Arbeiten für den Pflege- und Entwicklungsplan eines Naturschutzgroßprojekts in Gang
Kartierer für die „Neuen Hirtenwege im Pfälzerwald“ im Einsatz

Wird durch das „chance.natur“-Projekt gefördert: Die Wanderschäferei im Pfälzerwald, hier eine Schafherde bei Dahn.
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  • Wird durch das „chance.natur“-Projekt gefördert: Die Wanderschäferei im Pfälzerwald, hier eine Schafherde bei Dahn.
  • Foto: Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen
  • hochgeladen von Vanessa Sainz

Pfälzerwald. Wenn Personen mit auffällig neugierigem Verhalten durch Wald und Flur streifen, muss dies nicht unbedingt ein Grund zur Beunruhigung sein: Im Rahmen des bundesgeförderten Naturschutzgroßprojekts „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ sind seit kurzer Zeit Kartierungsarbeiten in Gang. Bis Ende der Vegetationsperiode 2019 sind in 20 Verbandsgemeinden mit Flächen, die zum Projektgebiet gehören, Kartierer unterwegs. Diese Kartierer sind im Auftrag des Instituts für Umweltstudien – IUS Weibel & Ness für das Biosphärenreservats Pfälzerwald im Einsatz und sind dafür zu allen Tag- und Nachtzeiten, zum Beispiel für die Kartierung von Fledermäusen, im Gelände unterwegs.
Die beauftragten Personen sind größtenteils Biologen, die auf bestimmte Artengruppen wie Vögel, Amphibien, Insekten, Reptilien, Fledermäuse oder Orchideen spezialisiert sind. Sie erfassen wichtige Daten zur Flora und Fauna im Projektgebiet. Die Daten bieten die Grundlage für den Pflege- und Entwicklungsplan. Er ist ein Herzstück des Projekts 1, denn auf Basis des vorgefundenen Status Quo werden dann Maßnahmen zur Biotopersteinrichtung, -aufwertung, oder -entwicklung geplant, die in Projekt 2 durchgeführt werden sollen. Diese richten sich nach den naturschutzfachlichen Zielen des Projekts und widmen sich unter anderem besonders schützenswerten Arten wie der Schlingnatter, dem Wiedehopf und den Bläulingen (einer Familie der Schmetterlinge) sowie Biotoptypen wie Trockenmauern und den dort heimischen seltenen Pflanzenarten.

Wiesen und Weiden im Pfälzerwald wichtige Lebensräume

Mit dem Naturschutzgroßprojekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ macht sich das Biosphärenreservat für die einzigartige Natur und Kulturlandschaft des Gebiets stark. Besonders die Wiesen und Weiden im Pfälzerwald sind wertvolle Lebensräume für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Wird die Nutzung dieser Offenlandbiotope aufgegeben oder findet eine Übernutzung statt, verschwinden die teilweise stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten.
Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ steuert vor dem Hintergrund eines dramatischen Rückgangs der Artenvielfalt gegen, indem es die Wanderschäferei fördert und dort reaktiviert, wo sie zurückgegangen ist. In den Teilregionen, in denen es keine Wanderschäfer mehr gibt, wird man auf lokale Beweider zur Biotoppflege zurückgreifen. Die Beweidung mit Schafen und Ziegen pflegt nicht nur das Offenland; über ihr Fell transportieren die Tiere unzählige Samen, aber auch zum Beispiel Heuschrecken oder Schnecken und fördern so die Vernetzung von isoliert liegenden Biotopflächen und Populationen. Nicht zuletzt wird durch das Projekt die Entwicklung einer attraktiven Kulturlandschaft mit einem hohen Erholungswert für die Besucher sowie Bewohner des Pfälzerwalds gefördert.

Laufzeit bis 2030

Im derzeit laufenden Projekt 1 (Planungsphase) wird eine Pflege- und Entwicklungsplanung – begleitet von umfangreichen faunistischen und floristischen Kartierungen – durchgeführt. Darin werden die Ziele und Maßnahmen auf den Projektflächen definiert. Daran schließt sich das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt 2 (Umsetzungsphase) an, bei der die Maßnahmen über das geplante, etwa 8.500 Hektar große Fördergebiet, das über die Grünlandgebiete vom Wasgau zum Haardtrand bis nach Grünstadt reicht, umgesetzt werden. Für das gesamte Vorhaben ist eine Laufzeit bis zum Jahr 2030 vorgesehen, während der in die Streuobstpflege, den Trockenmauerbau, die Beweidungsinfrastruktur und vieles mehr investiert wird.
Das Projekt „Neue Hirtenwege im Pfälzerwald“ wird beim Biosphärenreservat Pfälzerwald umgesetzt, Projektträger ist der Bezirksverband Pfalz. Die Förderung des Vorhabens erfolgt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) sowie durch das Land Rheinland-Pfalz.

Verbandsgemeinden

In folgenden Verbandsgemeinden gibt es Flächen, die zum Projektgebiet gehören; hier sind bis Herbst 2019 Kartierer unterwegs:

- Bad Dürkheim
- Deidesheim
- Freinsheim
- Grünstadt
- Grünstadt-Land
- Hettenleidelheim
- Lambrecht
- Wachenheim
- Enkenbach-Alsenborn
- Neustadt
- Maikammer
- Edenkoben
- Landau
- Landau-Land
- Annweiler
- Bad Bergzabern
- Dahner Felsenland
- Hauenstein
- Pirmasens-Land
- Rodalben

Wird durch das „chance.natur“-Projekt gefördert: Die Wanderschäferei im Pfälzerwald, hier eine Schafherde bei Dahn.
Soll durch das „chance.natur“-Projekt gefördert werden: Die Wanderschäferei im Pfälzerwald, hier eine Schafherde bei Dahn.

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