Trifels Natur GmbH mit Waldzustandsbericht im Stadtrat
Baumsterben durch Dürre und Borkenkäfer. Aktuell 6 ha Kahlflächen

Harald Düx: „Für die Biodiversität brauchen wir unterschiedliche Baumarten. Das ist die forstliche Antwort auf den Klimawandel“.
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  • Harald Düx: „Für die Biodiversität brauchen wir unterschiedliche Baumarten. Das ist die forstliche Antwort auf den Klimawandel“.
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Annweiler. Mit 2.200 ha Stadtwald ist Annweiler siebtgrößter kommunaler Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz (Landesdurchschnitt = 177 ha). Die forstliche Bewirtschaftung erfolgt durch die stadteigene Trifels Natur GmbH mit ihrem Geschäftsführer Harald Düx, der ein achtköpfiges Team leitet. Zu den Aufgaben gehört neben der klassischen Forstwirtschaft auch die Erfüllung kommunaler Aufgaben wie die Wasserversorgung oder der Arten- und Biotopschutz.

In der jüngsten Sitzung des Stadtrats, Ende September, informierte Stadtförster Harald Düx über den Zustand des Waldes und beschrieb die wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen, vor denen der städtische Forstbetrieb steht.

Annweiler verfüge über eines der größten Edelkastanienvorkommen in Deutschland, berichtete Düx, das Holz der Edelkastanie werde bei Holzfässern ebenso verwendet wie beispielsweise bei der Lawinenverbauung und für langlebige Bau- und Möbelholz-Produkte. Die Edelkastanie sei anpassungsfähig und wärmeresistent und damit ideal geeignet als Zukunftsbaumart im Klimawandel.

Die Baumarten und ihre Häufigkeit im Stadtwald
  • Die Baumarten und ihre Häufigkeit im Stadtwald
  • Foto: /Grafik Trifels Natur GmbH
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Die notwendige biologische Vielfalt für stabile, artenreiche und strukturreiche Wälder verlange anspruchsvollen Waldbau, erklärte Düx. Denn unterschiedliche Baumarten bedeuten unterschiedliche Ansprüche an Boden, Licht und Standort. Hinzu kommt die gesamte Flora und Fauna des Waldes.

Die Klimaerwärmung sei spürbar. Infolge der Trockenheit hätten Dürre- und Windwurfschäden sowie der Befall durch den Borkenkäfer dramatisch zugenommen. Die Schadholzmenge habe sich in den letzten eineinhalb Jahren verdoppelt bis verdreifacht gegenüber dem Durchschnitt der Vorjahre. „Und die Schäden nehmen täglich zu“.

„Wie die Bilder zeigen“, so Düx, „sind aktuell mehr als sechs Hektar Kahlflächen im Stadtwald entstanden.
Und das hat bodenökologische Folgen. Die entstandenen Freiflächen werden nicht mehr beschattet, das waldtypische Innenklima geht verloren“.

Das gehe einher mit Bodenerosion, so der Stadtförster weiter. Die Humusauflage werde schneller mineralisiert werde als die Flora (Neuaufforstung, Gräser und Kräuter) sie nutzen könne. Infolgedessen komme es vermehrt zur Auswaschung von Nitraten. Gelangen diese Stickstoffverbindungen ins Grundwasser, könne es vereinzelt zu Problemen bei der Trinkwassergewinnung kommen.

Die Hauptzielbaumarten bei der Wiederaufforstung seien neben den Edelkastanien die Pfälzer Traubeneiche, Douglasien und neuerdings auch Walnußbäume.

Aber auch die wirtschaftlichen Folgen wiegen schwer. Durch das Überangebot sei der Holzpreis um mehr als die Hälfte gefallen. Das bedeute absehbare Einnahmeverluste im laufenden Jahr von über 100.000 Euro. Bei vielen Baumarten und Sortimenten sei kein Verkauf mehr möglich.

Für die Investitionen in die Wiederaufforstung und die jahrelange Pflege der jungen Pflanzen müssten zudem weitere Mittel in Höhe von über 100.000 Euro aufgebracht werden.

Die Botschaft dürfte bei den Stadträten angekommen sein: Es kommen wohl neue Belastungen auf den städtischen Haushalt zu. |hi

Autor:

Günter Hirschmann aus Annweiler

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