sie - allerdings mit schlechterem Torverhältnis - punktgleich mit der TSG aus Hasalaha.

Wolfgang Merkel, Free German Press für SÜWE-Presse / Wochenblatt Speyer&Germersheim online / Wochenblatt Haßloch online/ Portal Damenhandball
Fotoarchiv Merkel+Merkel

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