Gefahr von Wildunfällen steigt wegen Paarungszeit jetzt an
"Blind vor Liebe"

"Blind vor Liebe" - Rehwild befindet sich die nächsten Tage und Wochen im Liebesrausch. Autofahrer sollten gut aufpassen.
  • "Blind vor Liebe" - Rehwild befindet sich die nächsten Tage und Wochen im Liebesrausch. Autofahrer sollten gut aufpassen.
  • Foto: Pixabay/hega
  • hochgeladen von Julia Lutz

Natur. Von Ende Juli bis Anfang August erreicht die Paarungszeit des Rehwildes ihren Zenit. „Blind vor Liebe“ überqueren die Tiere Straßen und Wege. Das Liebesspiel der Tiere fordert jetzt erhöhte Achtsamkeit von Verkehrsteilnehmern. Es besteht akute Gefahr durch Wildunfälle.Liebestolle Rehe verlieren während der sogenannten Blattzeit – der jagdliche Ausdruck für die Paarungszeit des Rehwildes – häufig den Blick für die ihnen drohenden Gefahren. Rehböcke überqueren auf der Suche nach paarungswilligen Ricken und unwillkommenen Konkurrenten scheinbar achtlos Straßen und bringen damit Verkehrsteilnehmer in Gefahr.

25.000 Wildunfälle im Jahr 2017 in der Pfalz

Rund 25.000 Wildunfälle ereigneten sich in Rheinland-Pfalz im Jahr 2017. Im Vergleich zu 2016 stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit Wildtieren um 8,77 Prozent an. Rund 10.000 Rehe fanden im Jagdjahr 2016/2017 den Tod auf rheinland-pfälzischen Straßen. Keine andere Wildart kommt so oft unter die Räder. In der Regel sind die Morgen- und Abendstunden besonders gefährlich. Während der Blattzeit muss aber auch zur Tageszeit mit Wildtieren auf der Straße gerechnet werden. Autofahrer können mit dem richtigen Verhalten Wildunfälle selbst vermeiden. Eine den Gegebenheiten angepasste Geschwindigkeit ist die wichtigste Regel. Denn wer mit 100 statt mit 80 Stundenkilometern unterwegs ist, hat bereits einen 25 Meter längeren Bremsweg.
Lässt sich eine Kollision trotz aller Vorsicht nicht vermeiden, sollten Fahrzeugführer das Lenkrad gerade halten und nicht versuchen auszuweichen – die Folgen eines solchen Manövers könnten noch verheerender sein. Ist es zum Crash mit einem Wildtier gekommen, muss der Fahrzeugführer die Unfallstelle absichern und umgehend die Polizei und gegebenenfalls den zuständigen Jäger informieren. Keinesfalls darf ein verendetes Tier in das eigene Auto „eingepackt“ werden, denn das wäre Jagdwilderei. 
Wer nicht gerade ein Fahrzeug lenken muss, hat jetzt gute Chancen, Rehe beim Liebesspiel zu beobachten. Dabei hinterlassen verliebte Rehe auf Wiesen und Feldern sogenannte Hexenringe, die durch das kreisförmige hinterherlaufen der Rehe entstehen. Der jagdliche Ausdruck „Blattzeit“ leitet sich aus der Tradition ab, mit Hilfe eines Buchenblattes die Fieplaute eines weiblichen Rehes zu imitieren und somit brunftige Böcke anzulocken. ps

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen