Ausschusses für Stadtentwicklung und Tourismus
Barrierefreie Stadtentwicklung

Tourismus und barrierefreie Stadtentwicklung. Lebhafter Gedankenaustausch und kreative Überlegungen zur Meinungsbildung der Ausschussmitglieder.
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Annweiler. Am Montag vergangener Woche tagte erstmals der der neu konstituierte Ausschuss für Stadtentwicklung und Tourismusförderung unter der Leitung des Ersten Beigeordneten, Dirk Müller-Erdle.

Die Geschäftsführerin des Annweiler Vereins für Tourismus, Christina Abele, gab zunächst den acht Ausschussmitgliedern, die seit der letzten Kommunalwahl zumeist neu im Stadtrat sind, einen ausführlichen und informativen Überblick über die vielfältige Arbeit und die Rechtstruktur des Büro für Tourismus (BfT). (siehe separaten Beitrag „Tourismus ist eine wichtige Wertschöpfungsquelle“).

Danach stellte die BfT-Chefin drei Vorschläge für barrierefreie Projekte der Stadt Annweiler vor, die im Rahmen des Programms „Modellregion barrierefreier Tourismus“ zu 85 Prozent vom Land gefördert werden. Eine erste Diskussion darüber solle der Meinungsbildung im Ausschuss dienen, betonte Müller-Erdle.

Die Förderanträge sind bis Ende dieses Jahres dem Wirtschaftsministerium vorzulegen. Die bewilligten Projekte müssen bis Ende 2022 realisiert sein. Es könnte sich also einiges tun in der Stadt.

Barrierefreier Wanderweg vom Annweiler Forsthaus zum Kirschfels

Der Wanderweg vom Annweiler Forsthaus zum Kirschfels beträgt 4 km, wobei ein Höhenunterschied von 71 Meter zu überwinden ist. Die Wanderzeit ist rund eine Stunde.
  • Der Wanderweg vom Annweiler Forsthaus zum Kirschfels beträgt 4 km, wobei ein Höhenunterschied von 71 Meter zu überwinden ist. Die Wanderzeit ist rund eine Stunde.
  • Foto: BfT
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Die Anforderungen an einen barrierefreien Wanderweg sind nach dem deutschen Kennzeichnungssystem „Reisen für alle“ detailliert festgelegt. So muss der Weg beispielsweise durchgängig 1,80 Meter breit sein und darf höchstens eine Schwelle von nicht mehr als 21 cm aufweisen. Querrinnen dürfen maximal 10 cm breit sein. Und in Abständen von 500 Metern müssen Sitzgelegenheiten vorhanden sein. Die erforderliche Behinderten-Toilette ist im Annweiler Forsthaus vorhanden.

Inwieweit am Kirschfels ein barrierefreier Aussichtspunkt mit einer Ruhebank anstelle der früheren Tribüne (die aus Sicherheitsgründen abgerissen werden musste, Anm.d.Red.) in die Projektförderung einbezogen werden kann, soll geprüft werden, forderten die Ausschussmitglieder.

Pfälzerwald-Panorama. Blick vom Kirschfels, 496 Meter über dem Wellbachtal.
  • Pfälzerwald-Panorama. Blick vom Kirschfels, 496 Meter über dem Wellbachtal.
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Wie Stadtförster Harald Düx erläuterte, ist der Wanderweg zugleich auch ein wichtiger Forstweg, der von schweren Fahrzeugen befahren wird. Daher wird noch zu klären sein, welche Probleme für den laufenden Unterhalt sich aus der gleichzeitigen Nutzung ergeben.

Für die Investitionskosten sind rund 164.000 Euro veranschlagt. Die von der Stadt aufzubringenden Eigenmittel belaufen sich auf knapp 25.000 Euro, von denen die Hälfte durch die Verbandsgemeinde Annweiler übernommen wird. Die durchschnittlichen Folgekosten werden auf 5.000 Euro jährlich geschätzt.

Barrierefreier Spaziergang in der Markwardanlage

Vom Ausgangspunkt am Schwanenweiher geht man ca. 20-30 Minuten auf dem rund 1,5 km langen Rundweg, wobei nur ein geringer Höhenunterschied von 12 Meter vorhanden ist.
  • Vom Ausgangspunkt am Schwanenweiher geht man ca. 20-30 Minuten auf dem rund 1,5 km langen Rundweg, wobei nur ein geringer Höhenunterschied von 12 Meter vorhanden ist.
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Neben einer Aufwertung durch verschiedene Maßnahmen könnte mit diesem Projekt unter anderem auch die vorhandene Wasserrinne mit dem Kneipp-Becken saniert und – so die Überlegung – zu einer naturnahen Kneippanlage ausgebaut werden.

Beispiel einer naturnahen Kneippanlage auf barrierefreiem Rundweg in Spiegelau/Bayern. Bild 1.
  • Beispiel einer naturnahen Kneippanlage auf barrierefreiem Rundweg in Spiegelau/Bayern. Bild 1.
  • Foto: Quelle: FNBW GmbH. Foto: Wordlife Photography / Marco Felgenhauer.
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Eine erste vorläufige Kostenschätzung für den Förderantrag liegt bei 170.000 Euro. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei 25.000 Euro. Auch der finanzielle Aufwand für die notwendige Detailplanung ist förderfähig.
„Auch ein Baum-Lehrpfad könnte bestand dieses Projekts sein“, regte Dagmar Lange an.

Mittelalterliches Stadtmodell als Sehenswürdigkeit
Während des Festakts zur 800-Jahrfeier am 14. September war im Foyer des Hohenstaufensaals ein Modell der Stadt Annweiler zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs zu bestaunen.

In zweijähriger Arbeit hat der Annweiler Modellbauer Kurt Stuck (im Bild Mitte) auf rund sechs Quadratmeter ein Bild der Stadt entstehen lassen, wie sie zur Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg innerhalb der Stadtmauer ausgesehen hat. Haus für Haus wurde maßstabsgerecht in fein ziselierten Modellen originalgetreu herausgearbeitet.
  • In zweijähriger Arbeit hat der Annweiler Modellbauer Kurt Stuck (im Bild Mitte) auf rund sechs Quadratmeter ein Bild der Stadt entstehen lassen, wie sie zur Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg innerhalb der Stadtmauer ausgesehen hat. Haus für Haus wurde maßstabsgerecht in fein ziselierten Modellen originalgetreu herausgearbeitet.
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„Sobald ein Standort für dieses 3x3 Meter grosses Stadtmodell gefunden ist, könnte ein barrierefreier Zugang zu dieser Sehenswürdigkeit als ein weiteres Projekt in das Förderprogramm des Landes aufgenommen werden, überlegte dazu Müller-Erdle: „Damit würde in Annweiler ein weiterer touristischer Anziehungspunkt vorhanden sein“.

Innerhalb der nächsten vier Wochen solle die Meinungsbildung so weit gediehen sein, dass der Ausschuss dem Stadtrat konkrete Empfehlungen zur barrierefreien Stadtentwicklung geben könne.

Die nächste Ausschuss-Sitzung ist geplant für Donnerstag, 7. November, 18.30 Uhr, im Rathaus. 

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Tourismusförderung
Die Leitung hat der Erste Beigeordnete Dirk-Müller-Erdle.
8 Mitglieder sind stimmberechtigt. Soweit auch deren Stellvertreter (in Klammern) in der Sitzung anwesend sind, können diese ebenfalls mitberaten, indem sie Fragen stellen oder Redebeiträge liefern. Sie können aber nicht mit abstimmen, es sei denn, dass sie ein abwesendes Ausschuss-Mitglied vertreten. Das Gleiche gilt übrigens auch für alle anderen Mitglieder des Stadtrats.
FWG: Andrea Schneider (Matthias Gröber), Wolfgang Weiner (Stefanie Brüstle),
CDU: Carmen Winter (Romy Schwarz),
FDP: Reiner Niederberger (Hanna Breiner),
Grüne: Dagmar Lange (Elisabeth Freudenmacher), Christiane Heming-Herzog (Wolfgang Karch),
SPD: Anna Botham-Edighoffer (Michael Becker), Florian Funk (Hans-Erich Sobiesinsky).          |hi

Autor:

Günter Hirschmann aus Annweiler

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