Pfälzerwald: Überleben im Winter
Wie Igel, Lurch und Fuchs die Kälte überleben

Eichhörnchen verlassen im Winter nur hin und wieder ihren Kobel
  • Eichhörnchen verlassen im Winter nur hin und wieder ihren Kobel
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Annweiler. Wenn die Zugvögel gen Süden fliegen, wird es ruhig im Pfälzerwald, denn auch viele daheimgebliebene Tiere ziehen sich zur Winterruhe, Winterschlaf und Winterstarre zurück.

Das Eichhörnchen springt von Baum zu Baum, huscht über den Boden. Im Herbst vergräbt es Nüsse, Eicheln und Buchäckern, um über den Winter zu kommen. Denn die kleinen Tiere halten keinen echten Winterschlaf, sondern sind nur weniger aktiv: sie halten Winterruhe. Das bedeutet, dass sie hin und wieder ihren Kobel verlassen, um die versteckten Früchte auszugraben und zu fressen.
Es gibt ein breites Spektrum, wie die Tiere mit den niedrigen Temperaturen und dem geringen Nahrungsangebot im Winter umgehen. Wer kann, fliegt in den Süden, wie zahlreiche Vögel, die nur in der warmen Jahreszeit bei uns zu Gast sind wie Schwalbe, Star und Storch. Amsel und Drossel überwintern zu immer größeren Teilen bei uns. Die Vögel, die hier bleiben sind den Winter über aktiv. Auch Füchse, Rehe und Wildschweine trotzen der Kälte und kommen mit dem geringen Nahrungsangebot im Pfälzerwald zurecht. Das Rotwild ruht wie der Steinbock acht bis neun Stunden am Tag und senkt die Herzfrequenz und den gesamten Stoffwechsel, um Energie zu sparen.

Winterruhe, Winterschlaf und Winterstarre

Der Maulwurf gehört wie das Eichhörnchen zu den Winterruhern. Er ist in einem schlafähnlichen Zustand, wacht aber hin und wieder auf, um sich an seiner mit Würmern und Insekten gefüllten unterirdischen Speisekammer zu bedienen. Bilche, Igel und Fledermäuse dagegen ziehen sich bei frostigen Temperaturen in ihr Nest beziehungsweise in Höhlen zurück und schlafen bis zum Frühjahr durch. Sie müssen sich vorher ausreichend Speck angefressen haben, um den Winter zu überleben. Aber durch das Absenken der Körpertemperatur und Verlangsamung von Atem- und Pulsfrequenz reduzieren sie den Stoffwechsel auf das notwendigste.
Amphibien, Reptilien und Insekten fallen dagegen in die Winterstarre. Die wechelswarmen Tiere wie Frösche, Kröten, Lurche, Eidechsen, Schlangen, Mücken, Fliegen und die verschiedenen Bienen- und Wespenarten stellen ab einer bestimmten Temperatur ihre Aktivitäten ein. Die Körpertemperatur entspricht der Außentemperatur und entsprechend reduziert sich ihr Stoffwechsel. Sie haben nicht die Möglichkeit wie die winterschlafenden Säugetiere aufzuwachen, wenn es zu kalt wird. Sie erfrieren dann. Doch dagegen schützt sie bis zu einem gewissen Grad ein hoher Glucoseanteil in den Körperflüssigkeiten.
Wenn Insekten und Amphibien und Reptilien in Winterstarre verfallen sind, haben Vögel und andere Tiere kaum eine Möglichkeit sie zu finden. Wald und Felder haben nur wenig Fressbares zu bieten. Die aktiven Tiere finden kaum Nahrung. Doch alle Tiere haben Strategien entwickelt auch einen harten Winter zu überleben. Und im Frühling erwacht das Leben und das Rad der Natur dreht sich eine Runde weiter. 

Hilfe im Winter

Wilde Tiere haben Strategien, den Winter zu überleben. Am meisten hilft man ihnen, indem man sie nicht stört, und mit einem naturnahen Garten, in dem das Laub liegen bleibt und die Hecken nicht geschnitten werden. Im Wald sollte man sich ruhig verhalten und auf den Wegen bleiben, damit Winterruher nicht unnötig aufwachen. Nur wenn es besonders lange außergewöhnlich kalt ist, sollte man Vögel mit Insekten, Beeren, Samen, Nüssen und Fettfutter sicher vor Katzen füttern. Die sogenannten Meisenknödel sind ungeeignet, da sich die Vögel im Plastiknetz verheddern können. Das Füttern an Teichen, Seen und Flüssen ist verboten, da die Gewässer dadurch „umkippen“ können. gaup/rk

Autor:

Dehäm Magazin aus Ludwigshafen

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