Kandidat Benjamin Seyfried bei Zukunft Annweiler
Kommunalwahl am 26. Mai

„Das, was Zukunft Annweiler schon erfolgreich macht, muss auf eine höhere Ebene gezogen werden“. Bürgermeister-Kandidat Benjamin Seyfried (links) im Gespräch mit dem Vorstand. v.l.: Walter Herzog, Peter Munzinger, Carmen Winter, Anna Botham-Edighoffer, (nicht im Bild) Rudolf Werner.
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  • „Das, was Zukunft Annweiler schon erfolgreich macht, muss auf eine höhere Ebene gezogen werden“. Bürgermeister-Kandidat Benjamin Seyfried (links) im Gespräch mit dem Vorstand. v.l.: Walter Herzog, Peter Munzinger, Carmen Winter, Anna Botham-Edighoffer, (nicht im Bild) Rudolf Werner.
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Bei der Kommunalwahl am 26. Mai geht es unter anderem auch darum, wer in Annweiler die nächsten fünf Jahre an der Spitze steht. Um dieses Amt des Stadtbürgermeisters bewerben sich drei Kandidaten: Dirk Müller-Erdle (FWG), Benjamin Seyfried (parteilos) und Karl Martin Weißenbach (parteilos).

Es sind zwar noch rund drei Monate bis dahin, aber ein großes Interesse in der Bevölkerung ist jetzt schon spürbar: Wer sind diese Persönlichkeiten, wofür stehen sie, und was wollen sie in Annweiler bewirken.
Das Geschehen in der Stadt, die zukünftige Entwicklung von Annweiler am Trifels, bewegt viele Bürgerinnen und Bürger. Der 2015 gegründete Verein „Zukunft Annweiler e.V.“ mit seinen über 300 Mitgliedern hat sich auf die Fahnen geschrieben, aktiv an der nachhaltigen Entwicklung der Stadt Annweiler mitzuwirken und alle Aktivitäten und Maßnahmen zu fördern, die zu einem liebenswerten Wohn- und Arbeitsort beitragen (www.zukunft-annweiler.de).

Nicht überraschend also der Besuch von Benjamin Seyfried bei Zukunft Annweiler am vergangenen Freitag. Er wolle sich im Vorfeld der Wahl mit dem Vorstand über Möglichkeiten der Stadtentwicklung und die Stärkung ehrenamtlichen Engagements austauschen, hatte er in einer Pressemeldung angekündigt.

Bei einem Glas Wein, in angenehmer gesprächsfreundlicher Atmosphäre, ging es dann aber schnell ans Eingemachte. Der Vorstand, vertreten durch Walter Herzog, Peter Munzinger, Carmen Winter, Anna Botham-Edighoffer und Rudolf Werner, hatte sich gut vorbereitet und mit gezielten Fragen gespickt. Dem Bürgermeister-Kandidaten wurde nichts erspart. Freundschaftlich im Ton, aber hart in der Sache, wurden Probleme diskutiert, die immer wieder bei Zukunft Annweiler von den Mitgliedern angesprochen werden.

Von Rudolf Werner nach seiner Motivation gefragt, sich für das Amt des Stadtbürgermeisters zu bewerben, meinte Benjamin Seyfried: „Mir hat immer schon meine Stadt am Herzen gelegen. Ich habe gemerkt, dass ich was bewirken kann. Und das kann ich am besten, wenn ich Bürgermeister werde“.
Und weiter: „Ohne parteipolitischen Background habe ich die Chance, davon zu überzeugen, dass die Neutralität gewahrt werden muss, wenn es um die Sache geht. Der Bürgermeister ist Vermittler, und es geht nur weiter, wenn alle an einem Strang ziehen“. Dazu müssten die Leute kommunikativ mitgenommen werden: „Ich vermisse den inneren Zusammenhalt in der Stadt, der sträflich vernachlässigt wird“.

Die aktive Nutzung der Flaggen und der Stadtwappen im Stadtbild seien beispielsweise identitätsstiftende Maßnahmen, die leicht in Gang gebracht werden könnten. Es sei für ihn nicht akzeptabel, dass der Antrag eines Vereins auf Nutzung der Stadtteil-Wappen, wie vor einem Jahr geschehen, überhaupt nicht beantwortet wird.

Dass quasi ein Schnitt durch die Stadt gehe, hier die Innenstadt und da die Neubaugebiete, sei allgemein bekannt, bemerkte dazu Rudolf Werner. Das wieder zusammen zu bringen, sei das Wichtigste. Das hänge auch mit der der Wohnqualität im Innenstadtbereich zusammen, gab Peter Munzinger zu bedenken. Bedingt durch starre Denkmalschutz-Restriktionen könnten die Eigentümer oft nur mit großem finanziellen Aufwand ihre Häuser und Wohnungen modernisieren. Das bleibe nicht ohne Folgen für die Wohnbevölkerung. Hier seien Bürgermeister und Stadtrat gefordert, eine Langfrist-Strategie zur Stadtentwicklung zu erarbeiten.

Und Vereinsvorstand Herzog merkte kritisch an: „Beim Bürgermeister laufen zwar die Fäden zusammen, aber die Wegrichtung muss der Stadtrat vorgeben. Der Bürgermeister ist derjenige, der die Beschlüsse des Stadtrats umsetzt“.

Der Bürgermeister sei „kein Heilsbringer“, der könne sich doch nicht um jeden Grashalm kümmern, so Seyfried. Die Beschlüsse, die möglichst nach einer Konsensfindung vom Stadtrat gefasst werden sollten, ebenso die Gesetze, Verordnungen und alle möglichen sonstigen Randbedingungen, die von der Verwaltung kommen, seien die Fesseln, die dem Handeln angelegt seien.
„Das größte Potential, das aktiviert werden muss, sind die Menschen in der Stadt. Das ist zugleich aber auch das Schwierigste. Aber es lohnt sich letztlich für alle“. Dazu müssten als allererstes die Vereine ins Boot geholt werden, gab Seyfried seiner Überzeugung Ausdruck.

Am Beispiel „Gemeinschafts-Projekt Alte Konzertmuschel“ sehe man, dass Zukunft Annweiler ebenso wie auch die Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins schon dazu beigetragen hätten, dass sich in der Stadt etwas bewegt.

Anna Botham-Edighoffer stimmte zu: „Es ist doch klar, dass gerade in den Vereinen die Leute sitzen, die wissen, was vor Ort los ist. Es muss und wird uns gelingen, ein Stück mehr Wir-Gefühl zu schaffen. Die anstehende Kommunalwahl am 26. Mai ist die Chance für die Annweilerer, dafür die geeigneten und auch neuen jungen Kandidaten und Kandidatinnen in den Stadtrat zu wählen“.

Auch das neuerdings auf den Weg gebrachte Generationen-Projekt Ambert-Park sei ein Musterbeispiel dafür, wie Impulse aus der Bevölkerung von den politisch Verantwortlichen aufgegriffen werden können. Mit ihrer Initiative „BI Spielplatz“ seien die beiden jungen Frauen, Anne-Katrin Schweitzer und Maggie Renz, vom Verein Zukunft Annweiler tatkräftig unterstützt worden, und hätten so dann auch beim 1. Beigeordneten der Stadt, Viktor Schulz, ein offenes Ohr gefunden.

Klartext wurde auch geredet, als es um ein zeitgemässes Beschwerde-Management der Stadt ging.

Das Thema Parkraum und insbesondere Parken auf dem Rathausplatz sei „so alt wie es Autos gibt“. Aber nach wie vor ein Aufreger, der regelmässig von aussen ins Vereinsbüro dringe, brachte Herzog vor und wollte hören, wie der Bürgermeisterkandidat dazu steht.

Carmen Winter jedenfalls hat hierzu eine klare Sicht: „Mit dem Parken auf dem Rathausplatz würden wir eine allgemein beliebte Fußgängerzone in der Altstadt aufgeben, wo die Leute vorbeikommen, sich begegnen und sich aufhalten können. Die Stadtpolitik kann doch nicht einen Schwerpunkt auf Wohlfühlambiente und Willkommens-Tourismus setzen, um dann die Besucher am Café und bei den Gaststätten auf dem Rathausplatz die Abgase einatmen zu lassen.“

Dazu Seyfried: „Das Park-Problem ist ein gutes Beispiel dafür, dass solche Themen nicht im Stadtrat allein diskutiert und entschieden werden sollten, ohne dass vorher darüber in offenen Runden über das Für-und-Wider argumentiert wird. Daran muss sich jeder beteiligen und seine Interessen in den Diskussionsprozess einbringen können".

Auch das Dauer-Ärgernis - Weg hinter der Stadtmauer am Südring, ausgehend von der Kita Kunterbunt - kam wieder zur Sprache. Warum sich der Stadtrat darum bisher nicht gekümmert habe, sei ihm unerfindlich, regte sich Rudolf Werner auf. Der Rheinland-Pfalz Tag und das 800-Jahr-Stadtjubiläum, wären Anlass genug für den Stadtrat und seinen Bürgermeister gewesen, hier ein Projekt auf den Weg zu bringen. Die damit verbundenen eigentumsrechtlichen Fragen sollten sehr wohl lösbar sein, stellte sich Anna Botham-Edighoffer an seine Seite.
Der seit Jahren anhaltende trostlose Verfall dieses früher bei den Annweilern beliebten Spazierwegs sei ein Symbol mit Signalwirkung für die Haltung von Stadtrat und Bürgermeister, meinte der Vereinsvorsitzende Herzog.
Und Rudolf Werner pflichtete dem bei: „Am Bergfriedhof fallen die Stufen runter. Die Alten kommen nicht mehr an die Gräber ihrer Verstorbenen. Und keinen der Stadtverantwortlichen kümmerts“.

Seyfried hatte wohl verstanden: „Wenn die Gemeinschaft lebt, dann lebt auch die Stadt“, zog er das Fazit aus dem Gesprächsverlauf. |hi

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