Wildbienen helfen: Wann Insektenhotels wirklich nützen

Insektenhotels sollten natürliche Materialien und eine Vielzahl von Röhren mit unterschiedlichen Durchmessern aufweisen. | Foto: dpa
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Insektenhotel für Wildbienen. Richtig gebaute Nisthilfen können einigen Wildbienenarten tatsächlich beim Nisten helfen. Entscheidend ist jedoch Bauweise, Standort und ein ausreichendes Blütenangebot in der Umgebung.

In vielen Gärten, an Waldrändern oder auf öffentlichen Grünflächen stehen inzwischen Insektenhotels. Sie sollen Wildbienen unterstützen, deren Lebensräume zunehmend unter Druck stehen. Nach Einschätzung des Nabu-Landesverbands Berlin haben jedoch viele ungeeignete Billigmodelle den Nisthilfen einen schlechten Ruf eingebracht.

Der praktische Nutzen hängt stark davon ab, welche Arten angesprochen werden und wie die Nisthilfe gebaut ist. Drei Punkte sind laut Naturschutzverband besonders entscheidend.

Insektenhotels helfen vor allem oberirdisch nistenden Arten

Nisthilfen werden vor allem von Wildbienen genutzt, die ihre Nester oberirdisch in Röhren oder Hohlräumen anlegen. Dazu gehören etwa die Gehörnte Mauerbiene oder die Rote Mauerbiene.

Viele andere Arten profitieren dagegen kaum davon. Rund zwei Drittel der Wildbienenarten in Deutschland nisten im Boden. Für sie sind offene Bodenstellen oder sandige Bereiche deutlich wichtiger als ein Insektenhotel.

Die Bauweise entscheidet über den Nutzen

Nach Angaben des Nabu Berlin funktionieren viele gekaufte Modelle schlecht, weil sie ungeeignete Materialien enthalten. Tannenzapfen oder breite Schlitzräume bieten Wildbienen kaum geeignete Brutplätze.

Sinnvoll sind dagegen Nisthilfen mit vielen Röhren in unterschiedlichen Durchmessern. Geeignet sind zum Beispiel:

  • Bohrlöcher in Hartholz mit glatten Rändern
  • hohle Pflanzenstängel
  • Lehmflächen, die nicht zu hart sind

Auch die Tiefe spielt eine Rolle. Die Röhren sollten mindestens zehn Zentimeter, besser etwa fünfzehn Zentimeter oder mehr tief sein. Wildbienen legen ihre Eier mit weiblichem Nachwuchs meist im hinteren Teil der Niströhre ab. In zu kurzen Röhren entwickeln sich daher häufig nur Männchen.

Vorsicht gilt bei Nisthilfen mit Glasröhrchen, die oft als Beobachtungsfenster angeboten werden. Glas lässt keinen Wasserdampf durch. Dadurch kann die Brut leichter verpilzen.

Nahrung und natürliche Lebensräume bleiben entscheidend

Neben Nistplätzen brauchen Wildbienen vor allem ausreichend Nahrung. Blühende Pflanzen in der unmittelbaren Umgebung sind dafür entscheidend.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) empfiehlt vielfältige Blühstreifen, Blumenwiesen oder Beete mit Wildkräutern. Auch auf kleinen Balkonen kann das Nahrungsangebot verbessert werden.

Geeignet sind etwa heimische Wildblumen und blühende Kräuter:

  • Kornblumen
  • Glockenblumen
  •  Wiesensalbei
  • Thymian
  •  Borretsch 
  • Oregano
  • Lavendel

Weniger geeignet sind dagegen viele klassische Balkonpflanzen wie Petunien oder Geranien, weil sie Wildbienen kaum Nahrung liefern.

Insektenhotels können somit ein Baustein im Garten sein. Entscheidend bleibt jedoch eine Kombination aus passenden Nisthilfen, offenen Bodenstellen und einem vielfältigen Blütenangebot. dpa/red

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Autor:

Sarah Isele aus Mannheim-Nord

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