Wasserwerke Annweiler
Corona-Kontrolluntersuchung negativ

Annweiler prüft neuerdings auch auf Rückstände von Corona-Viren im Abwasser. Bürgermeister Christian Burkhart, Chef der Verbandsgemeinde-Wasserwerke, beobachtet die Entnahme einer Wasserprobe durch den Abwassermeister und stv. Betriebsleiter, Carsten Seidl.
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  • Annweiler prüft neuerdings auch auf Rückstände von Corona-Viren im Abwasser. Bürgermeister Christian Burkhart, Chef der Verbandsgemeinde-Wasserwerke, beobachtet die Entnahme einer Wasserprobe durch den Abwassermeister und stv. Betriebsleiter, Carsten Seidl.
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Annweiler. Das ist neu. Coronavirus-Spuren im Abwasser taugen als Frühwarnsystem. Denn, auch wenn das Corona-Virus im Abwasser nicht infektiös ist, nachweisbar ist es.

Ein Konsortium aus Wasserforschern, Virologen und Ökotoxikologen von der Goethe-Universität in Frankfurt und an der RWTH Aachen haben Analyse-Methoden entwickelt, mit denen aus dem Gehalt von SARS-CoV-2 in Abwässern auf die Verbreitung des Virus geschlossen werden kann. Ein Durchbruch bei der frühzeitigen Erkennung, wenn sich das Corona-Virus verbreitet.

Annweiler momentan vermutlich coronafrei
An das Wasserwerk der Verbandsgemeinde Annweiler sind neben der Stadt Annweiler die nördlichen Ortsgemeinden Wernersberg, Rinnthal, Eußerthal, Ramberg, Dernbach und Albersweiler angeschlossen.
Als eines ersten der Pfälzer Klärwerke hat Annweiler die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse genutzt und am 18. August damit begonnen, das Abwasser auf Coronavirus-Rückstände regelmässig untersuchen zu lassen.

Dazu entnimmt Wassermeister Carsten Seidl einen Liter Wasser vom Zulauf und schickt es zum Prüflabor Eurofins in Speyer. Von dort aus geht es ins Eurofins-Spezial-Labor nach Dänemark, wo die RNA-Fragmente des Coronavirus mit den neuen Analyse-Methoden detektiert werden können. Künftig soll das Abwasser regelmäßig alle vierzehn Tage auf Corona überprüft werden. Jede Analyse kostet die Wasserwerke rund 600 Euro.

Am Freitag dieser Woche nun erhielt die Verbandsgemeinde den Prüfbericht AR-20-JN-009738-01 mit dem Ergebnis der Abwasser-Analyse auf Corona: Coronavirus Sars-CoV-2 ist im Klärwasser-Zufluss aus dem Einzugsgebiet nicht nachweisbar.

Erläuterung
Das Rohabwasser, das als braune Brühe in der Kläranlage ankommt, wimmelt vor Krankheitserregern. Hier sammelt sich so alles, was täglich in Toiletten heruntergespült wird. In gewisser Weise spiegelt das Abwasser den Gesundheitszustand der Menschen im Einzugsgebiet einer Kläranlage wider. Denn auch die Erreger von Erkrankungen werden über Fäkalien ausgeschieden. Das gilt auch für die Bruchstücke des Coronavirus-Erbguts.

Ansteckend sei das Coronavirus im Abwasser nach jetzigem Stand der Forschung nicht. Das Virus komme im Abwasser nämlich in veränderter Form vor. Es habe seine äußere Hülle bereits verloren. In der Kläranlage seien nur noch Teile des Virus zu finden und diese seien nicht mehr infektiös, erklärte uns Dr. Hans Ulrich Dahme, der bei Eurofins Deutschland die Expertengruppen leitet, unter anderem für Corona.

Dunkelziffer schwer zu erhellen
Experte Dahme erläuterte, dass Virusspuren im Abwasser bereits zu finden seien, bevor die Infizierten von ihrer Krankheit erfahren. Bei einer regelmässigen Entnahmen von Kontroll-Proben können die darauf spezialisierten Umwelt- und Abwasser-Labore, wie beispielsweise das Eurofins-Labor in Dänemark, mit den neu entwickelten Analyseverfahren demzufolge frühzeitig auf eine Virusausbreitung im Einzugsgebiet der Kläranlage schließen.

Die Wissenschaftler hoffen zwar, daraus künftig auch die Dunkelziffer genauer bestimmen zu können. Allerdings sei man derzeit noch ein Stück weit davon entfernt, sagt Dahme. Denn die Virenlast sei bei Infizierten schon 2-5 Tage vorher da, bevor Symptome auftreten. Dann erst werden die Personen positiv getestet und gehen in die sogenannten Fallzahlen statistisch ein. Rückschlüsse auf die Dunkelziffer seien auch deshalb schwierig, weil die Menge der ausgeschiedenen Viren vom individuellen Gesundheitszustand des Infizierten abhängt.

Auch wenn die Corona-Situation in Annweiler momentan im grünen Bereich scheint. „Das kann sich jederzeit wieder von heute auf morgen ändern. Es gilt nach wie vor das Gebot: Abstand halten, Hygiene beachten und Alltagsmaske tragen“, sagt Hans Ulrich Dahme, der Corona-Experte bei Eurofins. |hi

Autor:

Günter Hirschmann aus Annweiler

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