Größte Baustelle seit dem Festungsbau in der Kreisstadt
Germersheim eröffnet wieder den Paradeplatz

In der Bildergalerie zeigen wir die Baustelle Paradeplatz und Luitpoldplatz.
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  • In der Bildergalerie zeigen wir die Baustelle Paradeplatz und Luitpoldplatz.
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Germersheim. Viereinhalb Jahre ist es her, dass Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) beim Spatenstich gemeinsam mit Bürgermeister Marcus Schaile (CDU) in der Festungsstadt Germersheim den Startschuss für das Projekt „Neue Stadträume Paradeplatz“ gab. Die große Umgestaltung des Luitpoldplatzes, des Paradeplatzes und der Straße zum Weißenburger Tor begann mit dem Bau des Parkplatzes am Weißenburger Tor im April 2014 und endet jetzt mit der Umgestaltung des Paradeplatzes. Das Großprojekt umfasst 30.000 Quadratmeter. Die Kosten belaufen sich auf rund 8,5 Millionen Euro.

Große Eröffnung

Am Mittwoch, 28. November, wird um 18.30 Uhr der Paradeplatz nach über viereinhalb Jahren wieder eröffnet. Nach den offiziellen Reden spielt die Band „The Teachers“ und der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Germersheim wird die Bürger bewirten. Danach gibt es noch eine große Überraschung für alle Bürger. Außerdem soll eine Fotoausstellung zeigen, wie sehr sich der Paradeplatz in den letzten viereinhalb Jahren verändert hat. Die Bürger sind zu diesem besonderen Ereignis in der Festungsstadt herzlich eingeladen.

Der Paradeplatz früher

In seiner ursprünglichen, historischen Ausprägung zeigte sich der Paradeplatz in Germersheim als klare Fläche, umgeben mit einer doppelten Baumreihe, die in jüngster Vergangenheit als kostenfreier Parkplatz genutzt wurde.
Innerhalb der doppelten Baumreihe befand sich ein Boulevard aus wassergebundener Wegedecke, dies ist gut zu erkennen in der historischen Darstellung aus der Zeit vor dem Jahr 1930. In der alten Darstellungen ist auch die Form des Luitpoldplatzes, damals „Kleiner Platz“, mit Kommandantur und Kriegerdenkmal zu erkennen. In den 1930er Jahren befand sich noch ein Springbrunnen auf dem Areal. Die Ausrichtung des Luitpoldplatzes als liegendes Rechteck mit den abgehenden Straßen wurde städtebaulich neu definiert und eine Querung durch die zur Zeit vorhandene Hauptstraße ist jetzt nicht mehr zwingend vorgegeben. Für den Bereich des Weißenburger Tors ergab sich historisch keine Platzsituation.

Kolossaler Umbruch

Der Paradeplatz ist seit April 2014 komplett neu gestaltet worden.
Richtig angefangen hatte alles mit einem offenen freiraumplanerischen und städtebaulichen Realisierungswettbewerb, der europaweit ausgeschrieben worden war. Das war im Januar 2013. Bereits im April 2013 hat sich das Preisgericht für den Sieger entschieden. „Es waren alles tolle und hochwertige Vorschläge dabei“, sagt Marcus Schaile heute immer noch begeistert. Der Stadtrat hat am 5. Dezember, die Planung für den Parkplatz am Weißenburger Tor beschlossen. Im April 2014 folgte die Auftragsvergabe an die Firma Heinrich Scherer. Scherer bekam auch den Auftrag für den zweiten Bauabschnitt - die Umgestaltung des Luitpoldplatzes.
Diese Umgestaltung begann offiziell am 13. Juni 2016 und dauerte bis Ende 2016. Dazu gehörte dann auch der Abbau des Bayrischen Löwens, dem markanten Kriegerdenkmal.
Die Bismarckstraße war am 23. Juni fertig, die Königstraße kurz vor Weihnachten am 19. Dezember 2016. Parallel dazu begann im Oktober die Öffnung des Lichtgrabens am Lazarettgebäude. Die Hauptarbeiten am Paradeplatz begannen im Januar 2017 nach der Weihnachtspause. Die Arbeiten auf dem Gelände der Kaserne dann offiziell im April. Für die Öffentlichkeit war der Bagerbiss im April 2017 ein besonders markanter Punkt. Die Firma Scherer aus Germersheim nahm die Abbrucharbeiten der Militärgebäude vor im Beisein der Bevölkerung.
Die Firma BWS Korrosionsschutz UG aus Pfaffengrund bei Heidelberg legte im April die Mauernischen auf dem Gelände frei. Mit den Instandsetzungen der Mauern des Lazaretts wurde die Firma HWP aus Mannheim beauftragt. Den Brückensteg fertigte die Firma Schmees & Lühn aus Fresenburg an. Für die Schlosserarbeiten, insbesondere das Geländer, wurde die Firma Thorn beauftragt.
Die Großbaustellen in Germersheim führten immer wieder zu Sperrungen und Änderungen der Verkehrsführung, was auch die etablierten Geschäfte in der Königstraße, der Hauptstraße und den angrenzenden Straßen vor Herausforderungen stellten.

Die Kosten

Schöne neue Dinge kosten bekanntlich Geld. Die Gesamtkosten für die Umgestaltung der städtischen Plätze belaufen sich auf 8,5 Millionen Euro. Allerdings erhielt die Stadt im Rahmen des Bund- und Länder-Prrogramms Aktive Stadtzentren verteilt auf mehrere Jahre Geld. Hinzu kamen Zuwendungen vom Land. Insgesamt wurden so 4,19 Millionen Euro finanziert. Der Rest hat die Stadt bezahlt. Bereits im April 2013 hatte die Stadt die Aufnahme in das Städtebauförderungsprogramm „Aktive Stadtzentren“ beantragt. Bewilligt wurde dieser Antrag im Oktober 2013. Der Stadtrat leitete die vorbereitenden Untersuchungen der Innenstadt mit einem Beschluss dann am 5. Dezember ein.

Größte Baustelle seit 100 Jahren

In Kombination mit dem Umbau der ehemaligen Stadtkaserne zum neuen Einkaufszentrum sei das die „größte Baustelle seit 100 Jahren in Germersheim“ gewesen, sagte Schaile. Und mit Sicherheit werde es die nächsten 100 Jahre keine so große Baustelle mehr in Germersheim geben. Deshalb sei die Vorfreude im Stadtrat und in der Verwaltung besonders groß, die Projekte Paradeplatz und Stadtkaserne gemeistert zu haben. jlz

Bilder zum Bau des Einkaufszentrums gibts hier.

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