Corona-Statistik Kreis SÜW und Stadt Landau
Der 10. Januar ist nur eine Zwischenstation

Bild 1: 	Zeitliche Entwicklung der 2. Welle. Trotz Lockdown noch keine abgeschwächte Dynamik
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  • Bild 1: Zeitliche Entwicklung der 2. Welle. Trotz Lockdown noch keine abgeschwächte Dynamik
  • Foto: Quelle: KV/Gesundheitsamt Landau. Grafik: hi
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Annweiler. Das Neue Jahr 2021 hat begonnen. Aber das Corona-Virus lässt nicht locker. Bis zum 20. Dezember waren zunächst die verschärften Corona-Bekämpfungsmaßnahmen angelegt worden. Dann kam der Notfall-Lockdown vom 16. Dezember, der bis zum 10. Januar gilt. Schon vor Weihnachten aber hat sich auch in der Südpfalz abgezeichnet, dass der 10. Januar nur eine Zwischenstation sein wird. Niemand weiß, wie sich die Pandemie im Februar oder März entwickeln wird. Und wann die Impfungen zu einem Rückgang der Neu-Infektionen führen.

Auch im Trifels Kurier online berichten wir regelmäßig die aktuellen Corona-Fallzahlen in der Pfalz. Aber was bedeuten sie? An welcher Stelle der Pandemie stehen wir in unserer Region? Und wie ist die Tendenz?

In diesem nunmehr fünften Beitrag analysieren wir wieder die vom Gesundheitsamt Landau gemeldeten Fallzahlen mathematisch-statistisch. Diesmal mit detaillierten Grafiken zu den einzelnen Verbandsgemeinden des Landkreises SÜW. Die dabei verwendeten Methoden und Kennzahlen entsprechen denen, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlicht werden.

Belastbare Prognosen allerdings sind daraus nicht ableitbar. Allenfalls zeigen die Modell-Kurven, was uns in der nächsten Zeit erwarten könnte. Wie schnell sich die Randbedingungen ändern, machen die Meldungen aus England über eine hochansteckende Mutation des Corona-Virus deutlich. Das hatte kaum jemand auf dem Schirm.

Binnen zehn Tagen wurden in der Region SÜW/Landau 15 neue Todesfälle gemeldet. Inzwischen sind 35 Personen an oder mit Corona gestorben. Insgesamt zählt das Landauer Gesundheitsamt seit Beginn der Pandemie 2.155 nachgewiesene Infektionen im Landkreis Südliche Weinstraße und in der Stadt Landau (Stand: 30.12., 12 Uhr). Davon sind 1.658 Menschen inzwischen genesen.

Wie sich die zweite Welle der Corona-Pandemie in den Verbandsgemeinden des Kreises SÜW und in der Stadt Landau seit dem 15. August ausgebreitet hat, zeigen die Grafiken in Bild 4 und Bild 5a/5b.

Inzidenz und R-Wert
Die regionale 7-Tage-Inzidenz (= Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neu-Infektionen pro 100.000 Einwohner, die Red.) steht am Jahresende bei 119. Diese wichtige Kennzahl liegt seit Anfang Dezember über 100, und damit auf einem unverändert hohen Niveau über der kritischen Inzidenz-Grenze 50.

Der regionale Sieben-Tage-R-Wert lag zuletzt bei 1,14 (Vortag: 1,01). Das heißt, dass die am vergangenen Mittwoch gemeldeten 87 Neuinfizierten rechnerisch rund 100 weitere Menschen angesteckt haben könnten. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Davon kann zur Zeit aber nach wie vor keine Rede sein. Der R-Wert schwankt seit zwei Monaten um 1 herum. Der Trend der Neu-Infektionen zeigt nach oben. (Grafiken in Bild 2 und Bild 3).

Detail-Statistik Verbandsgemeinden SÜW und Stadt Landau
Inwieweit war in der zweiten Welle die regionale Ausbreitung des Coronavirus unterschiedlich stark?
Die Entwicklung der absoluten Fallzahlen (Bild 4) ist dazu alleine wenig aussagekräftig.

Die Grafik in Bild 5a zeigt zunächst die prozentualen Anteile der SÜW-Verbandsgemeinden und der Stadt Landau am Infektionsgeschehen. Und zwar zu Beginn (15.8.) und am Jahresende (30.12). Dabei sind aber nicht die verschiedenen Einwohnerzahlen in Landau und in den jeweiligen Verbandsgemeinden berücksichtigt.

Bezieht man diese prozentualen Anteile am Infektionsgeschehen der zweiten Welle auf die jeweilige Einwohnerzahl, dann veranschaulicht die Grafik in Bild 5b den regionalen pandemischen Verlauf realitätsnah.

Man sieht, dass zu Beginn der zweiten Welle (15.8.) 0,16 Prozent der regionalen Bevölkerung mit dem Coronavirus infiziert war. Bis zum 30. Dezember hat sich der Infektionsanteil auf 1,33 Prozent verdoppelt.
Treiber waren vor allem die VG Herxheim (von 0,19 % auf 1,82 %) und die VG BZA (von 0,05 % auf 1,46 %). Die Verbandsgemeinden Maikammer und Landau-Land hingegen waren relativ weniger stark betroffen.

Wie geht’s voraussichtlich weiter?
Auch wenn eine Interpretation der Daten schwierig ist, weil während der Feiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet wurden, so spricht doch vieles dafür, dass wir auch in der Region SÜW/Landau im Januar mit weiterhin steigenden Neu-Infektionen rechnen müssen.

Vom Gesundheitsamt Landau kommen die nächsten Fallzahlen am Montag, 4. Januar.

Wenn am 5. Januar die Bund/Länder-Vertreter wieder über aktuelle die Corona-Lage beraten, ist als Ergebnis eine Lockerung der Corona Bekämpfungsmaßnahmen wohl kaum zu erwarten. Eher wird der Lockdown in die Verlängerung gehen. Ein Ende der Einschränkungen wird erst mit fortschreitender Immunisierung durch Impfungen absehbar sein.

Bisher allerdings sind erst 165.000 Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft worden (Quelle RKI, Stand 1.1.2021, 12.30 h). Die Impfdosen sind knapp. Es sieht nicht rosig aus. |hi

Autor:

Günter Hirschmann aus Annweiler

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