Baugrundstück Nordring
Der Verkauf ist mir nicht leicht gefallen

Martin Köhler: „Ohne den massiven Widerstand der Anwohner wäre das Bebauungsplanverfahren im Herbst 2019 längst abgeschlossen gewesen und meine Firma hätte mit dem Bau der Wohnanlage Nordring beginnen können“.
  • Martin Köhler: „Ohne den massiven Widerstand der Anwohner wäre das Bebauungsplanverfahren im Herbst 2019 längst abgeschlossen gewesen und meine Firma hätte mit dem Bau der Wohnanlage Nordring beginnen können“.
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  • hochgeladen von Günter Hirschmann

Annweiler. Als durch eine Pressemitteilung der Stadt bekannt wurde, dass der Grundstückseigentümer, Martin Köhler aus Waldrohrbach, nur zwei Monate nach dem rechtskräftig beschlossenen Bebauungsplan das Gelände Nordring wieder verkauft hat, gingen die Wellen hoch in Annweiler. Wir berichteten.

In einem Gespräch mit dem Investor haben wir nach den Hintergründen gefragt. Und ob es kaufvertragliche Regelungen hinsichtlich der Verwendung des Grundstücks durch den Käufer gibt.

„Der Käufer möchte die Zusammenarbeit mit meinem Planungsbüro und meinem Architekten fortsetzen und möchte die Bebauungspläne weitestgehend so realisieren, wie sie der Öffentlichkeit bekannt sind“, betont Köhler und sieht insoweit sicher gestellt, dass die Regelungen im Bebauungsplan auch durch den neuen Investor vollumfänglich eingehalten werden: „Ich zweifle nicht daran, dass meine dem Bürgermeister und dem Stadtrat gegebenen Zusagen auch für den Käufer verbindlich sind“.

Der Grundstückskäufer ist die Heintzelmann Wohnbau- und Immobilien-Gruppe aus Ludwigshafen.
Auf Nachfrage des Trifels Kurier bestätigte ein Unternehmenssprecher, dass man sich an Vorgaben des Bebauungsplans halten werde: "Wir werden dort eine außergewöhnlich schöne Wohnanlage errichten, die über barrierefreie Wohnungen und viele Grünbereiche verfügen wird".

Bleibt die Frage nach dem Motiv der Grundstücks-Transaktion.

Zur Erinnerung: Das der städtischen Wohnbaugesellschaft gehörende Gelände am Nordring von insgesamt ca. 4.000 qm, von dem rund die Hälfte bebaubar ist, stand mehr als 15 Jahre zum Verkauf. Mehrere Interessenten planten Projekte auf der Fläche, scheiterten jedoch an verschiedenen Hürden. Im August 2018 schließlich stimmte der damalige Aufsichtsrat unter seinem Vorsitzenden Thomas Wollenweber dem Verkauf an den Investor zu.

Der dahingehende Bebauungsplan wurde im November 2018 vom Stadtrat verabschiedet. Neben dem eigentlichen Kaufpreis, so Köhler, habe er noch zusätzlich rund 150.000 Euro investiert in Kosten für eine Vielzahl von Gutachten und Bestätigungen unterschiedlichster Behörden.
Im Frühjahr 2019 sollte der Baubeginn sein.

Dagegen bildete sich eine Interessengemeinschaft der Nordring-Anlieger, deren Sprecher, Uli Böck, insbesondere eine geringere Bauhöhe und eine aufgelockerte Gestaltung der Baukörper forderten.
„Dadurch verzögerte sich das gesamte Bauverfahren um fast ein Jahr mit ungewissem Ausgang. Für mein Bauunternehmen entstand ein enormes Risiko, weil nicht fest stand ob bzw. wann das Wohnprojekt würde realisiert werden können“, erläuterte Köhler die wirtschaftliche Situation. Vor diesem Hintergrund habe er aus wirtschaftlicher Notwendigkeit im Herbst 2019 einen Auftrag für ein anderes Großprojekt angenommen.

„Ein Verkauf des Geländes ist nicht aufgrund eines wirtschaftlichen Vorteils zustande gekommen“, stellte Köhler klar. Vielmehr wäre für ihn eine Realisierung der Wohnbebauung gewinnbringender gewesen. Der Verkauf des Grundstücks sei ihm nicht leicht gefallen. Es sei aber eine notwendige wirtschaftliche Maßnahme gewesen im Interesse seines Unternehmens. |hi

Autor:

Günter Hirschmann aus Annweiler

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