Gesundheitszentrum Glantalklinik Meisenheim
Suche nach neuem Träger
- Gesundheitszentrum -Glantalklinik- in Meisenheim
- Foto: Arno Mohr
- hochgeladen von Arno Mohr
Meisenheim/Glan. Auch Patienten des westlichen Teils des Donnersbergkreises wären betroffen, wenn es Veränderungen bei der Glantalklinik Meisenheim gäbe. Das Landeskrankenhaus - eine Landesanstalt des öffentlichen Rechts des Landes- als Träger sucht für das Meisenheimer Krankenhaus, die Pflegeschule und das angegliederte MVZ einen neuen Betreiber, es soll also verkauft werden. Eine Schließung sei letztlich aber auf jeden Fall ausgeschlossen, betonte am Dienstag auf der Pressekonferenz der Geschäftsführer des Landeskrankenhauses, Dr. Alexander Wilhelm. Er und Regionaldirektor Dr. Thorsten Junkermann informierten am Vormittag die Mitarbeiter und am Nachmittag die Presse bei einem Termin im Weingut Barth in Meisenheim. -"Wenn sich kein geeigneter Träger findet, werden wir das Gesundheitszentrum Glantalklink weiter betreiben. Das Meisenheimer Krankenhaus soll zukunftssicher aufgestellt werden, damit die Patientenversorgung fortbestehen kann, sagte er wortwörtlich", in der kurzfristig anberaumten Pressekonferenz, die mit "Langfristige Standortsicherung für Gesundheitszentrum Glantal" überschrieben war. Mit einem Interessenbekundungsverfahren soll für das Krankenhaus, das neben einer neurologischen Abteilung auch über eine Chirurgie, innere Medizin, Anästhesie sowie Intensiv- und Notfallmedizin verfügt sowie eine angegliederte Pflegeschule und einen MVZ-Sitz hat und als Krankenhaus der Grundversorgung eingestuft ist, ein neuer Träger gefunden werden.
Dies vor allem, um vor dem Hintergrund der künftigen Ausrichtung der Krankenhausbranche, die mit der "Lauterbachschen Krankenhausreformgesetzgebung begründet wurde, möglicherweise besser als es das Landeskrankenhaus selbst könnte, die Glantalklinik fortzuentwickeln, so die Presseinfos. Ausgenommen davon ist das Sprachheilzentrum, es verbleibt auf jeden Fall in Trägerschaft des Landeskrankenhauses, so die Aussage. Dessen Kompetenzen liegen vor allem in psychatrischen, psychotherapeutischen, psychosomatischen und neurologischen Behandlung. So gehören die Rheinhessen-Fachklinik in Alzey, die geriatrische Fachklinik Rheinhessen-Nahe in Bad Münster am Stein -Ebernburg und das Viktoriastift in Bad Kreuznach in der Region zum Landeskrankenhaus mit Verwaltungssitz in Andernach. "Meisenheim sei ein solitäres Haus innerhalb des Landeskrankenhauses. Dieses Alleinstellungsmerkmal erfordere ein außergewöhnlich hohes Maß an Spezialisierung und fachlicher Expertise, auch in der Verwaltung, was mit erheblichem Aufwand verbunden sei. Das gerade beschlossene Krankenhausverbesserungsversorgungsgesetz des Bundes unter Federführung des Ministers Karl Lauterbach verfolge im Wesentlichen das Ziel der Konzentration von Leistungen in spezialisierten Kliniken und eine damit einhergehende bessere Behandlungsqualität. Derzeit laufe das medizinische Grundkonzept in Meisenheim, eine große Breite von Behandlungsangeboten auch bei vergleichsweise geringer Fallzahl der Zielsetzung des neuen Bundesgesetzes entgegen. Die angesetzten Mindesbehandlungszahlen können deshalb in Meisenheim nicht mehr erbracht werden. So sei zu befürchten, dass es druch die Reform künftig schwierig werde, die notwendigen Zulassungen für bestimmte Bereiche, wie zum Beispiel die Orthopädie zu erhalten. Aktuell sei ein Facharzt in dieser Abteilung tätig, während die Reform drei Fachärzte künftig vorschreibt.
Zudem sei langfristig auf Grund wegfallender Leistungen und auf Grund des Fachkräftemangels die Meisenheimer Einrichtung nicht mehr wirtschaftlich positiv zu führen. Für einen möglichen größeren Träger mit mehreren klassischen Krankenhäusern könne sich das hingegen mehr lohnen, so Wilhelm. Wer dieser sein könnte, blieb gestern offen. Vor Kurzem hat die Diakonie Bad Kreuznach das insolvente Krankenhaus Marienwörth übernommen. Ob auch Interesse an Meisenheim besteht ? Auf jeden Fall verfolgt das Land zwei Pläne: Plan A sieht den Verkauf der genannten drei Einrichtungen vor. Sollte sich kein Käufer finden, greift Plan B, wonach das Landeskrankenhaus das Glantalklinikzentrum weiter alleine weiterbetreiben würde. In diesem Fall müssten Anpassungen vorgenommen werden, um den bundesrechtlichen Vorgaben des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KVVG) zu entsprechen. Das Gesundheitszentrum Glantalklinik wurde vor rund 1o Jahren mit Kosten von über 40 Millionen Euro neu gebaut. Vorher war dort eine neurologische Klinik. Geschlossen wurde das weitere alte Krankenhaus Hinter der Hofstadt in der Stadt, das in das neue Gesundheitszentrum integriert wurde.
Foto: Arno Mohr
Autor:Arno Mohr aus Alsenz-Obermoschel |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.