Dunkle Wolken über Haßloch - Ein Kommentar
Bauvorhaben sorgt weiterhin für Zündstoff

Bebauungsplanentwurf Variante 2 (Ausschnitt) [Planungsbüro Piske]
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  • Bebauungsplanentwurf Variante 2 (Ausschnitt) [Planungsbüro Piske]
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Bei den Kindern und Erwachsenen in der Emil-Schneider-Str. und Kurt-Flockert-Str. ist die Stimmung zur Zeit im Keller. Die Fröhlichkeit ist abhanden gekommen und wo man auch hinhört, begegnet man auf Unverständnis über die eingereichten Pläne des Eigentümers und nun auch vorgelegten Bebauungspläne der Gemeinde die nun am 14.11.2019 als Beschlussvorschlag im Bau-, Verkehrs- und Entwicklungsauschuss (BVE) behandelt und beschlossen werden sollen.

Es handelt sich um das Grundstück der Firma „Bienen Hamann“ Flurstücke 47/1, 49/1 und 49/2 mit insgesamt 4593qm. Nachdem beschlossen wurde den restlichen Teil des Betriebs ins vorhandene Gewerbegrundstück überzusiedeln hat der Eigentümer und Vorhabenträger geplant, das nicht mehr benötigte Areal mit 3 Einfamilienhäuser 2 großen Mehrfamilienhäuser (Wohnblöcken) bebauen zu lassen.

Das letzte Puzzleteil zwischen den vorhandenen Baugebieten „Verlängerte Friedhofstrasse“ und „Im Kussel“ soll nun geschlossen werden und die Erwartungen und Hoffnungen der Anwohner - auf ein integrierenden Bebauungsplan - waren vorhanden und wurden bisher mit den Plänen von Seiten des Vorhabenträgers und der Gemeinde enttäuscht.

Pläne und Ideen um dieses Baugebiet angepasst in die bestehenden Gebiete zu Integrieren gibt und gab es genug. Auch die Rechtsprechung hat wiederholt darauf hingewiesen, dass ein Bebauungsplan so aufzustellen ist, dass sich die Gebäude sowohl in Grundstücksfläche als auch nach der Geschosszahl und -höhe zur Umgebung anpassen. Ebenso sagt die Rechtsprechung, dass bei der Erstellung eines Bebauungsplans die Interessen aller Betroffener zu berücksichtigen sind.

Beginnend mit den Plänen aus 1999, bei dem das Gebiet bereits zu dem neuen Baugebiet hätte mit erschlossen werden sollen, bis zu den aktuellen Plänen der Anwohner reichen die Überlegungen. Selbst in den Anfangsplänen waren nur Einfamilien-, Reihenhäuser und Doppelhaushälften vorgesehen und eingezeichnet.

Der Eigentümer und Vorhabenträger wollen aber mehr daraus machen und planen nunmehr 2 Mehrfamilienhäuser (2 Blöcke mit je 9-10 Wohneinheiten) und 3 Einfamilienhäuser. Ein enormer Zuwachs an Bewohnern und Verkehr ist zu befürchten (18 Wohnungen,1EFH, 2 DHH) für die ohnehin enge Straßenverhältnisse der Spielstraßen. „Zumal durch die Zufahrt zur Tiefgaragen über die Emil-Schneider-Straße ein einseitige Belastung des Verkehrs zu erwarten ist und die Kinder nicht mehr ohne weiteres auf der Straßen spielen können“, so die Anwohner

Die geplante Straßenverbindung zwischen Friedhofstrasse und Emil-Schneider-Straße würde hauptsächlich über öffentliche Grundstücke laufen. Der Eigentümer muss noch nicht einmal einen Anteil für infrastrukturelle Maßnahmen abtreten“ sind weitere Anmerkungen die nachvollziehbar sind. Ein weiteres Unverständnis der Anwohner ist: „Die Zufahrt zum Betrieb erfolgte nur über die Friedhofstrasse, weshalb sollen jetzt die Zufahrt zur geplanten Tiefgarage über die Emil-Schneider-Straße erfolgen?“. Auch die Begründung, daß eine Verbindungsstraße für Müllfahrzeuge vorteilhaft wäre,  ist nicht nachvollziehbar, da beide Straßen einen anderen „Müllplan“ und somit einen anderen Abfuhrkalender haben. 

Selbst in der Sitzung des Bau-, Verkehrs- und Entwicklungsausschuss vom 18.04.2019 kritisierten die Mitglieder des Ausschusses, dass das Baukonzept mit 2 Mehrfamilienhäusern keinen Höhenbezug zur Umgebungsbebauung aufweist und insgesamt zu massiv ist. In der jetzigen Planung finden diese Bedenken keine Berücksichtigung und man fragt sich weshalb dies nicht beachtet wird.

Was nicht passt, wird passend gemacht“ wird dem ganzen Prozedere der Gemeinde vorgeworfen.

Mit vereinten Kräften verschaffen wir uns Gehör“, weshalb sich im Frühjahr die „Bürgerinitiative PRO Wohngebiet“ gebildet hat, die sich aus den Anwohnern der anliegenden Straßen zusammensetzt. Gemeinsam wurde ein Schreiben am 10.11.2019 an den Bürgermeister, den Mitgliedern des BVE-Auschusses, den Fraktionsvorsitzenden und der Bauverwaltung geschickt, mit der Bitte, sich zunächst den verschiedenen Entwürfen einer Bebauung, welche die Anwohner entwickelt haben, anzunehmen, bevor über die Beschlussvorlage am 14.11.2019 abgestimmt wird.

Es wird sicherlich nicht den „ultimativen“ Plan geben, der jedem Anwohner, Bauvorhabenträger und Gemeindeverantworlichen gerecht wird, aber es sollten mehr die Interessen und Ideen der Anwohner bei dem Bauprojekt Gehör finden. Hierzu gibt es Pläne und Ideen welche bis 1999 zurückreichen und als Ganzes ein schönes letztes Puzzleteil für dieses Gebiet darstellen.

Bebauungsplanentwurf Variante 2 (Ausschnitt) [Planungsbüro Piske]
Einer der Entwürfe der Anwohner
Autor:

Duco Prins aus Haßloch

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