Zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit
Qualitätsoffensive „Biomüll“ im Landkreis Germersheim

Der Biomüll wird strenger kontrolliert
  • Der Biomüll wird strenger kontrolliert
  • Foto: Kreisverwaltung Germersheim
  • hochgeladen von Heike Schwitalla

Landkreis Germersheim. In den kommenden Monaten wird es verstärkt zu Kontrollen der Biotonnen im Landkreis Germersheim kommen. Ein Team aus sechs Kontrolleuren wird dabei systematisch die einzelnen Straßen des Landkreises aufsuchen und prüfen, ob Biotonnen möglicherweise Fremdabfall enthalten.
Bei leichteren Verschmutzungen des Bioabfalls mit Plastik oder Restmüll wird eine gelbe Banderole an der Biotonne angebracht – was einer Verwarnung gleichkommt. Sie weisen darauf hin zukünftig besser zu trennen. Die Tonne wird dennoch geleert. Bei starker Vermischung mit Störstoffen erhält die Tonne eine rote Banderole und wird nicht geleert. Der Inhalt der Tonne muss dann eigenhändig nachsortiert werden und kann erst beim folgenden Leerungstermin wieder geleert werden. Alternativ kann der Grundstückseigentümer / die Grundstücksverwaltung eine kostenpflichtige Sonderleerung (als Restmüll) beantragen.

Eine Sonderleerung der Biotonne als Restmüll kostet je nach Größe der Biotonne zwischen 15,50 und 49,50 Euro. Bei falsch gefüllten Biotonnen wird den betroffenen Haushalten zusätzlich ein Hinweisblatt mit weitergehenden Informationen zur richtigen Mülltrennung und Füllung der Biotonne in den Briefkasten eingeworfen.

„Im Landkreis Germersheim werden konstant Fehlfüllungen von Biotonnen festgestellt“, erklärt Jürgen Stumpf, Leiter des Fachbereiches Abfallwirtschaft, der Kreisverwaltung Germersheim. „Insbesondere große Wohneinheiten, also Hochhäuser oder Wohnblocks sind betroffen. Aber leider auch viele Biotonnen bei kleineren Wohneinheiten. Hier sind die Tonnen oft mit Abfällen wie Kunststofftüten und allen Arten von Restmüll, Zigarettenkippen und Verpackungen richtiggehend durchsetzt“, ergänzt Stumpf.
Laut Stumpf ist Biomüll mit solchen Fehlfüllungen nicht verwertbar. Statt in der Biogasanlage zur Stromgewinnung beizutragen und als Kompost auf Äckern das Bodenleben zu verbessern, muss er teuer als Restmüll verbrannt werden. Es ist daher ein großes Anliegen der Abfallwirtschaft, die Qualität des Biomülls zu gewährleisten und stofffremde Verschmutzungen zu verhindern.
Verpackungen aus Plastik sind weltweit Teil eines der größten Umweltprobleme. Plastiktüten verschmutzen inzwischen nicht nur sämtliche Weltmeere, sondern sie gelangen aufgrund von Plastikabfall in Biotonnen auch auf Wiesen, Feldern und Äckern – und so am Ende über die Nahrungsmittel im Essen. In die Biotonne gehören ausschließlich Grünabfälle aus dem Garten sowie Küchenabfälle wie Speisereste, Obst-und Gemüsereste oder Tee- und Kaffeereste. Es ist erlaubt, Küchenabfälle Zeitungspapier einzuwickeln oder mit Papiertüten in der Biotonne zu entsorgen. Papier stellt bei der Kompostierung des Biomülls kein Problem dar, da es sehr schnell verrottet. Verboten sind neben Plastiktüten auch kompostierbare „Plastiktüten“ (zum Beispiel Maisstärkebeutel) obwohl diese vom Handel als kompostierbar angepriesen werden. Sie verrotten zu langsam und würden daher im Kompost und auf den Äckern landen.
„Ich hoffe, dass wir die Bürger weiter motivieren können bei der Mülltrennung sorgsam und achtsam zu sein. Denn nur aus gut getrenntem Bio-Wertstoff kann wertvoller Kompost ohne Mikroplastik hervorgehen“ erklärt Germersheims Landrat, Dr. Fritz Brechtel. „Helfen Sie mit! Bitte werfen Sie keinen Plastik- oder Restmüll in die Biotonne und schützen Sie so unsere Umwelt und unsere Gesundheit“, so der Appell Brechtels.

Autor:

Heike Schwitalla aus Karlsruhe

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