Städtischer Arbeitskreis „Öffentliches Grün“
Bäume und Sträucher statt Schotter und Beton

„Gemeinsam die Bürgerinnen und Bürger für öffentliches Grün begeistern“. V.l.n.r.: Benjamin Seyfried, Carmen Winter, Timmo Eckerle, Ulrike Forger, Dagmar Lange, Elfriede Richter, Iris Grötsch, Michael Stadel.
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  • „Gemeinsam die Bürgerinnen und Bürger für öffentliches Grün begeistern“. V.l.n.r.: Benjamin Seyfried, Carmen Winter, Timmo Eckerle, Ulrike Forger, Dagmar Lange, Elfriede Richter, Iris Grötsch, Michael Stadel.
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Annweiler. Es ist an der Zeit, dass sich der Stadtrat um eine Neufassung der Gestaltungs-Satzung kümmert. Diesen Eindruck konnte man gewinnen, wenn man die Diskussionsbeiträge im städtischen „Arbeitskreis Öffentliches Grün“ verfolgte, zu dem sich am Samstagvormittag im Rathaus erstmals interessierte Bürgerinnen und Bürger eingefunden hatten. Darunter unter anderem die Stadträtinnen Christiane Huber (SPD), Dagmar Lange (Grüne) und Carmen Winter (CDU).

Bürgermeister Seyfried leitete den Arbeitskreis ein mit einer Bildergeschichte über solche Stellen und Plätze im Stadtgebiet, die für eine attraktive grüne Gestaltung in den Blick genommen werden sollten.

Warum ist die Fläche vor dem neu gebauten Lidl-Markt eine einzige Beton- und Steinwüste, wurde gefragt? Und warum wurde bei der Neugestaltung des Wasgau-Parkplatzes alles asphaltiert und geschottert? Kein schattenspendender Baum wurde gepflanzt, kein Strauch weit und breit. Nicht anders sieht es auf dem Platz zwischen Sparkasse und VR-Bank aus.

Und dabei weiß man doch längst, wie wichtig gerade auf solchen Beton-Flächen Begrünung durch klimawandelangepasste Bepflanzung ist: „Die Verbandsgemeinde Annweiler ist seit April 2018 eine Modellkommune in dem Projekt "KlimawandelAnpassungsCoach RLP“, erinnerte Christiane Huber und regte an, den bei der DLR Rheinpfalz für das Grünflächenmanagement zuständigen Werner Ollig als Berater in den Arbeitskreis einzuladen.

Dazu Bürgermeister Seyfried: „Das sind Privat-Gelände. Die Bauaufsicht hat die Pläne genehmigt. Die Stadt könnte darauf nur über die Gestaltungssatzung Einfluss nehmen – sofern diese entsprechende Vorgaben hinsichtlich der Aussenflächen-Gestaltung enthält“.

Ein Blick ins Archiv zeigt: Die derzeit für den historischen Ortskern gültige Gestaltungssatzung der Stadt Annweiler ist aus dem Jahre 1981, also seit rund vierzig Jahren unverändert in Kraft. Da geht es um Fassadenfarben, Fensterläden und Vorgärten, die mit Hecken eingefriedet werden sollen. Für den öffentlichen Verkehrsraum wird darin gefordert, dass die Straßenbeläge, Brunnen und Beleuchtungen der historischen Altstadtbebauung anzupassen sind. Von öffentlichem Grün ist darin keine Rede.

Ein Update der Gestaltungssatzung scheint angezeigt. Und zwar nicht nur für die historische Altstadt.

Das vorhandene öffentliche Grün beansprucht bereits heute die Ressourcen des Bauhofs in erheblichem Maße, wie eine Statistik zeigt, die Bauhofleiter Timmo Eckerle vorlegte: 92.000 qm Mähflächen, 1.600 qm Pflanzbeete und 3.000 qm Flächen mit Sträuchern im Stadtgebiet sind zu pflegen und zu warten. Und wenn dabei dann noch die kommunale Aufsichtsbehörde fordert, das Bauhofpersonal zu reduzieren, wird verstehbar, so Seyfried, dass es ohne ein verstärktes ehrenamtliches Engagement der Bürgerschaft nicht geht: „Gemeinsam müssen wir die Bürger für öffentliches Grün begeistern“.

Ein ökologisch wertvolles Straßenbegleitgrün würde auch zu einer Entlastung des Bauhofs beitragen: Kein Mähen der Randstreifen mehr. Bienen-freundliche Wiesenstreifen anlegen und trockenheitsresistente Stauden pflanzen. Darin ist man sich einig.

Wie die Baumpflanzaktion in der Markward-Anlage gezeigt habe, sei Spendenbereitschaft in der Bevölkerung vorhanden. „Es ist allerdings wichtig, dass im Vorlauf zu einer gezielten Spendenaktion zunächst eine fachlich fundierte Planung erstellt wird, an welchen Stellen im Stadtgebiet welche Baumarten gepflanzt werden sollten“, betonte Dagmar Lange.

Durch die Anpflanzung von Mandelbäume in markantem Umfang könne Annweiler auch touristisch punkten, argumentierte Iris Grötsch: „Zwischen Bad Dürkheim und Schweigen-Rechtenbach liegt der Mandelpfad. Jedes Jahr im Frühling, schon Anfang März, lockt der Duft blühender Mandeln tausende Besucher in die Region. Auch Annweiler sollte dazu gehören“. Das sieht auch Ulrike Forger so und verweist auf die klimatisch günstige Südhanglage des Wingertsbergs.

Am Samstag, 15. Februar, 10 Uhr, kommt der Arbeitskreis im Rathaus wieder zusammen.
Jeder, der an mehr öffentlichem Grün in Annweiler interessiert ist und sich einbringen will, ist herzlich willkommen. |hi

Autor:

Günter Hirschmann aus Annweiler

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