Kommentar
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Darüber nachzudenken, muss erlaubt sein: Sollten öffentliche Verkehrsmittel für ihre Nutzer kostenlos sein?
  • Darüber nachzudenken, muss erlaubt sein: Sollten öffentliche Verkehrsmittel für ihre Nutzer kostenlos sein?
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  • hochgeladen von Cornelia Bauer

Schwarzfahren soll künftig keine Straftat mehr sein, sondern bloße Ordnungswidrigkeit. Zumindest, wenn es nach dem Richterbund sowie Grünen und Linken geht, die die Debatte im Bundestag angestoßen haben. Schwarzfahrer, die für ihre Strafe nicht zahlen und dann ins Gefängnis müssen, kosten den Staat pro Jahr 200 Millionen Euro an Gerichts- und Gefängniskosten. Und: Immer mehr Menschen kommen in Erzwingungshaft (2017 plus 25 Prozent; Quelle: ARD-Magazin Monitor), weil sie ihre Strafe nicht zahlen (können). Auch wenn Schwarzfahren wenig sozial gegenüber den ÖPNV-Kunden ist, die brav ihr Ticket gezahlt haben: Wem nutzt die Ersatzfreiheitsstrafe? Genau: niemandem. Stattdessen muss sich die Justiz mit diesen Fällen herumschlagen. Gerade so, als gäbe es keine wichtigeren Aufgaben für die Gerichte als Schwarzfahrten.

Die Justiz hat wichtigere Aufgaben

Eine Frage, die sich in diesem Zusammenhang geradezu aufdrängt: Hätte die Gesellschaft nicht mehr davon, wenn Fahrten mit den Öffentlichen grundsätzlich kostenlos wären? Damit wäre nicht nur das lästige Schwarzfahren Geschichte, sondern so könnte man auch mehr Menschen dazu bewegen, vom Auto auf Bus oder Bahn umzusteigen. Wer derzeit die Staumeldungen im Radio anhört, der muss doch merken, dass der Verkehrskollaps längst da ist.

Gerade hat der SWR eine Umfrage in Auftrag gegeben, die zu dem Schluss kommt, dass das Auto für Pendler in Baden-Württemberg das wichtigste Verkehrsmittel ist, um zur Arbeit zu kommen. Fast drei Viertel (72 Prozent) der befragten Pendler nehmen das Auto für den täglichen Weg zu Arbeit oder Ausbildungsstätte. Nur 13 Prozent fahren mit dem ÖPNV und gerade einmal vier Prozent nutzen das Fahrrad.

Für bessere Luft

Würden jedoch die Kosten für den Nahverkehr sinken, würden ihn auch mehr Leute nutzen und damit auch die Umweltbilanz verbessern. Natürlich wird man niemals alle Menschen dazu bringen, mit Bussen und Bahnen zur Arbeit zu fahren. Gerade in den ländlichen Regionen wäre das schwierig, aber laut SWR-Umfrage könnten es sich 70 Prozent der Städter vorstellen.

Es scheint, als wäre das Problem mit der Luftqualität in den Städten anders sowieso nicht in den Griff zu kriegen. Der Energieverbrauch einer Bahn- oder Bustour pro Passagier ist nur halb so hoch wie der bei einer gleich langen Autofahrt, hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen errechnet. Bereits jetzt könnten Busse und Bahnen ohne öffentliche Zuschüsse nicht fahren.

Wie denken Sie darüber? Ich freue mich auf Ihre Meinungen in den Kommentaren.

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