Bürgergemeinschaft Durlach und Aue entdeckt den ASB
Hilfen und Dienste im Alter gleich vor der Haustüre

Gesprächsstoff im Foyer: Die Gäste nutzten eine kurze Pause für den Austausch über ihre Einblicke in die Arbeit des ASB.
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Hausnotruf, Sozialstation und ehrenamtliche Pflegebegleitung: Ein Informationsabend beim ASB Karlsruhe gab Bürgern aus Durlach, Aue und den Karlsruher Bergdörfern Mitte Februar Einblick in die ambitionierte Arbeit der Hilfsorganisation Arbeiter-Samariter-Bund (ASB).Roger Hamann, Erster Vorsitzender der Bürgergemeinschaft Durlach und Aue 1892 e.V., sah Grund genug, den Mitgliedern die Hilfen und Dienste, die der ASB für das Leben im Alter bereitstellt, vor Augen zu führen: „Immer mehr unserer Mitbürger werden pflegebedürftig“, über kurz oder lang bräuchten sie individuelle Angebote, hatte er in der Einladung formuliert: Pflegeheime, Pflegedienst, Betreutes Wohnen, Tages-, Nacht- und Kurzzeitpflege oder Hausnotruf. Und wer einen Angehörigen pflege, wolle unterstützt, betreut, begleitet werden.

Ehrenamtliche Pflegebegleiter, professionelle Nachtpflege, Hausnotruf
25 wissbegierige Bürger, Amts- und Mandatsträger kamen am 11.2. zum Ortstermin an der Pforzheimer Straße, mit Fragen im Kopf wie diesen: Was verbirgt sich eigentlich in dem Gebäude an der Pfinz? Wenn ich im Notfall die 112 anrufe: Schickt die Leitstelle dann den Rettungswagen mit dem kürzesten Weg? (Antwort: ja.) Was machen Pflegebegleiter? Wie – Stichwort Hausnotruf – funktioniert das eigentlich mit dem Knopf, das man am Band um die Hand trägt? Und was hat es mit dem neuen Angebot Nachtpflege auf sich?

Christoph Nießner skizzierte zunächst den ASB als breit aufgestellte Hilfsorganisation, aktiv in Sozialen Diensten, Erste Hilfe-Ausbildung, Bevölkerungsschutz und im Rettungsdienst. Rund 500 hauptamtliche Mitarbeitende sind für den ASB in der Region Karlsruhe tätig. Beim Blick in die Geschichte sprach der ehrenamtliche Vorsitzende für die Region Karlsruhe auch Kuriosa an. Nießner, tätig in Rüppur als Anästhesist, kam 1986 als Zivildienstleistender zum ASB. Den Bau an der Pfinz habe man damals mit Atomschutzbunker versehen, wusste er etwa zu berichten. „Der Bunker ist inzwischen entwidmet, erinnert an den Kalten Krieg.“

Blick auch hinter die Kulissen
Beim Thema Pflege sprach Nießner die Herausforderung an, die Dienste wirtschaftlich zu betreiben. So denke man schon jetzt aufgrund der Landesheimbau-Verordnung, die Einzel- statt Doppelzimmer in den Heimen vorsehe, über neue Dienstleistungen nach, um alle Aspekte der Pflege abzudecken. In Bretten baut der ASB Karlsruhe eine Seniorenresidenz mit 87 Plätzen, einer Tagespflege und angegliederten Wohnungen im Betreuten Wohnen. Petra Hollinger von der Bürgergemeinschaft Durlach und Aue ergänzte das Bild um den Aspekt häusliche Pflege. Mit eigener Erfahrung als pflegende Angehörige ist sie seit kurzem Teil des Teams der ehrenamtlichen ASB-Pflegebegleiter. Deren „Netzwerk Pflegebegleitung“ wird durch die Stadt Karlsruhe, die GKV, das Land Baden-Württemberg und Eigenmittel des ASB finanziell gefördert.

Pflegende, so Hollinger beim Informationsabend der Bürgergemeinschaft, litten am Mangel an Information über ihre Rechte. Sie sei motiviert, ihre Erfahrungen als Tipps weiterzugeben. Das Netzwerk habe sie beim Durlacher „Markt der Möglichkeiten“ kennen gelernt, sagte Hollinger. „Der Bedarf ist da. Und jeder ist in etwas gut“, um einander gegenseitig zu helfen. Der Vorteil: „Es ist kostenfrei, nachbarschaftlich und niederschwellig“, warf Fabian Manske ein. Der Ergotherapeut, tätig in Seniorenresidenzen des ASB Karlsruhe, ist hauptamtlicher Koordinator des Netzwerks und Gastgeber des „Café Auszeit“. Das ist ein langer Tisch für pflegende Angehörige einmal im Monat donnerstags für den Austausch und als Auszeit.

Karl Drexler, Leiter des Hausnotrufteams, stellte das technische Assistenzsystem vor, dem allein in der Region Karlsruhe mehr als 700 zufriedene ASB-Kunden vertrauen. Rund um die Uhr gewährleisten fünf professionell geschulte Kräfte in Vollzeit die Rufbereitschaft. Damit diese im Notfall schnell zu dem, der aus seinem Haus ruft (daher der Begriff: Hausnotruf), „springen“ könnten, sei es inzwischen üblich, dass man den Helfern einen Zweitschlüssel zur Wohnung, zum Haus übergibt. Karl Drexler: „Darauf stehen weder Name noch Adresse, der Schlüssel wird codiert und in einem Safe gehalten, nur wir kennen den Code.“

Zuspruch der Bürger, Vereinsarbeit „Tür an Tür“
Zum Schluss führte Christoph Nießner die Gäste in die Räume der Tagespflege an der Pfinz. Dort in Durlach steht der ASB in Kürze bereit, pflegebedürftige Menschen, die einen unregelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus haben und die sich schwer tun, zur Ruhe zu kommen, über die Nacht zu betreuen. Dieser neue Service wird vom Land gefördert und ist in Stadt- und Landkreis das erste Angebot seiner Art.

„Der Abend war kurzweilig“, sagte  Hamann nach dem Rundgang. „Wir haben viele, teils ungeahnte Einblicke in das Engagement des ASB bekommen, die wir gerne in die Bürgergemeinschaft tragen, Tür an Tür mit dem ASB.“ Für den ASB resümierte Lars-Ejnar Sterley: „Uns freut der Zuspruch aus der Bürgerschaft. Mit den Menschen am Ort verbunden zu sein, ist uns wichtig.“ Sterley, Landesgeschäftsführer des ASB Baden-Württemberg und amtierender Geschäftsführer für die Region Karlsruhe erklärte: „Unsere Hilfe bieten wir ohne Ansehen der politischen, ethnischen, nationalen oder religiösen Zugehörigkeit an. Unser Anspruch ist, dass die von uns versorgten Menschen zufrieden sind.“ (asb)

Infos: www.asb-ka.de

Gesprächsstoff im Foyer: Die Gäste nutzten eine kurze Pause für den Austausch über ihre Einblicke in die Arbeit des ASB.
Miteinander der Vereine: Für den ASB Baden-Württemberg e.V. Region Karlsruhe stehen, v.l., Lars-Ejnar Sterley, Geschäftsführer, und Christoph Nießner, Vorsitzender. Roger Hamann vertritt die Bürgergemeinschaft Durlach und Aue 1892 e.V. Sein Vorgänger im Amt des Ersten Vorsitzenden Christian Sturm kam mit aufs Bild.

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